Projection Mapping

Shakespeare mit Video Mapping und virtuellem Darsteller

- Für eine Neuinszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ nutzte die Royal Shakespeare Company Video Mapping, um einen virtuellen Charakter auf die Bühne von Stratford-upon-Avon zu bringen. von Thomas Kletschke

Virtueller Ariel und realer Prospero in Shakespeares "Der Sturm" (Foto: d3 Technologies)

Virtueller Ariel und realer Prospero in Shakespeares „Der Sturm“ (Foto: d3 Technologies)

Seit 1960 setzt die Royal Shakespeare Company (RSC) die Werke des bekannten englischen Dramatikers um. Anlässlich der Reihe zum 400. Todestags von William Shakespeare hatte man sich für die Schluss-Aufführung „The Tempest“ vorgenommen.

Um den „Sturm“ besonders eindrucksvoll inszenieren zu können, wurde auf den Einsatz moderner AV Technologien zurückgegriffen. Unter anderem sollte ein digitaler Charakter auf der Bühne Gestalt annehmen, der in dem Theaterstück vorkommende Lufgeist namens Ariel.

Verbünden sich: gestrandeter Ex-Herzog Prospero und Luftgeist Ariel (Foto: d3 Technologies)

Verbünden sich: gestrandeter Ex-Herzog Prospero und Luftgeist Ariel (Foto: d3 Technologies)

Dazu holte sich die RSC externe Expertise ins Haus, in Form der Londoner Digitalagentur The Imaginarium Studios, die mit Capture Technologie für Film, TV und weitere Medien arbeiten. Bei Imaginarium entstand unter anderem Gollum aus dem Peter Jackson-Film „Herr der Ringe“. Auch bei Theaterproduktionen mit großem AV-Anteil mischt The Imaginarium Studios mit, etwa im Sommer 2016 beim erstmals stattfindenden Edinburgh Digital Entertainment Festival. Jetzt also war Shakespeare angesagt. Dazu sicherten sich die Theater-Profis aus der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon auch die Unterstützung von Intel sowie von d3 Technologies, deren Technologie für die aufwändigen Video Mappings genutzt wurde.

Insgesamt nutzte die Inszenierung verschiedene Projektoren, 14 Leinwände aus Gaze-Stoff und Media Server. Eingesetzt wurden dazu 3x d3 4×4pro, 1x d3 2×2plus sowie weitere Komponenten.

Auch die Hintergründe wurden durch AV und Mapping lebendig (Foto: d3 Technologies)

Auch die Hintergründe wurden durch AV und Mapping lebendig (Foto: d3 Technologies)

Genutzt wurde die Technik, um Ariel mittels Live Motion Capture ebenso zum Leben zu erwecken, wie Hintergründe und weitere Figuren. In dem Drama übernimmt der von einer Hexe in einem Baum eingesperrte Ariel eine wichtige Rolle. Nachdem Prospero ihn befreit, hilft ihm der Luftgeist bei diversen Plänen, verwandelt sich zwischenzeitlich, um andere Charaktere des Stückes zu tauschen.

Neben einem echten, humanen Ariel, also einem Schauspieler hatte auch der rein virtuelle Ariel einiges an Metamorphosen zu leisten – alles in Real Time. Für die Macher bedeutete dies, das zahlreiche weitere Figuren digital zu erschaffen waren. Hierzu wurde unter anderem die Unreal Game Engine genutzt.

Die Media Server wurden auch genutzt, um die Flächen der 14 Leinwände für die Projektionen zu berechnen. Eine dieser dünnen Gaze-Flächen hatte als große Wolke auf der Bühnenmitte eine besondere dramaturgische Bedeutung.

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