Case Study

118 Mio. Pixel braucht der Mann – Digital Signage beim größten Herrenmodehaus der Welt

- Hirmer in München ist eine Institution in Sachen Männermode. Nach ersten Schritten in Richtung Digital Signage hat man sich für eine High End-Lösung entschieden: Eine große Video Wall im Treppenhaus soll die Kunden stärker emotional ans Haus binden, weitere Installationen aus hochwertigen Screens und Zuspielerm stehen oder sind geplant. von Thomas Kletschke

Herrenausstatter Hirmer: Stammhaus in München (Foto: Hirmer)

Herrenausstatter Hirmer: Stammhaus in München (Foto: Hirmer)

Über 100.000 Artikel von 400 Modemarken, das Sortiment wird präsentiert auf einer Gesamtfläche von 9.000m², die sich auf sechs Etagen verteilt: Das ist Hirmer.

Neben dem Stammhaus in der Kaufinger Straße in München hat der Modehändler in den letzten Jahren sein Online-Angebot deutlich ausgebaut – und ist nun mit modernem Onlineshop als Multichannel-Händler aktiv. Hinzu kommen bundesweit sowie in Österreich insgesamt 14 Filialen, in denen man Übergrößen unter dem Namen „Hirmer Große Größen“ anbietet. Auch das Münchner Stammhaus verfügt über eine 1.500m² große Abteilung für Herrenmode in Größen von XXL bis 8XL.

Hirmer: Eingangsbereich mit Blick auf die Video Wall (Foto: Hirmer)

Hirmer: Eingangsbereich mit Blick auf die Video Wall (Foto: Hirmer)

Die Stammkundschaft bei Hirmer setzt sich – neben den Einwohnern Münchens und Bewohnern der Peripherie – aus vielen Kunden von außerhalb zusammen. Dazu zählen Männer aus aller Welt: Kunden aus Russland, China, Japan und dem Nahen Osten lassen sich hier beraten und einkleiden.

In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Renovierungen im Stammhaus vorgenommen. Die Abteilungen wurden von Grund auf neu gestaltet. Genug zu tun für Handwerker und Ladenbauer – es ging um mehr als Kosmetik. Nun gibt es beispielsweise auch eine Tagesbar im 3. Obergeschoss, das Lighting wird auf LED umgestellt. Aber auch in Punkto Digital Signage hat sich Hirmer für etwas besonderes entschieden: Seit Herbst 2014 ist eine neue große Video Wall in Betrieb, die sich über das gesamte Treppenhaus zieht – das zentrale bauliche Element des Hauses.

Hirmer: Treppenhaus mit Video Wall im Erdgeschoss (Foto: Hirmer)

Hirmer: Treppenhaus mit Video Wall im Erdgeschoss (Foto: Hirmer)

Seit Herbst bedeutet Hirmer auch: gut 118 Millionen Pixel digitale Präsentation mit Digital Signage auf insgesamt 57 Screens. Die verteilen sich auf die Video Wall, die sich entlang der Wendeltreppe durch das gesamte Treppenhaus und damit über insgesamt sechs Stockwerke zieht, sowie eine weitere Video Wall im 2. Obergeschoss.

Wendeltreppe und Screens

Die große Video Wall selbst besteht aus jeweils neun 46″ Displays pro Etage, also 45 in 3 x 3 Anordnung verbaute Screens, die von Samsung stammen. Als Displaymodell kommen hier LH46UDC zum Einsatz. Sie sind in einer vertikalen Anordnung verbaut, pro Etage stehen 3.240 x 5.760p an Fläche zur Verfügung. Jeder der Screens der Wall verfügt über einen eigenen Mac Mini als Zuspieler. Alle Mediaplayer sind verknüpft und laufen im Sync. Als Software kommt ~sedna Presenter des Berliner Anbieters  ~sedna zum Einsatz. Für die Realisierung zeichnet die MediaScreen GmbH aus München verantwortlich.

