Deutschland

Stabübergabe in Kohlberg – neue Eigentümer bei der ICT

- Bei der ICT AG findet nach mehr als 30 Jahren ein Generationswechsel statt. Im Rahmen eines Management Buyouts übernehmen die beiden Vorstände Christian Pusch und Erik Wolff zusammen mit dem Stuttgarter Mittelstandsinvestor BWK den LED-Spezialisten aus Baden Württemberg. von Thomas Kletschke

AV-Lösung von ICT (Foto: ICT)

AV-Lösung von ICT (Foto: ICT)

Die ICT AG zählt zu den bedeutenden Medientechnikanbietern in Deutschland und Pionier in neuen Technologien. Das Ingenieursunternehmen von der Schwäbischen Alb ist insbesondere für LED-Technologie und spektakuläre Leuchtturmprojekte auf Messeständen und Ausstellungen bekannt. Auch mit eigens importierten Plasma Videowall Displays setzte man als einer der ersten Anbieter in Europa auf steglose digitale Fläche, lange bevor NEC, Samsung oder LG den Videowall-Markt für sich entdeckten.

Am 13. Oktober 2017 wurde der Kaufvertrag über den Erwerb aller Anteile geschlossen. Die Übertragung der Anteile erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2017. Neue Anteilseigner sind die Vorstände Christian Pusch und Erik Wolff mit je 15% und die BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft aus Stuttgart mit 70%.

Der Vorstand mit Christian Pusch und Erik Wolff bleibt unverändert. Weitere Mitglieder der Geschäftsleitung sind Volker Munderich, Simon Ritter, Jan Christiani, Angelo Roumeliotis und Alexander Bommel.

„Das Management und die Altaktionäre sehen in der BWK den idealen Partner bei der Gestaltung der Unternehmensnachfolge. Es war ausdrücklicher Wille aller Beteiligten, das Unternehmen in eine Gesellschafterstruktur zu überführen, die der Region Stuttgart und damit dem Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig verbunden bleibt.“

Die BWK versteht sich als institutioneller Familiengesellschafter und als Marktführer für langfristige Eigenkapitallösungen für den Mittelstand. Die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft ist neben der ICT auch an Bechtle in Neckarsulm, Mahle Behr in Stuttgart oder Trumpf in Ditzingen beteiligt.

In den letzten drei Jahrzehnten hat die ICT eine große Wandlung unternommen:

  • Die Gründer
    Die von Karl-Wilhelm Beck, Karl Hartmann, Manfred Dolde, Reiner Lutz und Werner Trost im Jahr 1988 gegründete Gesellschaft entwickelte sich schnell zu einer ersten Adresse für innovative Präsentations- und Informationslösungen. Es wurde mit der Split-, Control- und Touchmachine eine Produktfamilie entwickelt, die von der interaktiven Benutzeroberfläche über die Steuerung der Medien bis hin zur Wiedergabe von HDTV und hochauflösenden Computersignalen reichte.
    Es folgte die Flatscreen-Technologie, auch in stegloser Ausführung. Diesen Markt entwickelte die ICT maßgeblich mit. Die wachsende Nachfrage nach LED-Technik führte zu einem eigenen Engineering mit asiatischen Partnern. Mit RedCat als Digital Signage- und smartPerform als interaktive Lösung wurde der Bedarf an Softwareanwendungen gedeckt.
  • Die Nachfolge
    Seit 2013 übergaben die vier Gründer die Verantwortung für das Unternehmen an die Vorstände Christian Pusch und Erik Wolff. Die Positionierung der ICT am Markt wurde geschärft. So konnte die ICT insbesondere im Ertrag wieder stark wachsen. Die Belegschaft wuchs von knapp 110 auf über 180 Mitarbeiter. Das Softwaregeschäft mit smartPerform wurde in die eigene Gesellschaft Immersion7 GmbH ausgegliedert und vollständig verkauft. Zur Fokussierung auf das Messegeschäft und die Systemintegration wurde vor allem auf die Stärkung des LED- und Servicegeschäfts hingearbeitet.
  • Die Zukunft der ICT
    Das Kerngeschäft bilden weiterhin die beiden Geschäftsbereiche Vermietung und Systemlösung. Die Hauptverwaltung bleibt in Kohlberg, wo der Standort sukzessive ausgebaut wird. Hier wird die Entwicklung des Servicegeschäfts vorangetrieben.
    Durch dessen starkes Wachstum hat die Belegschaft bundesweit bereits stark zugenommen. Zu den weiteren Niederlassungen München und Berlin kamen zuletzt Köln, Frankfurt und Hamburg. Ebenfalls im weiteren Ausbau ist der bundesweite Außendienst, der zu weiteren Servicestandorten führt. Damit wird dem steigenden Bedarf nach extrem kurzen Reaktionszeiten entsprochen.
    Das Wachstum wird durch weitere festangestellte Beschäftigte realisiert. Ziel ist es dem Unternehmen zufolge, in den nächsten drei Jahren in Deutschland die marktführende Stellung als Servicedienstleister für Medientechnik zu erlangen.
Von links: Christian Pusch und Erik Wolff bleiben Vorstände der ICT (Foto: ICT)

Von links: Christian Pusch und Erik Wolff bleiben Vorstände der ICT (Foto: ICT)

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