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Im Stellarium Erkrath leuchten die Sterne bald noch heller

- Zehn Jahre nach dem Update auf digitale Projektionstechnologien installiert das Planetarium in Erkrath-Hochdahl eine neue Lösung. Ab März sind die Bilder in der 200º Kuppel mit 50% höherer Auflösung zu bestaunen. Neue Software, Rechner und Projektoren erlauben spektakuläre Trips durchs All. von Thomas Kletschke

Kuppel des Stellariums in Erkrath (Foto: Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl)

Kuppel des Stellariums in Erkrath (Foto: Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl)

Erkrath-Hochdahl ist nicht gerade der Nabel der Welt – doch die zu Erkrath gehörende Ortschaft mit rund 28.000 Einwohnern war schon immer special: Im nahen Neandertal wurden die Überreste unserer gleichnamigen Verwandten gefunden.

Hochdahl darf sich aber auch rühmen, im Jahr 1970 als erster Ort auf europäischem Boden echtes Mondgestein ausgestellt zu haben – in einem der drei Gebäude der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl, die aus einem Schulungszentrum, der eigentlichen Sternwarte und dem 1980 eröffneten, im Bürgerhaus gelegenen, Planetarium besteht.

Bislang eingesetz t– Projektor und Steuerpult mit dem Ergebnis auf derLeinwand (Fotos: (Foto: Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl))

Bislang eingesetzt – Projektor und Steuerpult mit dem Ergebnis auf der Leinwand (Fotos: Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl)

Das nutzt seit 2008 digitale Projektionstechnologien mit 6x Full HD-Projektoren und der zugehörigen Hard- und Software des auf Planetarien spezialisierten, weltweit tätigen Dienstleisters Sky Skan. Das Stellarium Erkrath war damit das erste von insgesamt acht Planetarien in NRW und eines der ersten in Deutschland, dem diese Technik zur Verfügung stand.

Bespielt wird damit eine 200º Kuppel mit 10 m Durchmesser, die um 10º nach vorne geneigt ist. Zum Installations-Zeitraum in Deutschland – und wohl auch europaweit – einmalig in der Konstruktion.

Bald wird der Sternenhimmel hier noch heller und klarer zu sehen sein (Foto: Norxe)

Bald wird der Sternenhimmel hier noch heller und klarer zu sehen sein (Foto: Norxe)

Mitte Februar 2018 wird die im Inneren der Kuppel verwendete Projektionstechnologie noch weiter verfeinert: Sie wird durch ein neues Set-up ersetzt, bei dem erstmals Projektoren des norwegischen Herstellers Norxe zum Einsatz kommen. Neben der Anzahl der Projektoren (fünf statt sechs, anderes Bildverhältnis) ändert sich noch so einiges.

Bislang installiert ist diese Lösung:

  • 6x Full HD Projektoren (1.920 p x 1.080p, 16:9) HD 100 von JVC
  • Software Digital Sky 2.0 von Sky Skan; Real Time Darstellung über virtuelle Knöpfe frei navigierbar. Mit dem System können Fahrten durchs All unternommen werden, frei und aus verschiedenen Perspektiven.

Ab Anfang März sorgt diese Konfiguration für Staunen und glänzende Augen:

  • 5x WQXGA Projektoren (2.560p x 1.600p, 16:10) des Typs Norxe P1. Die Single Chip DLP LED-Projektoren verfügen laut Hersteller über die hellste Lichtquelle bei Projektoren dieser Bauart am Markt und arbeiten ohne Phosphor Wheels und ohne Farbräder, wie sie in Laser-Phosphor-Projektoren üblich sind. Je nach Nutzung werden bei dieser Auflösung 2.500 Lumen (RGB Mode) oder 3.900 Lumen (Brightness Mode) erreicht.
  • Durch die höhere Auflösung stehen statt bislang 8 Millionen Pixeln künftig 50% mehr Pixel zur Verfügung, insgesamt etwa 12 Millionen Pixel.
  • Neuer Rechner-Cluster mit noch leistungsstärkeren CPUs und GPUs.
  • Neue Planetariums-Kontrollsoftware Dark Matter von Sky Skan; gleiche Funktionen wie ihr Vorgänger plus zusätzliche Features und wesentlich schnellere und komplexere Renderings. Volumetrische Objekte werden wesentlich besser darstellbar. So kann der Lichteinfall durch einen Gasnebel viel detaillierter abgebildet werden oder das sich Herumbewegen um ein Modell der Milchstraße. Die genutzte Spezialsoftware ist quasi ein kompletter Weltraum-Simulator mit einer großen Datenbank dahinter. Modelle von Raumsonden wie der ISS können innen wie außen erkundet werden, auch die Voyager-Sonden (Leider fehlt: V’Ger – da fiktional)
Norxes P1 ist Teil der neuen Installation (Foto: Norxe)

Norxes P1 ist Teil der neuen Installation (Foto: Norxe)

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