Exklusiv

Aldi Nord rollt Digital Signage in allen Filialen aus

- Aldi Nord führt ein neues Retail-Konzept ein: In Deutschland und acht weiteren Ländern werden etwa 4.700 Filialen nach dem neuen Konzept umgestaltet. Wie invidis exklusiv erfuhr gehört, Digital Signage ebenfalls zum Konzept. von Thomas Kletschke

Wie Aldi Nord bestätigt wird Digital Signage in allen Filialen ausgerollt (Foto: Aldi Nord)

Wie Aldi Nord bestätigt wird Digital Signage in allen Filialen ausgerollt (Foto: Aldi Nord)

Unter dem Namen ANIKo (Aldi Nord Instore Konzept) hat der blau-weiße der beiden Aldis nun ein Konzept zur Modernisierung seiner Discount-Märkte auf den Weg gebracht. Vorangegangen waren Pilotierungen und Tests sowie Evaluierung von Kunden-Feedbacks. Die Eigner von Aldi Nord sind drei Stiftungen, von denen nun ebenfalls das Go gegeben wurde.

Jetzt will Aldi Nord Gas geben. Mit Aldi Süd (mit Sitz in Mühlheim) hatte der verschwägerte Discounter bereits ebenfalls eine Modernisierung angestoßen, bei der auch Digital Signage im Innen- und Außenbereich zum Einsatz kommen. Auch die Konkurrenz von Lidl ist mit einem neuen Konzept unterwegs – so wie bereits zahlreiche weitere LEH-Ketten.

Auch ohne Screens gibt es Orientierung durch gut sichtbare Hinweistafeln (Foto: Aldi Nord)

Auch ohne Screens gibt es Orientierung durch gut sichtbare Hinweistafeln (Foto: Aldi Nord)

Damit kann man nun sagen, dass alle relevanten Player im Lebensmitteleinzelhandel in der Modernisierung sind, oder diese teilweise abgeschlossen haben. Während mancher der Konkurrenten gleich die ganze Breitsseite an neuen Technologien einführt – etwa: NFC, RFID, Scan & Go, Self Serv-Kassen, Digital Signage, Beacons, LED Lighting, Omnichannel-Technologien – und zugleich eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft, wird sich Aldi Nord auf das Wesentliche konzentrieren.

Im Aldi Nord in Herten wurde das neue Konzept erstmals umgesetzt (Foto: Aldi Nord)

Im Aldi Nord in Herten wurde das neue Konzept erstmals umgesetzt (Foto: Aldi Nord)

Dabei hat man allerdings auch an zwei Aspekte gedacht: Zum einen ist kontaktloses Bezahlen via Smartphone oder Girokarte möglich. Aldi Nord hatte dies sowohl in ausländischen wie in deutschen Märkten eingeführt. Und auch im neuen ANIKo-Konzept hat sich Aldi Nord für technologiegetriebene Hilfsmittel entschieden. Pro Markt werden jeweils vier Digital Signage Screens integriert, erklärt eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage von invidis. Das entspricht der Installation von 9.200 Screens hierzulande. In den Nachbarländern kommen etwa 9.560 weitere Screens hinzu. Die Displays sind so angeordnet, dass sie von allen Seiten aus sichtbar sind und befinden sich über einem niedrigen Regal, auf dem der Discounter seine Aktions-Angebote präsentiert.

Obst und andere Frischwaren werden freundlich und großzügig präsentiert (Foto: Aldi Nord)

Obst und andere Frischwaren werden freundlich und großzügig präsentiert (Foto: Aldi Nord)

Mit niedrigeren Regalen hatten in der jüngeren Vergangenheit auch andere Handelsriesen gearbeitet, etwa Saturn, um generell die Orientierung im Markt zu erleichtern. Mittels der vier Digital Signage Screens können die Kunden die Aktions-Angebote schnell finden, wenn sie sich an einem anderen Ort des Marktes befinden. Und: Auf den Displays kann der Discounter große Angebote (Beispiel: ein Gartenmöbel-Set samt Tisch) in Gänze präsentieren, ohne dazu die Fläche komplett nutzen zu müssen. Eine Nutzung der Displays für Inhalte fremder Anbieter und Werbungtreibender schließt der Discounter allerdings aus. Auch Outdoor Screens – etwa als Ersatz für Glasvitrinen mit Angeboten – soll es nicht geben, heißt es auf Nachfrage.

