Mode

Wie Karl Lagerfeld die britischen Inseln erobern will

- LED, Lagerfeld, London: Im Frühjahr 2014 hat Karl Lagerfeld seinen neuen Shop in der Regent Street eröffnet – der achte und insgesamt größte Store des Modeschöpfers überzeugt bei Lighting und Ladenbau. Wie in Paris und Amsterdam setzt die Marke auch hier auf iPads am PoS. von Thomas Kletschke

Fassade des Karl Lagerfeld-Store in London (Foto: Karl Lagerfeld)

Fassade des Karl Lagerfeld-Store in London, (Foto: Karl Lagerfeld)

Insgesamt 250 m² an – sicherlich hochpreisiger – Grundfläche stehen für Beratung, Anprobe und Verkauf zur Verfügung. Dabei soll er einerseits der eigenen Markenidentität entsprechen, zugleich muss sich der Store auf einer von Europas prestigeträchtigsten Shoppingmeilen gegen die Repräsentanzen diverser anderer Labels und Modeboutiquen durchsetzen. Die Chance auch auf zahlungskräftige Laufkundschaft ist allein schon statistisch gegeben: Jährlich flanieren mehr als 70 Millionen Besucher aus aller Welt über die Regent Street.

Das Storedesign des Lagerfeld-Shops ist geprägt durch Klarheit, Kontraste in Formen und Oberflächen sowie dem Farbspiel zwischen schwarz und weiß. Verantwortlich für die Kreation: Plajer & Franz Studio aus Berlin, die auch in Peking, Paris Chengdou, München, Amsterdam oder Antwerpen schon entsprechende Stores für die Modemarke mit dem Zopf geplant haben.

Lichtsetzung im Karl Lagerfeld-Store London (Foto: Karl Lagerfeld)

Lichtsetzung im Karl Lagerfeld-Store London (Foto: Karl Lagerfeld)

Licht: Steuerung via App

Das LED-Lichtkonzept stammt von Ansorg aus Mülheim und umfasst eine vollflächige Lichtsteuerung als Schlüsselinstrument der Inszenierung. Per App kann so jede einzelne Leuchte im gesamten Store in der Lichtintensität gedimmt werden. Per Knopfdruck können so umgehend neue Lichtstimmungen erzeugt werden, abhängig von Tageszeit, Ausstellung oder Anlass.

Auf zwei Ebenen werden in dem Londoner Geschäft Materialien und Oberflächen mehrdimensional in Szene gesetzt: Spiegel oder glänzende Oberflächen stehen matten Materialien gegenüber und ermöglichen so ein Spiel mit Perspektiven und subtilen visuellen Illusionen.

In Akzenten setzt Lagerfeld digitale Multichannel-Features ein: Mittels an Warenträgern angebrachten iPads können sich die Kunden die komplette Kollektion online anschauen. Ein digitales Gästebuch schafft die Möglichkeit zur Interaktion. Die bereits aus Amsterdam und Paris bekannten Umkleidekabinen wurden auch in London mit Fotoboxen ausgestattet. Kundinnen und Kunden können hier neue Outfits direkt fotografieren und über Social Media teilen.

Innenraum des Karl Lagerfeld-Stores in London (Foto: Karl Lagerfeld)

Innenraum des Karl Lagerfeld-Stores in London (Foto: Karl Lagerfeld)

Kaltweiß dominiert

Eine helle und kontrastreiche Beleuchtung des Stores ist ein Markenzeichen von Karl Lagerfeld. Sämtliche LED-Leuchten sind mit kaltweißer Lichtfarbe von 4000K ausgestattet, was der einzigartigen Schwarz-Weiß-Optik zusätzliche Brillanz verleiht und Kontraste in der Wareninszenierung verstärkt. Das fördert Aktivität und Aufmerksamkeit des Kunden. Die Akzentuierung der Randzonen erfolgt durch Strahler der Ansorg-Produktfamilie BOP, die in schwarze Lichtkanäle eingebaut sind. Warenträger in der Raummitte sind meist mit Accessoires oder Highlights bestückt, die durch separate Leuchten – ausgestattet mit engstrahlenden Spot-Reflektoren – punktuell in Szene gesetzt werden.

In Zonen zwischen den Lichtkanälen oder einzelnen Bereichen kommen Einbaustrahler des Lichtsystems Lightstripe zum Einsatz. Im Untergeschoss harmonisieren die Einbaumodule mit einem dekorativen Lichthimmel. Sie stammen von Ansorgs Schwesterfirma, dem Ladenbauer Vizona aus Weil am Rhein. Beim Energieverbrauch kann das Modelabel – im Gegensatz zu den Quadratmeterpreisen in London – sparen: 12 Watt pro m² bei normalem Ladenbetrieb gelten als sehr wirtschaftliche Lösung.

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