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Sieben Tage lang Projection Mapping – Made in Hull

- In diesem Jahr ist Hull die UK City of Culture. Um das Veranstaltungsjahr einzuleiten, wurde an sieben Tagen das Event Made in Hull gefeiert. Abends setzten 20 Künstler mit ihren Projection Mappings die Stadt ins richtige Licht. von Thomas Kletschke

Von wegen "dull" – Projection Mapping in Hull (Foto: d3 Technologies)

Von wegen „dull“ – Projection Mapping in Hull (Foto: d3 Technologies)

Auch wenn Kingston upon Hull im Ruf steht, einer der eher beschaulichen, wenn nicht langweiligeren Orte im Vereinigten Königreich zu sein: Kultur gab es hier immer schon.

Und ein wenig anders als der Rest war man auch oft unterwegs. Nirgendwo in UK gab es andersfarbige Telefonzellen als die weltbekannten roten; nur Hull leistet sich mit KCOM seine eigene Telefongesellschaft und cremefarbene Telefonzellen, in denen früher die White Pages zum Nachschlagen auslagen, statt der Yellow Pages. Bis heute hat BT hier keine Leitungen hin verlegt.

Kulturell ist man dagegen open minded und international. Neben eine extrem hohen Dichte an Dichtern sowie diversen Malern brachte die Stadt schließlich sogar eine Reihe von Pop-Größen hervor – und das im an Popmusik nicht eben armen England. Neben einer Folk-Blüte in den 1960ern brachte die am 1. April 1299 vollkommen ernsthaft von König Edward I umbenannte Stadt einige Jahrhunderte später Bands wie The Housemartins („London 0 Hull 4“) und Künstler wie Fatboy Slim hervor.

Zu Made in Hull kamen 340.000 Besucher (Foto: d3 Technologies)

Zu Made in Hull kamen 340.000 Besucher (Foto: d3 Technologies)

Um das aktuelle kulturelle Leben weiter anzukurbeln, bewarb man sich als City of Culture, eine staatliche Initiative, die nach dem Erfolg Edinburghs als Europäische Kulturhauptstadt 2008 gegründet wurde. Nach Londonderry im Jahr 2013 wurde Hull als zweite Stadt ausgezeichnet und ist nun City of Culture 2017.

Ab dem 1. Januar 2017 ließ es Hull so richtig krachen – und bewies sieben Tage und Nächte lang unter dem Motto „Made in Hull“, dass das Sprichwort „Hull is dull“ zwar ein netter Reim ist, aber auch nicht viel mehr.

Für Made in Hull setzte die Stadt ihre Kulturszene audiovisuell besonders in Szene. Insgesamt 20 Künstlerinnen und Künstler hatten dazu Projection Mappings vorbereitet, die auf markanten Gebäuden im Stadtgebiet ausgespielt wurden.

Dazu war auch in der Vorbereitung eine Menge an technischer Vorarbeit zu leisten. Allein am Queen Victoria Square wurden gleich drei Gebäude zugleich bespielt. Und das Submarium The Deep – ein am Meer gelegenes Aquarium, das um einen 2,5 Millionen l Wasser fassenden Aquariums-Tank gebaut ist – wurde die 95 m breite Fassade bespielt. In der Vorplanung wurden dazu Medienserver und Software von d3 Technologies genutzt, um anhand von virtuellen 3D Modellen die späteren Projektionen durchspielen zu können.

Bei dem sieben Tage dauernden Event, bei dem insgesamt 340.000 Besucher gezählt wurden, kamen insgesamt 30 Projektoren zum Einsatz. Neben den Content Produzenten waren die Dienstleister Bluman Associates (Technical Production sowie Projection Design) und Ground Control (Event Production) im Einsatz.

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