Blockchain, Cryptocurrency & IoT

Außenwerber und Tech-Konzerne experimentieren mit Blockchain, Sensoren und IoT

- Über 20 internationale Konzerne testen datengetriebene Business-Modelle auf Grundlage von IoT und der Blockchain-Technologie des Start-ups IOTA. Neben der Swisscom, Fujitsu oder der Deutschen Telekom ist auch der Media Owner APG|SGA mit von der Partie. von Thomas Kletschke

Sensorik und Blockchain liefern die Infrastruktur für neue Business-Modelle (Grafik: Pixabay / gerait)

Sensorik und Blockchain liefern die Infrastruktur für neue Business-Modelle (Grafik: Pixabay / gerait)

Dass die Schweiz in puncto Digitalisierung und Hochtechnologie eines der innovativsten europäischen Länder ist, ist bekannt. Neben der besonders schnellen Verbreitungvon schnellen Mobilfunk- und anderen Netzen hat sich das Land auch zu einer frühen Spielwiese für M2M / IoT und später zu einem der Standorte mit hoher FinTech-Dichte entwickelt. Und kein (ernstzunehmendes) FinTech ohne Blockchain.

Nun haben 20 internationale Konzerne aus unterschiedlichen vertikalen Märkten beziehungsweise Industrien einen Proof-of-Concept-Feldversuch in der Schweiz gestartet. Dazu nutzt man die Blockchain-Technologie von IOTA (Akronym für: Internet of Things Application). Das Start-up mit Sitz in Berlin bietet einerseits eine Kryptowährung (IOTA / MIOTA), die von David Sønstebø, Sergey Ivancheglo, Dominik Schiener und Dr. Serguei Popov entwickelt wurde, und deren Fokus derzeit stark auf Business to Business liegt. Zudem liegt ihr eine eigene Blockhain-Technologie zugrunde, die für zahlreiche andere Anwendungen nutzbar ist. IOTA wird von Beobachtern der Cryptocurrency-Szene als eine der vielversprechendsten Lösungen angesehen – zumindest gehört sie in die weltweite Top Ten nach Marktkapitalisierung. Zugleich unterscheidet sie sich von Ansätzen, wie ihn etwa Bitcoin nutzt.

Um Bitcoin-Transaktionen zu verarbeiten, muss ein Verfahren namens „Mining“ stattfinden, bei dem ein Computer ein schwieriges mathematisches Problem löst. Für jedes gelöste Problem wird ein Bitcoin-Block verarbeitet. IOTA dagegen beseitigt die Notwendigkeit dafür, indem es jemanden, der eine Transaktion einreicht, bittet, zwei andere zufällige Transaktionen zu überprüfen. Vorteil des dezentralen Ansatzes, den IOTA „Tangle“ nennt: Es gibt keine Gebühr für Transaktionen und je mehr Leute IOTA benutzen, desto schneller wird das Netzwerk. IOTA-Mitgründer Sønstebø bezeichnete das Verfahren gegenüber dem Manager Magazin deshalb als „Blockchain ohne Block und ohne Chain“.

Die zum weltgrößten Außenwerber JCDEcaux gehörende APG|SGA aus der Schweiz ist jetzt Teil einer Gruppe von weltweit über zwanzig Unternehmen – darunter Bosch, Deutsche Telekom, Fujitsu und Philips – die zusammen mit IOTA datengetriebene Business-Modelle entwickeln. Auch Volkswagen, Cisco oder Samsung sind Partner von IOTA. Das Proof of Concept stellt im Internet of Things (IoT) Daten aus dem öffentlichen Raum auf dem IOTA Daten-Marktplatz zur Verfügung.

APG|SGA Interaction führt dazu einen Test-Case im Bereich Smartcity durch. Dazu wurden in der gesamten Schweiz zehn Sensoren an Werbeträgern der APG|SGA installiert, um die Werte Temperatur, CO2, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck messen zu können. Die Sensoren sind über das LoRa-Netzwerk der Swisscom mit dem Internet verbunden und liefern regelmäßig Daten an den APG|SGA-Server. Das Swisscom Low Power Network  – ein LPWAN (Low Power Wide Area Network) – ist ein komplementäres Netzwerk, das auf dem offenen Industriestandard LoRaWAN basiert. Es ist speziell für IoT-Anwendungen geschaffen, die kleine Datenmengen versenden. Im Spätsommer 2017 hatte Swisscom bekanntgegeben, schweizweit ein Netz aus allein 300 Sensoren zur Messung von CO2 aufbauen zu wollen.

Ziel des Proof of Concepts mit dem Außenwerber ist, diese Daten interessierten Forschungseinrichtungen, Städten oder Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Langfristig sollen die Sensordaten über den Marktplatz auch kommerzialisiert werden. Bei einem erfolgreichen Test will APG|SGA Interaction das Netz an Sensoren weiter ausbauen und Städte und Gemeinden als Technologie-Partner im Bereich Smartcity unterstützen.

Dies ist nur eine der Möglichkeiten, Digital Signage oder Digital-out-of-Home und Kryptowährungen sowie Blockhain zu kombinieren. Mehr zu diesem spannenden Aspekt erfahren Sie beim Digital Signage Summit (DSS) ISE – im dritten Teil der Konferenz, der sich mit dem Themenkomplex Zusatzgeschäft (Complementing) beschäftigt.

Ein Sensor wie dieser wird zum Einsatz kommen (Foto: APG|SGA)

Ein Sensor wie dieser wird zum Einsatz kommen (Foto: APG|SGA)

Die Sensor-Daten werden im Marktplatz zur Verfügung gestellt (Grafik: APG|SGA)

Die Sensor-Daten werden im Marktplatz zur Verfügung gestellt (Grafik: APG|SGA)

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