Einzelhandel

Am Rindermarkt in St.Pauli – EDEKA setzt auf Gastro

- Ab Mitte September 2014 soll die Rindermarkthalle in Hamburg renoviert sein. Mit einem 5.500 m² großen Markt ist EDEKA Nord einer der Hauptmieter – zum Konzept gehört auch eine Gastronomie. von Thomas Kletschke

Geplante Rindermarkthalle - Nordperspektive (Foto:/ Rendering: EDEKA Nord)

Geplante Rindermarkthalle – Nordperspektive (Foto:/ Rendering: EDEKA Nord)

Wie Rewe und Coop wird auch EDEKA sein Engagement bei Gastronomie in verschiedenen Märkten weiter ausbauen. Deutschlandweit soll diese Diversifizierung vonstatten gehen. Man wolle „einen großen Teil der rund 11.600 Läden mit gastronomischen Angeboten aufwerten“, berichtete die Frankfurter Allgemeine von der letzten Bilanzpressekonferenz.

Wie viele Standorte das sein könnten, möchte EDEKA derzeit nicht verraten. Allerdings möchte man dem gewachsenen Interesse der Kunden an gastronomischen Angeboten entsprechend begegnen. „Viele Kunden möchten nicht nur ihren Einkauf erledigen, sondern ihren Besuch mit einem genussvollen Essen verbinden. Der Supermarkt ist damit nicht nur eine anonyme Einkaufsstätte, sondern ein Teil des täglichen Lebens wie früher der Marktplatz, ein lebendiger Treffpunkt“, so eine Sprecherin gegenüber invidis.de. Insgesamt sind 4.000 selbstständige Kaufleute mit ihren Betrieben im genossenschaftlich organisierten Verbund der Gruppe tätig. Letzlich werden sie entscheiden, inwieweit Gastro ein Thema für sie und ihre Mäkte ist.

Baustelle Rindermarkthalle mit Kaufleuten Jörg Meyer und Herwig Holst (Foto: EDEKA Nord)

Baustelle Rindermarkthalle mit Kaufleuten Jörg Meyer und Herwig Holst (Foto: EDEKA Nord)

Individuelle Lösungen

Man setze dabei nicht auf Angebote von der Stange, heißt es wohl auch deshalb bei der EDEKA-Gruppe, sondern auf individuelle Lösungen, die auf den Standort und die Kundenwünsche vor Ort zugeschnitten sein sollen. Diese Möglichkeiten kommen derzeit dafür in Betracht:

– Eine „klassische“ Gastronomie im Vorkassenbereich, in der der Kunde sich selbst bedienen und die Gerichte am Tisch verzehren kann. Hier gibt es häufig die Möglichkeit, einen frisch im Markt zubereiteten und täglich wechselnden Mittagstisch zu verzehren.
– Gastronomiestationen im Markt (Heiße Theke, Sushi Bar), die häufig durch einen kleinen Steh-Sitz-Bereich ergänzt werden.
– Den klassischen Vorkassenbäcker, der neben Backwaren häufig auch Snacks, Frühstücksbrötchen sowie frischen Kuchen und Gebäck anbietet.
– Einmalige Gastronomie-Events wie Schlemmer-Abende oder Whiskey-Tastings.
– Sondervarianten, auf den Markt abgestimmt. Etwa ein Hummerstand, an dem die Kunden Hummer, Austern sowie weitere Meeresspezialitäten sowie zahlreiche Weine, Sekt und Champagner genießen können.

Auf St. Pauli brennt noch Licht

Wie in Jan Deelays aktuellem Song ist auf St. Pauli noch lange nicht Schicht, wie ein gerade laufendes Projekt zeigt. In einem 11 Millionen Euro teuren Leuchtturmprojekt wird EDEKA Nord noch in diesem Jahr auf die Kombination von großem Markt und Gastronomie setzen: in der Rindermarkthalle in St. Pauli. Die wird gerade renoviert und soll einen Drogeriemarkt Budnikowsky (ca. 780 m²), einen 1000 m² großen Aldi sowie einen neuen 5.500 m² großen EDEKA umfassen. Zudem wollen die Projektentwickler weitere kleinere Betreiber von Marktständen mit ins Boot holen – um eine Schickimicki-Halle zu vermeiden, wie Projektleiter Torsten Hönisch gegenüber dem St. Pauli Blog betont.

Kunden des von den EDEKA-Händlern Bert Meyer und Herwig Holst geleiteten Markts werden laut dem Unternehmen dann ein umfangreiches Gastronomie-Angebot vorfinden. „Hierzu zählen beispielsweise asiatische, indische und türkische Spezialitäten, eine Kaffeerösterei, in der es zudem Kuchen geben wird, oder ein Gastronomiebereich mit traditionellen Gerichten“, heißt es bei EDEKA in Hamburg. Der neue EDEKA-Markt eröffnet voraussichtlich Mitte September 2014.

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