Digital Signage im Museum

Verschnitt ist immer – Andreas Vesalius-Ausstellung in Leuwen

- Vor einem halben Jahrtausend wurde der Anatom und Arzt Andreas Vesalius geboren. Anlässlich des Jubiläums widmet ihm ds belgische „M – Museum Leuwen“ eine Ausstellung. Die Schau verbindet Digital Signage mit analogem Ausstellungsdesign. von Thomas Kletschke

Andreas Vesalius-Ausstellung im belgischen Leuwen (Foto: Kris Goubert)

Andreas Vesalius-Ausstellung im belgischen Leuwen (Foto: Kris Goubert)

Andreas Vesalius wurde nur 50 Jahre alt – und hat in dieser kurzen Zeit doch einiges auf den Kopf gestellt. Der 1514 in Brüsel geborene Arzt krempelte die zeitgenössiche Anatomie um, und schreckte auch nicht davor zurück, sich die erste Leiche für seine Forschung selbst zu klauen. Später konnte der nachmalige Leibarzt Karls V. und Professor in Padua seine Sektionen öffentlich vor Kollegen und Studenten durchführen. Seine Forschungen mündeten schließlich im ersten wichtigen Buch, das die Zeit der neuzeitlichen Anatomie begründete.

Aufbau nach - anatomischem - Lehrbuch (Foto: Kris Goubert)

Aufbau nach – anatomischem – Lehrbuch (Foto: Kris Goubert)

Auch – und das sei nicht unterschlagen – wenn ein Zeitgenosse nach seinem Tod schrieb, Vesalius habe gegen Ende der Karriere versehentlich einen lebendigen Menschen seziert. Verschnitt ist halt immer.

Das Fisheye-Team bei der Arbeit (Foto: Kris Goubert)

Das Fisheye-Team bei der Arbeit (Foto: Kris Goubert)

Im flämischen Leuwen hatte Andreas Vesalius seine Studien begonnen. Grund für die Stadt, das M – Museum Leuwen sowie eine Reihe von Sponsoren, den Anatomen in einer Ausstellung sowie mit weiteren Veranstaltungen zu würdigen. Die Ausstellung, die Roche Diagnostics prominent unterstützt, setzt auf moderne digitale Medienpräsentation, und verbindet diese mit herkömmlichem Ausstellungs-Design.

Bewegtbild-Content gehört zum Konzept: Ausstellung in Leuwen (Foto: Kris Goubert)

Bewegtbild-Content gehört zum Konzept: Ausstellung in Leuwen (Foto: Kris Goubert)

Dabei orientiert man sich an der Ästhetik der anatomischen Zeichnungen Vesalius‘ und kombinierte Ansichten des menschlichen Körpers und übergroße Details von Gewebe mit Audio-Infosystemen sowei Large Format Screens, auf denen Infofilme abgespielt werden. Weniger ist mehr: Ohne es zu übertreiben wechseln sich Ansichten aus dem Mikroskop mit schmatisierten Darstellungen und Bewegtbild-Content ab.

Andreas Vesalius-Ausstellung: Besucherin (Foto: Kris Goubert)

Andreas Vesalius-Ausstellung: Besucherin (Foto: Kris Goubert)

Die Kreation stammt von den belgischen Kreativen von Fisheye, die uns vor wenigen Monaten mit ihrem blinkenden LED-Piano positiv aufgefallen sind. Die Vesalius-Ausstellung läuft noch bis Mitte Januar 2015 und wird durch eine Schau des österreichischen Künstlers Markus Schinwald ergänzt. Auch der Salzburger beschäftigt sich in gemälden, performancs, Filmen und Skulpturen mit dem menschlichen Körper.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.