Omnichannel-Umfrage

Deutsche Retailer hinken noch hinterher

- Es ist zwar keine repräsentative Studie, aber eine aktuelle Umfrage unter deutschen Handelsgiganten zeigt, dass mehr als 50% der Firmen, die Omnichannel überhaupt in Betracht ziehen, noch ganz am Anfang stehen. von Thomas Kletschke

Wie weit deutsche Retailer bei Omnichannel aktuell sind (Grafik: Deutscher Handelskongress/ Tata Consultancy Services)

Wie weit deutsche Retailer bei Omnichannel aktuell sind (Grafik: Deut. Handelskongress/ Tata Consultancy)

Viele Unternehmen in Deutschland haben Nachholbedarf in Punkto Omnichannel. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Tata Consultancy Services (TCS) und dem Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt im Rahmen des Deutschen Handelskongresses 2014. Berücksichtigt man, dass die ursprünglich Befragten schon zum Kreis derjenigen zählen, die sich intensiv mit der Zunkunft des Handels auseinandersetzen, – und wohl vor allem diejenigen überhaupt geantwortet haben – so kann man von einer großen Dunkelziffer an Unternehmen ausgehen, die logistisch und servicetechnisch bestenfalls im Jahr 2001 angekommen sind.

Die von TCS veröffentlichte Stichprobe zeigt, dass die meisten der befragten Handelsunternehmen aktiv ƒƒsind in den Bereichen Bekleidung und Schuhe (15%), Vollsortimenter (inklusive Lebensmittelhandel: 22%) sowie Einrichtung und Möbel (26%). Sie ƒƒerzielen zwischen 500 Millionen und mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz (56%).

Heraus kommt: Bei der Supply Chain gibt es Optimierungsbedarf. Ohne transparent nachvollziehbare Lieferketten können keine State of the Art-Systeme gelauncht werden, die dem Endkunden kommunizieren, wie schnell er an welchem Ort mit welcher Ware beliefert werden kann; ob dies Same Day Delivery betrifft oder andere garantierte Auslieferungszeiten.

Der Kunde, das unbekannte Wesen: Kennen deutsche Händler die Aktivitäten ihrer Kunden über alle Kanäle hinweg? (Grafik: Deutscher Handelskongress/ Tata Consultancy Services)

Der Kunde, das unbekannte Wesen: Kennen die Händler die Aktivitäten ihrer Kunden über alle Kanäle hinweg? (Grafik: Deutscher Handelskongress/ Tata Consultancy Services)

Zum anderen wissen die deutschen Händler noch zu wenig über ihre Kunden, als dass sie ihnen Angebote über alle Kanäle hinweg machen könnten, zu denen man gerne ja sagt (siehe nebenstehende Grafik).

Folge dieser und sicherlich auch einer Reihe weiterer Faktoren: Über die Hälfte der befragten Händler (53%) befinden sich im Transformationsprozess. Ihre Omnichannel-Strategie haben erst 13% festgezurrt und umgesetzt. Immerhin 17% haben Omnichannel im Groben umgesetzt, weitere 17% sind soweit, dass sie Prozesse und Systeme derzeit analysieren.

Angesichts der ebenfalls zutage getretenen Erkenntnis, dass über 60% der IT-Systeme hierzulande nicht oder nur in Teilen Omnichannel-fähig sind, müssen auch Dienstleister aus den Bereichen interaktives Digital Signage und Mobile momentan sicherlich noch einiges an Integrations-Dienstleistungen anbieten, um den Handelsunternehmen zu helfen. Wo dies aus Ressourcengründen nicht leistbar ist, müssen sie entweder auf weitere Vorgaben seitens der Retailer warten – oder sich weitere Partner mit ins Boot holen, um dafür schnell mit passenden Lösungen auf die Business-Kunden zugehen zu können.

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