Die Video Wall ist von den einzelnen Abteilungen aus gut sichtbar (Foto: Hirmer)

Die Video Wall ist von den einzelnen Abteilungen aus gut sichtbar (Foto: Hirmer)

Bevor die pro Etage 18.662.400 Pixel – die gesamte Video Wall spielt Inhalte auf 93.312.000 Pixeln aus – mit hochwertigen Inhalten bespielt werden konnten, mussten insgesamt 15 Hauptbeteiligte des Projekts untereinander koordiniert werden. Die bauliche Projektleitung lag bei einer Architektin von Hirmer, um IT-spezifische Belange kümmerte sich ein weiterer Mitarbeiter des Herrenausstatters. Ebenfalls mit im Boot war ein Elektriker der Firma Bauer. Für das Content-Konzept waren allein bei Hirmer vier Personen verantwortlich. Hinzu kommen eine Content-Agentur mit zwei Kreativen sowie einer freien Motiondesignerin. Beim Systemintegrator Mediascreen übernahmen ein Projektleiter und drei weitere Spezialisten die Verantwortung; von ~sedna wurden zwei weitere Experten hinzugezogen.

Zusätzliche Landscape-Installation

Im 2. OG kommt eine Landscape ausgerichtete Video Wall in 4 x 3 Anordnung hinzu, die aus 50-Zöllern (Modell: LH55UDD) von Samsung besteht und 7.680 x 3.240p, also 24.883.200 Pixel zur Verfügung stellt. Auch hier setzt man auf das Apple-basierte System mit den Mac Minis als Zuspielern.

Insgesamt hat das größte Herrenmodehaus der Welt damit 118.195.200 Pixel für die Ausspielung von Bewegtbildinhalten zur Verfügung. Damit ist auch noch nicht Schluss: Schon jetzt sind im Erdgeschoss zwei Displays an den Aufzügen installiert. Hier werden Informationen zu Services, Aktionen, Events und andere Hinweise präsentiert. In Zukuft werden auch die anderen Etagen entsprechend ausgestattet.

Zweites Obergeschoss:  4 x 3 Video Wall (Foto: Hirmer)

Zweites Obergeschoss: 4 x 3 Video Wall (Foto: Hirmer)

Erste Digital Signage-Installationen gab es bei Hirmer bereits 2009, deren Zweck hauptsächlich als Hauswegweiser gedacht war. Auch mit einem 75-Zöller hat man in der Vergangenheit schon Erfahrungen gesammelt. Als Mediaplayer nutzte man zuvor Popcorn-Player. Installiert wurden Screens und Player seinerzeit von IP Media Systems.

Nun hat man sich für die high-endigere Lösung entschieden. Mit Presenter und Creator erstellte Inhalte werden an jeden einzelnen Mac verteilt. Jeder Player hat ein Backup der Informationen aller Screens vorzuhalten. Um die Sync-Zeiten einhalten zu können, durften je Screen maximal 90 Meter an Kabellänge bei der Planung berücksichtigt werden. Mit Remote Desktop für Mac können alle Mediaplayer im Netzwerk simultan beobachtet werden. Mögliche Ausfälle einzelner Player würden sofort bemerkt und könnten schnell behoben werden.

Hochwertige Inhalte als Blickfang: Video Wall von Hirmer (Foto: Hirmer)

Hochwertige Inhalte als Blickfang: Video Wall von Hirmer (Foto: Hirmer)

Hochwertige Inhalte

Bei den Inhalten geht es ebenfalls hochwertig zu. Bisher hat man vor allem Inhalte von Visual Drugstore aus München verwendet. Die Projection Mapping-Spezialisten haben beispielsweise atmosphärischen Content erstellt: fallendes Laub, vorbeiziehende Wolken und ähnliche saisonal einsetzbare Inhalte.

Weitere Content-Partner könnten noch hinzukommen. Generell feilt man derzeit noch an einer visuellen Identität. Wie bei TV-Sendern soll die Marke Hirmer auch beim Digital Signage mit einer unverwechselbaren Bildsprache kommunizieren. Schrittweise werden die Spots zudem kürzer gehalten, um den Sehgewohnheiten des flüchtigen Zuschauers entgegen zu kommen.

Hirmer hat sich bewusst für eine  Lösung mit Displays entschieden. LED war keine Alternative. Dafür gibt es zwei Gründe: reine LED Walls finden meist im Sportbereich ihren Einsatz. Und: Im Treppenhaus laufen die Kunden nah an den Screens vorbei. Hier muss eine sehr hohe Auflösung mit kleinen Pixeln zu sehen sein, so die Vorgabe. Was aus der Nähe funktioniert, ist auch beim Gesamteindruck ein visueller Genuss: Auch von den Abteilungen hat man einen sehr guten Blick auf die Inhalte der Video Wall.

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