Flagship Stores

Strampeln, Schlürfen, Signage – das Konzept von Bianchi

- Kunden der Rennrad-Marke Bianchi fragen sich: Kauf‘ ich den Carbon-Rahmen oder das Vintage-Modell aus Stahl – oder trinke ich doch erst ’nen Kaffee? Die Shops bieten Fachhandel und Gastronomie. Auch Digital Signage wird wichtiger: Bald erleben Schwestermarken in bis zu 50 Ländern einen Rollout, von dem Hauslieferant Zeta Display profitiert. von Thomas Kletschke

Eröffnung des Bianchi Café and Cycles Store in Malmö (Foto: Bianchi/ Fabian Wester)

Eröffnung des Bianchi Café and Cycles Store in Malmö (Foto: Bianchi/ Fabian Wester)

Wer sich für ein Bianchi entscheidet, kauft nicht bloß ein Celeste-farbenes Rennrad. Der Kunde möchte ein Sportgerät mit italienischem Flair. Um dann auf seinem Strada oder Pista Via Brera in die Pedale tretend über die zumeist durch Kinderwagen oder Rollatoren verstopften und aus löchrigem Asphalt bestehenden Radwege seiner Stadt zu fliegen, den Leistungen eines Fausto Coppi oder Costante Girardengo nacheifernd.

Rennräder gibt es natürlich auch: Café and Cycles Store in Malmö (Foto: Bianchi/ Fabian Wester)

Café and Cycles in Malmö: natürlich gibt’s  auch Rennräder (Foto: Bianchi/ Fabian Wester)

Die bekannte Marke, die für sich in Anspruch nehmen darf, das weltweit erste Damen-Fahrrad gebaut zu haben, ist zwar kein eigenständiges italienisches Unternehmen mehr. Denn im Jahr 1980 kroch man bei Piaggio unter – und seit 1997 ist man so skandinavisch wie Wasabröd. Doch die meisten Fans der Marke sehen das nicht als Sakrileg, sondern nehmen es sportlich.

Inzwischen gehört Bianchi – wie die großen Zweirad-Namen Puch, Monark oder Gitane – zur schwedischen Cycleurope AB, die Fahrräder produziert und ein weltweites Retail-Netz unterhält.

Wer sich bei der Testfahrt mit einem Rad nahe des Shops abstrampelt oder ein Trikot kauft, der mag im Store neben Zubehör und Co. sicherlich auch andere italienische Exportschlager kaufen. Seit 2010 kann man seinen Espresso auch gleich in den Flagship Stores des Herstellers schlürfen.

Von Schweden über Japan nach Italien: neuer Café and Cycles in Mailand (Foto: Bianchi)

Neuer Café and Cycles in Mailand (Foto: Bianchi)

Ausgehend von Schweden setzt die Marke seitdem auf das Flagship-Konzept Café and Cycles, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Inzwischen gibt es vier dieser Stores allein in Schweden – in Stockholm, Malmö, Sälen und Västerås.

Über Skandinavien und Japan fand das Konzept Ende 2014 eine Fortsetzung in Italien. Was in Malmö oder Tokio angesagt ist, können auch an kunstvoller Zubereitung von Kaffeebohnen und eleganten Rahmen interessierte Einwohner von Mailand genießen: Im November 2014 wurde das 570 m² große Café and Cycles an der Via Felice Cavallotti 8 eröffnet.

Digital Menu Boards in einem schwedischen Bianchi Café and Cycles (Foto: Zeta Display)

Digital Menu Boards in einem Café and Cycles (Foto: Zeta Display)

Sicherlich nicht der letzte Flagship der schwedischen Italiener, die auf Digital Signage im Laden und Digital Menu Boards an der Theke ebenso setzen, wie auf ausgefeiltes Lighting im Schaufenster, an der Storefront und im Ladeninneren. Neben schnödem Kaffee werden in den Shops diverse kulinarische Leckerbissen kredenzt, während in der Werkstatt ein neues ledernes Lenkerband angebracht wird.

Neueröffnungen in weiteren Ländern werden in naher Zukunft technologisch ebenso aufgerüstet, wie diverse Shops der Schwestermarken aus der Cycleurope-Familie.

Denn der schwedische Digital Signage-Spezialist Zeta Display AB vermeldete Mitte Januar 2015 einen Großauftrag von Cycleurope. Schon bisher galt Zeta mit seiner Digital Signage-Plattform bei Bianchi als gesetzt. Nun steht der globale Rollout eines zentral steuerbaren Digital Signage-Systems bevor, der in Schweden startet. Bei Zeta freut man sich auf eine Expansion in zahlreichen Märkten – Cycleurope ist in 50 Ländern aktiv.

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