Serie Banking 2.0

Studie – Banken investieren 2015 weltweit stark in IT

- Mit hoher IT-Investitionsbereitschaft starten die Banken weltweit ins neue Jahr. Mehr Multichannelangebote in den Filialen sind geplant. Allerdings ist die Ausgabeneigung der Banker in Westeuropa weniger stark ausgeprägt, als in den meisten anderen Regionen. von Thomas Kletschke

Zukunft im Banking: Super Technologie und Superbanker sind gefragt (Foto: AGV Banken)

Zukunft im Banking: Super Technologie und Superbanker sind gefragt (Foto: AGV Banken)

Weltweit werden die Banker in diesem Jahr ihre Investitionen in IT und den Ausbau der Digitalangebote weiter vorantreiben. Dadurch wollen die Finanzinstitute primär ihre Einnahmen steigern. Regional gibt es aber bei der Investitionsneigung Unterschiede. Das haben die Marktforscher von Ovum in einer aktuellen Studie in 62 Ländern und bei 6.500 ICT-Entscheidern herausgearbeitet.

Wie Ovums ICT Enterprise Insights zeigen, wollen die Retailbanken durch Investitionen in digitale Angebote und IT hauptsächlich die Einnahmesituation steigern, sagen 43% der befragten IT-Entscheider. Die Eiffzienzsteigerung ist für 38% der Banken ein wichtiges Ziel im Jahr 2015. Damit will man helfen, die Kosten weiter zu senken.

Bild "Superbanker" aus der Ausstellung (Illustration:  Michael Szyszka, FH Münster; Foto: AGV Banken)

Grafik „Superbanker“ aus der Ausstellung „Banken – Arbeitswelt der Zukunft (Illustration: Michael Szyszka, FH Münster; Foto: AGV Banken)

Investition in Bankfilialen

Regionale Unterschiede zeigen sich beim Thema Kundenorientierung. Die ist in Westeuropa weniger wichtig, als in Nordamerika sowie in Nordasien, heißt es. Generell werden Investitionen in Bankfilialen von 23% der Befragten als wichtig genannt – weltweit ist dies allerdings das am wenigsten wichtige Ziel für die Befragten.

Auch hier ist die Ausgabebereitschaft in den verschiedenen Ländern und Regionen unterschiedlich gewichtet: Während im Jahr 2015 immer noch 52% der Banken in Nordasien und 48% der Banken in Nordamerika planen, die Ausgaben für digitale Modernisierungen in den Bankfilialen zu erhöhen. Im Gegensatz dazu werden diese Investitionen in Westeuropa laut 32% der Befragten abnehmen, in Lateinamerika sehen 38% der befragten Entscheider sinkende Investitionen in den Filialen.

Allerdings zeigt die Ausgabebereitschaft in Online- und vor allem in Mobile-Angebote, dass Multichannel-Lösungen weiterhin als strategisches Investment gesehen werden. Weltweit werden die Investitionen in Mobile bei 52% und in Online bei 51% der befragten Unternehmen steigen. Vor allem bei der Produktentwicklung wollen 17% der Geldhäuser mehr ausgeben – und zwar durchschnittlich 6%; laut Ovum ist dies der am schnellsten wachsende Ausgabeposten für 2015 weltweit.

Kunden fordern echte Interaktion ein

Für Kieran Hines von Ovum ist der Kundenwunsch nach interaktiver und kundenorientierter Erfahrung auch bei Banking-Dienstleistungen weiterhin so groß und stark, dass die Banker darum nicht herumkommen. Insgesamt wollen 21% der Banken ihre digitalen Kanäle weiter ausbauen – und entsprechend investieren.

Die Transformation im Bankensektor hat Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Kunde und Banker, sowie auf den Arbeitsalltag in den Filialen. Wie die nahe Zukunft der Arbeitswelt ausschaut, ist aktuell auch in der Wanderausstellung Banken – Arbeitswelt der Zukunft zu sehen, die noch bis zum 16. Januar 2015 im Haus des Bankenverbands und des Arbeitgeberverbands des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) zu sehen ist.

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