Ein Käffchen beim Einkauf ist bald ebenfalls möglich (Foto: Aldi Nord)

Ein Käffchen beim Einkauf ist bald ebenfalls möglich (Foto: Aldi Nord)

Wie das Unternehmen mit Sitz in Essen bekannt gab, handelt es sich bei ANIKo um das größte Umbauprogramm in der Unternehmensgeschichte. Neben den 2.300 Märkten, die Aldi Nord seit 1961 in Deutschland betreibt, werden auch die Supermärkte in den acht Ländern modernisiert, in denen Aldi Nord präsent ist. Damit werden in den Niederlande 490 Filialen, in Belgien 430 Filialen, die 220 Märkte in Dänemark, die 850 Aldis in Frankreich, die zehn Geschäfte in Luxemburg sowie die Präsenzen in Spanien (250 Filialen), Portugal (40 Filialen) und Polen (100 Filialen) nach dem ANIKo-Konzept umgestaltet. Insgesamt werden also etwa 4.700 Filialen in neun europäischen Ländern auf den neuesten Stand gebracht. Die Investitionen des gesamten Programms liegen dem Unternehmen zufolge bei insgesamt 5,2 Milliarden Euro.

Der erste nach dem neuen Konzept eröffnete Markt befindet sich in Herten. Dieser wurde im April 2017 eröffnet. Aufgrund des erfolgreichen Tests dieser Pilot-Filiale in Herten wurde nun der Roll out gestartet. Dabei sollen wöchentlich etwa 30 Aldi Nords nach dem neuen Konzept umgestaltet werden – durchaus ein sportliches, temporeiches Vorgehen.

Den Coffee to Shop kann man sich selbst ziehen (Foto: Aldi Nord)

Den Coffee to Shop kann man sich selbst ziehen (Foto: Aldi Nord)

Nach der erfolgten Zustimmung durch die Gesellschafter-Stiftungen könne der Roll out-Plan noch einmal verfeinert werden, so Aldi Nord. Den Startzeitpunkt hat man bereits festgezurrt. „Wir werden schon im Herbst mit der Umbauphase beginnen“, wird Thorsten Kinzel, Geschäftsführer Verkauf, zitiert.

Die Aldi Nord-Märkte sollen übersichtlicher, heller und freundlicher als bislang gestaltet werden. Für die Kunden ergibt dies mehr Platz beim Einkauf. Zudem wird das Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Backwaren, Bioprodukten und Snacks deutlich ausgebaut. Grund: „Wir haben von Anfang an auf die Bedürfnisse der Kunden gehört“, so Kay Rüschoff, Geschäftsführer Marketing. Die Kunden seien auch im Discount-Bereich anspruchsvoller geworden und legten neben Preis und Qualität immer größeren Wert auf Frische, so Rüschoff weiter.

Auch an die Kids hat man gedacht (Foto: Aldi Nord)

Auch an die Kids hat man gedacht (Foto: Aldi Nord)

5 thoughts on “Exklusiv: Aldi Nord rollt Digital Signage in allen Filialen aus

  1. Schlimmer finde ich, dass ich gestern auf einer Milchpackung eine RFID Etikette entdeckte, die sich im Geschäft nicht entfernen liess. Ab jetzt werden alle Produkte genau geprüft und jene mit RFID Kleber oder Etiketten (Spionageelektronik) werden nicht gekauft. Traurig, dass Aldi nun auch mit dem Schnüffeln in der Privatsphäre der Kunden anfängt.

    Wer auf diese Produkte nicht verzichten will, sollte künftig einen Hammer, oder ein scharfes Taschenmesser zum Einkauf mitnehmen. Ich lege alle gekennzeichneten Produkte an der Kasse auf die Auslage, um so meinen Protest zu zeigen.
    Falls die Kassen einmal ganz abgeschafft werden, kaufe ich nicht mehr bei ALDI ein.

    • Ob RFID Chips auch in kunststoffbeschichteten Milch-Umverpackungen eingesetzt werden, wie Sie es schreiben, weiß ich nicht.

