Retail Technology

Online-Autohändler nutzt die wohl größte Vending Machine

- Mit einer extrem großen – wenn nicht der weltweit größten – Vending Machine nutzt Carvana, ein US-Onlinehändler für Gebrauchtwagen, die Möglichkeit, auch im stationären Handel kostengünstig mitmischen zu können. von Thomas Kletschke

Carvana Vending Machine in San Antonio (Foto: Carvana)

Carvana Vending Machine in San Antonio (Foto: Carvana)

Etwas ist anders an diesem Unternehmen: Erst im Jahr 2012 wurde Carvana gegründet – für einen Onlinehändler mit Schwerpunkt auf gebrauchte Pkws nicht unbedingt ein besonders früher Start ins Business. Dennoch schaffte es der Retailer Anfang 2015 auf Platz 5 der von Forbes erhobenen Liste „America’s Most Promising Companies“.

Was Carvana von den diversen Marktplätzen für gebrauchte Autos unterscheidet, ist der technologiegetriebene Ansatz. Zunächst einmal setzte die Firma früh auf eine Website mit 360° Ansicht aller angebotenen Fahrzeuge. Damit können auch die Interessenten für einen Gebrauchtwagen auf einen vergleichbaren Service setzen, wie sie ihn bei den Konfiguratoren der Hersteller finden, die ihre Neuwagen unters Volk bringen wollen.

Carvana geht aber einen Schritt weiter, was das Unternehmen zu einem interessanten Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung einer Multichannel Strategie macht. Via Web oder Mobile können die Kunden den gewünschten Wagen ordern und kaufen. Denn bei der Abholung setzt Carvana auch auf Brick and Mortar. Kunden, die den Wagen nicht geliefert bekommen wollen, können stattdessen ein interessantes Shopping Erlebnis machen.

Im Jahr  2013 eröffnete der Retailer in Atlanta, Georgia, eine erste Art überdimensionaler Vending Machine zur Abholung, eine große Glas-Garage. Ab 2015 wurde dieses Verfahren, bei dem immer noch ein Verkäufer vor Ort mit anwesend war, weiter automatisiert. In Nashville, Tennessee, eröffnete eine fünfstöckige Glas-Garage ähnlich wie die Modelle, die man hierzulande bei Smart Händlern findet.  Der Clou: Mit einem Coin, der nach dem Payment ausgegeben wird, kann der Käufer das Fahrzeug selbst abholen (vgl. eingebettetes Video des Retailers unten).

Zwischen Bezahlung und der Abholung an dieser Vending Machine liegen einige Tage, das der Wagen erst zur Abholstelle transportiert werden muss. Dafür kann der Kunde quasi zu jeder Tageszeit das erworbene Produkt mitnehmen. Der Retailer spart zudem Personalkosten sowie weitere Kosten, die für größere Immobilien (weitere Verkaufsräume, größere Plätze oder Räumlichkeiten für die Unterbringung der Pkw) entstehen würden.

Inzwischen sind in derzeit vier US-Bundesstaaten Carvana Vending Machines installiert. Derzeit wird eine in Dallas, Texas, fertiggestellt, wie das Unternehmen vor kurzem mitteilte. Im gleichen Bundesstaat ist eine in San Antonio schon seit einiger Zeit in Betrieb. Bis Mitte März gab es alleine in Texas drei der mit Retail Technology ausgestatteten Glas-Türme. Die Expansion wird derzeit offenbar weitergeführt. Doch Nach US-Medienberichten wird derzeit in Raleigh, North Carolina, die nächste Carvana Vending Machine gebaut, für die der Händler derzeit auch mit einem Billboard wirbt.

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Gebrauchtwagen-Händler mit einer Vending Machine eine besondere Art des Einkaufserlebnisses bieten kann, wie Kunden sie sonst eher von den Auto-Tempeln großer Marken kennt (etwa: BMW Welt), hat Carvana ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem lassen sich diese Vending Machines um weitere Entertainment-Elemente erweitern, um eine noch spektakulärere Erscheinung möglich zu machen.

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