OLED-Markt

Fallende Preise, großer Bedarf und neue Marktteilnehmer

- Sinkende Produktionskosten, wachsende Nachfrage und weitere Trends sorgen für neue Konkurrenz für Samsung – bisher führender Player in der Massenproduktion von OLED-Panels. von Thomas Kletschke

Preise für 5"-Panel purzeln bald - so der OLED Technology Report im Juli 2014 (Grafik: NPD DisplaySearch)

Preise für 5″-Panel purzeln bald – so der OLED Technology Report im Juli 2014 (Grafik: NPD DisplaySearch)

Aufgrund der erwarteten fallenden Preise in der Produktion von OLED-Displays könnte die Technologie in wenigen Jahren deutlich größere Marktanteile gewinnnen. Innerhalb von 24 Monaten könnten kleine OLED-Panels so günstig zu haben sein wie LCD-Panels, prognostizieren verschiedene Marktforscher. Bisher dominiert vor allem Samsung den Markt mit den von dem Konzern produzierten OLED-Panels – im Bereich kleine bis mittlere OLED-Panels kommt Samsung auf etwa 90% Marktanteil.

Wie kürzlich berichtet, wird ab 2015 JOLED aus Japan starten, um kleinere bis mittelgroße OLED-Displays zu produzieren. Laut einem Bericht von Digitimes will JOLED die Massenproduktion bis etwa 2018 gestartet haben – und umgerechnet 196 Millionen US-Dollar investieren. Wie das Branchenmedium aktuell meldet, will auch der in Taiwan ansässige Displayfertiger AUO bei OLEDs nachlegen. Bisher fertigt der Konzern, der 2001 aus der Fusion der damaligen Displaysparte von Acer sowie Unipac Optoelectronics entstanden ist, vor allem OLEDs in Größen von 5″ und 5,5″. Nun will AUO – deren Muttergesellschaft BenQ selbst als Consumer- sowie Businessmarke in zahlreichen Ländern agiert – dem Bericht zufolge noch im 4. Quartal 2014 mit der Produktion von 1,6″ großen Displays für Wearables beginnen. AUO Optronics fertigt für zahlreiche Marken und Konzerne, zu denen die beiden koreanischen Dsiplayhersteller LG und Samsung ebenso gehören, wie japanische Marken wie NEC, Panasonic, Toshiba und Sony.

LG zieht mit: Vergrößerung der Produktionskapazitäten

Auch LG ist nicht untätig: Der koreanische Konzern ist aktuell ebenfalls dabei, neue Produktionsstraßen für flexible und rolbare OLEDs verschiedener Panelgrößen auszubauen. Das kürzlich vorgestellte rollbare 18-Zoll-OLED-Display zeigt, wohin die Reise geht: biegsame OLED-Displays bis 50″. Auf ähnlichen bis baugleichen Produktionsanlagen wie der gezeigte Prototyp wird wohl aber auch Samsung künftig flexible OLEDs in weiteren Größen produzieren können. Erste Fließbänder wurden im späten Frühjahr 2014 eingeweiht.

Einen gewissen Investitionsstau wird es weltweit aber noch geben: Aus den letzten verfügbaren Daten der Hersteller für entsprechende Spezialmaschinen für die OLED-Fertigung lassen sich bisher noch keine Großaufträge, sondern eher vereinzelte mittelgroße Investitionen ablesen. Sicher ist aber, dass sowohl Samsung wie LG spätestens in den letzten beiden Monaten dieses Kalenderjahres ihre Kapazitäten für mittelgroße OLEDs stark ausgebaut haben werden. Die zuletzt bekanntgewordene Investition in die neue OLED-Fertigungslinie bei Samsung könnte mittelfristig auch auf steigende Panelproduktion in Größen für TVs und größere Displays hindeuten.

Im Bereich Lighting formiert sich momentan auch eine neue OLED-Allianz: Ende Juli 2014 hat sich die OCLA formiert, die Organic Light-emitting Diode Lighting Commercialization Alliance, in der taiwanesische Firmen aus der gesamten Entwicklungs- und Wertschöpfungskette kooperieren wollen. Sie stützen sich auf Zahlen des Industrial Technology Research Institutes (ITRI) aus Taiwan. ITRI hält bis 2020 einen Anteil von 23,4% von OLEDs am Lichtmarkt für realistisch – das wäre ein 5,6 Milliarden US-Dollar großer Anteil für OLEDs nur im Segment Lighting.

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