      Unabhängig vom Händler oder Hersteller oder dem gekauften Produkt: RFID Chips haben eine Reichweite von 70 cm (1). D.h. es müssten ganze Lesegeräte-Schwärme landesweit aufgestellt sein, um den Weg zu verfolgen. Aus Verbrauchersicht ist eher interessant, ob man mit EC-, Kunden- und/oder Kreditkarte einkauft – denn diese verknüpfen zu einer Person (2). Falls Sie möglichst anonym einkaufen möchten, sind auch die Punkte permanente Bluetooth- und WiFi-Aktivierung beim Handy sowie Apps ein Thema (analog zu den Online-Varianten Cookies und Nutzung von Kostenlos-Diensten oder Browsern) – allerdings scheinen Sie sich ja eingehender mit solchen Technologien zu beschäftigen.
      Zurück zu RFID: Die Chips sind relativ un-kaputtbar (3).
      Wer sie etwa in die Mikrowelle legt, könnte sich durch entstehende Dämpfe gesundheitlich schaden. Ob eine Mikrowelle Schaden nimmt, wäre auch zu bedenken. Schlimmstenfalls fackelt man dann die eigene Hütte ab (4).
      Ich persönlich finde eher erstaunlich, dass es seitens etwa des Bundesumweltministeriums oder des Verbraucherschutzministeriums (die Zuschnitte der Ressorts ändern sich nach diversen Wahlen ja immer mal) oder seitens der EU keine Ansage resp. Kontrolle gibt, diese verpflichtend nach dem Kauf durch den Handel zu entfernen. Mir persönlich sind mehr eigene Einkäufe von Artikeln bekannt, bei denen die Entfernung an der Kasse / nach dem Bezahlvorgang unterbleibt. Die Retailer werden mich zwar steinigen wollen, falls sie dies lesen (Arbeitsaufwand, Platzbedarf etc.) – aber jeder Mikro-Chip (die Viecher sind ja äußerst klein) enthält Roh- bzw. Schadstoffe, die wir dann bei der Mülltrennung im Haushalt in den gelben Sack packen und die dort nicht nachträglich getrennt werden. Zugespitzt: Letztlich jede Menge Zeugs, das verbrannt, verbuddelt oder im nächsten Gewässer verklappt wird. Mir ist da jedenfalls bislang keine eindeutige Regelung und Handlungsanweisung bekannt, die effektiv und für alle Parteien einfach verhindert, wie das Zeug den Planeten und die darauf lebenden Organismen belastet. Zugegeben: Wie bei solchen Kleinst-Chips nach der Entfernung eine Rohstoff-Wiederverwertung technisch möglich sein sollte beantwortet auch (5) leider nicht. Dort wird lediglich dem Handel empfohlen, Chips sofort zu entfernen und erneut zu nutzen. Weiter wird angegeben „Die Menge des Elektronikschrotts durch RFID-Chips hält sich in Grenzen: Die Chips aus Silizium werden immer kleiner, die Antennenschleife besteht aus einer hauchdünnen Kupfer- oder Aluminiumschicht – lediglich einige Millionstel Gramm (Mikrogramm) kommen da zusammen. Am meisten Material steckt im Kunststoffträger, der wie Kunststoff recycelt werden kann.“ Da sich der Einsatz dieser Technologien vermehrt hat, dürften aus den Mikrogramm schon ein paar Zentner werden (vielleicht errechnet das mal jemand spaßeshalber). – Fundstellen (1) bis (3) sowie (5): Ein von 2004 stammender Text von Infineon (Link zum PDF: https://www.infineon.com/dgdl/FAQs_RFID_d_0304.pdf?fileId=db3a304412b91b910112baad0aac21ba); Fundstelle (4) ein Text von Digitalcourage aus dem Jahr 2010 (Link: https://digitalcourage.de/blog/2010/wie-kann-ich-rfid-chips-unbrauchbar-machen)

  2. Hatte heute das Vergnügen in einem der modernisierten Märkte einkaufen gehen zu dürfen. Nach 35 Jahren Aldi-Erfahrung eine echte Umstellung. Ich weiss nicht, ob ich mich daran gewöhnen möchte, und auch viele Kunden sahen auch nicht besonders glücklich aus. Anstatt eines effizienten und schnellen Einkaufens ohne viel Firlefanz und überschaubaren Sortiment, findet man sich nun in einem übermotiverten EDEKA Markt wieder, mit vielen Quergängen, Reizüberflutung und einer sehr dämlichen Sortierung. Fehlt nur noch akkustische Dauerberieselung wie bei Penny. Suchen geht gar nicht, daher habe ich meine Wocheneinkauf reduziert und anstatt 100 Euro nur 30 Euro ausgegeben und den Rest bei Netto besorgt. Mist, dass Aldi Süd und Lidl auch mit dem Modernisieren anfangen. Mal sehen, wenn die Gruppe der gestressten Berufstätige mit wenig Zeit anfangen Nahrungsmittel bei Amazon zu bestellen.

  3. Sprachlich gesehen, ist dieser Artikel eine einzige Katastrophe. Als Verfechter der deutschen Sprache erwarte ich von einem Artikel für einen Leser verständliche Worte. Ich möchte mich durch keinen Schwall von Fachbegriffen quälen , die einen normalen Aldi-Kunden vorm nächsten Einkauf fürchten lassen, vor dem nächsten Klopapierkauf einen Business- und Marketing Kurs an der VHS belegen zu müssen.

    • Manche national und international übliche Fachbegriffe lassen sich nun mal schwer „eindeutschen“ (RFID, NFC et cetera). In dem Artikel geht es ja auch eher weniger um den Einkauf von Hygieneartikeln – den man im Übrigen nach wie vor ohne das Belegen irgendwelcher Kurse erledigen kann.

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