E-Paper-Displays

Musik-Partitur als Screen mit digitalen Noten

- In einer ersten musikalischen Anwendung kommt bald eine von E Ink patentierte Technologie auf den Markt: dem 13,3″ Doppel-Screen GVIDO, der Noten-Partituren aus Papier ablöst, und damit auch den Notenwender. von Thomas Kletschke

Disruption im Konzertsaal – der GVIDO (Foto: GVIDO Tokyo)

E-Paper im Konzertsaal – der GVIDO (Foto: GVIDO Tokyo)

Künftig brauchen Pianisten niemanden mehr, der neben ihnen sitzend die Seiten umblättert, wenn sie sich durch ein komplexes Musikstück klimpern. Der in der Branche auch als „Blattlaus“ bekannte Hiwi ist oft ein befreundeter Musiker. Deswegen ist die Innovation, die an die Stelle des Notenwenders trifft, zwar eine disruptive Technologie. Aber sie kostet nicht gleich zehntausende Arbeitsplätze.

Im Gegenteil: Die Usability beim Musiker wird stark verbessert, die Überprüfbarkeit der Nutzung aber auch (beim Rechteinhaber, der natürlich für seine Partituren Lizenzgebühren sehen will).

Anbieter GVIDO Tokyo, hinter dem die Terrada Music Score Co., Ltd. steht, hat den GVIDO auf den Markt gebracht. Er besteht aus 2x horizontal zusammenhängenden 13,3″ E-Paper Screens, die mit der Mobius Technologie des Herstellers E Ink arbeiten. Wie ein Buch (oder ein doppeltes iPad) lässt sich der GVIDO öffnen. Abrufbar sind Noten im PDF-Format. Durch die genutzte E-Paper-Technologie dürfte die Lesbarkeit der von Papier in Nichts nachstehen. Weiterer Vorteil: mit einem E-Pen lassen sich Anmerkungen und Notationen in der Partitur schnell anfertigen und ebenso schnell löschen. Was höchstens die Faber-Castells und anderen Bleistifthersteller dieser Welt noch wurmen könnte. Zum Einsatz kommt ein Touch-Pen von Wacom, deren Pen-Technologie bei Berufsgruppen wie Grafikern und Architekten großes Ansehen genießt.

Für den schönen Schein kommt das Device mit einem Ledercase in einer Farbe nach Wahl. Intern stehen 8GB Speicher zur Verfügung. Mit microSD und einem Micro USB Connector sind zwei sinnvolle und notwendige Anschlüsse vorhanden. Für WiFi werden die Protokolle 802.11a/b/g/n (2.4GHz/5GHz) genutzt. Und, na klar: Für das 660 g Leichtgewicht gibt es auch einen optionalen Standfuß. Das womöglich zum Ärger der Notenständer-fabrizierenden Industrie.

Der GVIDO soll im Laufe des Jahres 2017 in Nordamerika, Europa sowie in Asien verfügbar sein.

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