Signage Sunday

Glauben, Fakten und alles dazwischen

- Signage Sunday heute: Gesichertes Wissen, datenbasierte Trend-Annahmen, Aufklärung, der Glaube an den Fortschritt und das Kreuz mit dem Shitstorm waren Themen der vergangenen Woche. von Thomas Kletschke

Kirche in Niederbayern (Foto: invidis)

Kirche in Niederbayern (Foto: invidis)

Signage Sunday berichtet über die kleinen und großen Ereignisse der Digital Signage-Woche. Mit dem neuen Feature blicken wir auch über den Tellerrand hinaus und beleuchten Trends und Drivers jenseits von 16:9-Signage. Signage Sunday heute.

Ströer glaubt an einen neuen Vermarktungs-Ansatz und rückt jetzt die Customer Journey in den Fokus: Als erster der hiesigen Vermarkter will der Digital Hybrid die KPIs KPIs sein lassen und die Aufteilung nach Branchen aufgeben. Stattdessen gibt es sechs bis acht Cluster wie FMCG oder hochpreisige Verbrauchsgüter nach denen man die Customer Journey segmentiert. Für das börsennotierte Unternehmen ist nun der Total Return on Ad Spend das Maß aller Dinge, verriet CMO Robert Bosch in dieser Woche der Horizont. Voraussetzung für die neue Herangehensweise sind auch Daten. „Ströer ist ein Multichannel-Medienhaus mit 74 Millionen Customer Touchpoints. Wir haben in Deutschland mittlerweile rund 30.000 Beacons installiert und – um ein weiteres Beispiel zu nennen – kooperieren sehr erfolgreich mit Otto, dem größter Datenowner im E-Commerce“, so Bosch im Interview mit dem Fachmedium.

Data Center (Foto: Pixabay / Akela999)

Data Center (Foto: Pixabay / Akela999)

Den Glauben verlieren könnte mancher große Werbungtreibende – und vor allem so einige seiner Kunden. Zumindest wenn man den Marktforschern von Gartner Glauben schenken mag. In seinen Trend-Vorhersagen für die Jahre von 2018 bis 2022 spürt Gartner diverse IT-Trends auf. Neben noch mehr AI und extrem viel IoT erwartet die Unternehmen bis 2022 auch ein gesellschaftlicher Trend: Dann nämlich sollen die meisten Menschen in hochentwickelten Volkswirtschaften mehr falsche Informationen konsumieren als richtige, also wahre, Informationen. Die Fake News-Welle bedeutet: „Die Beschleunigung von Inhalten in einem von sozialen Medien dominierten Diskurs stellt für Unternehmen ein echtes Problem dar. Unternehmen müssen nicht nur genau überwachen, was über ihre Marken direkt gesagt wird, sondern auch in welchen Zusammenhängen, um sicherzustellen, dass sie nicht mit Inhalten in Verbindung stehen, die ihren Markenwert beeinträchtigen.“

Fake News( Foto: Pixabay / Wokandapix)

Fake News( Foto: Pixabay / Wokandapix)

Ein Kreuz waren die vergangenen Tage in dieser Hinsicht für Lidl: Grund waren fehlende Kreuze auf Fotos, die auf Produktverpackungen genutzt wurden (teilweise schon schimmelig-alte Stories) sowie ein neues Hackfleisch halb und halb. Letzteres besteht aus Rind plus Pute. Tonnenweise E Mails ergossen sich. Tenor: „Ich will mein Schwein-mit-Rind-Hack zurück.“ Das hatte den Menschen zwar keiner weggenommen – es kommt lediglich eine neue Produktkategorie hinzu; aber: Hauptsache die Filterblase hat wieder was, um sich ihrer selbst zu vergewissern. Die ganze Story gibt es bei Mimikama an dieser Stelle zu lesen, die wie stets über Erlogenes, Halbwahres und Unkorrektes aufklären.

 S-Bahn München mit neuen Stretched Displays(Foto: Neomind/BEG) Neu

S-Bahn München mit neuen Stretched Displays (Foto: Neomind/BEG)

Mehr Licht, diesmal nicht im Sinne der Aufklärung nach Kant, sondern im Wortsinne, ist das Thema bei der S-Bahn in München. Denn Betreiber DB Regio will in den kommenden drei Jahren die Innenräume der 238 Fahrzeuge vom Typ ET 423 umgestalten: mehr Licht und vor allem ein verbesserter Passagierfluss innerhalb der Züge sind die Ziele. Da hat sich die Bahn wohl auch etwas vom Einzelhandel abgeschaut, der Lighting-Konzepte und Laufwegsanalysen samt Heatmaps seit einiger Zeit routiniert einsetzt. Münchens neuer Hauptbahnhof soll übrigens kleiner werden, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Ob mit oder ohne autofreien Vorplatz, und ob dieser dem Passagierfluss nutzen würde – das weiß derzeit übrigens nur der liebe Gott. Aber für heute lassen wir die Kirche mal im Dorf.

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