Displayhersteller

Über Bande – Sharp zurück im europäischen TV Business

- Vor etwas weniger als 2,5 Jahren hatte Sharp sein europäisches TV Business an die slowakische UMC verkauft. Nun beteiligt sich Sharp mehrheitlich an der zugehörigen Holding. von Thomas Kletschke

Sharp TV Fabrik in Torun (Foto: UMC)

Sharp TV Fabrik in Torun (Foto: UMC)

Im September 2014 hatte der japanische Konzern Sharp sein europäisches TV Business (Audio und Video, jeweils B2C Produkte) für zunächst fünf Jahre an die Universal Media Corporation /Slovakia/ s.r.o. (UMC) lizenziert. Im Dezember 2014 kaufte UMC dann die zuvor zu Sharp gehörende moderne TV Fabrik im polnischen Torun, in der unter anderem bis 90″ große TVs hergestellt werden.

Die 2003 gegründete UMC, die auch eigene Fertigungskapazitäten in der Slowakei unterhält und Markenrechte diverser Brands hält – etwa Blaupunkt – gehört zur im Jahr 2016 in Larnaka auf Zypern registrierten Holding Skytec UMC Ltd. Ebenfalls auf Zypern ist seit 2000 siw Skytec Group Limited registriert. CEO bei UMC beziehungsweise Skytec UMC ist Aslan Khabliev, nach eigenen Angaben vor der 2006 gestarteten Karriere bei UMC fünf Jahre lang COO der Sky Media Manufacturing SA. Nach Firmenangaben beschäftigt UMC in der Slowakei, in Polen, der VR China sowie in Westeuropa über 1.000 Mitarbeitende. Etwa 650 von ihnen sind ehemalige Sharp-Beschäftigte des polnischen Standorts.

Jetzt teilte Skytec UMC mit, dass sich die japanische Sharp Corporation mit 56,7% an ihrem Unternehmen beteiligt hat. Ziel der neuen Tochtergesellschaft sei die Herstellung und Vermarktung audiovisueller Produkte von Sharp innerhalb Europas. Durch den Zusammenschluss ihrer Kompetenzen wollten die Unternehmen gemeinsam ihr Geschäft unter dem Sharp Brand vorantreiben.

Die bisherige Skytec UMC-Organisation mit Aslan Khabliev als CEO bleibe vollständig in Betrieb und werde expandieren, um das Wachstum des TV-Geschäfts unter der Marke Sharp voranzutreiben, so das Unternehmen weiter. Die Firma werde auch künftig Produkte unter der Marke Blaupunkt produzieren sowie für private Labels großer europäischer Einzelhändler arbeiten. Das Skytec UMC-eigene Werk in Polen wird Teil der neuen Sharp-Tochter – kehrt also gut zwei Jahre nach Verkauf größtenteils wieder in die Hände des vormaligen Eigentümers zurück.

Sharp, Pionier bei Flachbildfernsehern und Marktführer in Japan, bringe seine Innovationskraft in den Zusammenschluss mit ein, während die Foxconn Technology Group – strategischer Partner der Sharp Corporation – kosteneffiziente Fertigungsmöglichkeiten sowie eine hohe Kaufkraft bereitstelle, so Skytec UMC.

2 thoughts on “Displayhersteller: Über Bande – Sharp zurück im europäischen TV Business

  1. Auf der Suche nach einer Reparaturmöglichkeit meines erst 28 Monate alten Gerätes bin ich über den Service in Deutschland auf UMC gestoßen. Mir war bei dem Kauf des Gerätes nicht bewusst kein „Sharp“ -und die damit verbundene Qualität- zu kaufen. Eine Kulanzabwicklung wurde abgelehnt. Ein Gerät was 36 Monate nicht überlebt braucht kein Mensch!

    • Wir sind zwar kein Verbraucher-Portal, aber ein paar Zeilen zur Info und ggf Hilfe. Viele Markennamen in Branchen bzw. bei Produktgruppen wie TV oder Haushaltsgeräten sind inzwischen (teils mehrfach) hin- und her-gewechselt. Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit wären: Blaupunkt oder Grundig. Manchmal besteht auch zumindest eine Zeitlang die Situation, dass ein Konzern etwa in Japan oder Nordamerika Geräte unter eigenem Namen und aus eigener Produktion anbietet, im Rest der Welt den Namen aber komplett verkauft oder eine Lizenz vergeben hat. Per se muss ein Produkt deswegen weder besser noch schlechter sein. Manchmal kommt es immer noch aus der alten Fabrik des ursprünglichen Originalherstellers (die Fabrik hat ggf auch den neuen Eigentümer und beschäftigt vielleicht auch noch exakt die Produktions- oder Entwicklungsmannschaft). Um die Verwirrung komplett zu machen: Wenn Sie einen Apple iMac kaufen, stammt das darin verbaute Display auch nicht von ein und dem selben Zulieferer. Von wem dieses Panel stammt, wird nicht kommuniziert. Sie könnten das quasi nur durch einen Ausbau herausfinden (womit natürlich jede Gewährleistung oder Garantie entfällt). Kaufen Sie ein Apple-Notebook, kann auch die Montage bei dem einen oder dem anderen Auftragsfertiger erfolgt sein. Kleiner Tipp: Bei teuren Anschaffungen möglichst viele Testberichte googeln. Bei Computern gerne auch die der englischsprachigen Medien, die teilweise auch danach sehr streng bewerten und austesten, wie welches Bauteil repariert oder überhaupt auch nur ausgetauscht werden kann. Rein formal haben Sie in aller Regel nach 24 Monaten keinen Anspruch auf einen Austausch oder eine kostenlose Reparatur. So bedauerlich dies ökonomisch und auch aus Umweltaspekten oft ist. Manchmal kann man auch bei der Auswahl des Händlers schon mitberücksichtigen, ob dieser ggf. ein eigenes gutes Reparatur-Team hat / beauftragt. Es gibt auch Zusatz-Versicherungen, die der Handel anbietet. Ich persönlich halte diese jedoch für so überteuert, dass ich lieber die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls nach 24 Monaten (also nach Gewährleistung, Ansprechpartner immer der Händler) oder 36 Monaten (Abschreibung) in Kauf nehme, bzw berücksichtige. Und, wie angedeutet: Ich kaufe lieber bei einem Händler vor Ort, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe und meide die großen Paletten, die beim Supermarkt mit Günstig-Preisen locken. Aber, das darf und muss jeder selbst entscheiden. Und klar: Solche ärgerlichen Ausfälle gibt es immer wieder und in allen Preiskategorien.

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