LED Signage

Deshalb sind billige Screens doppelt schlecht

- Derzeit macht mal wieder ein Video die Runde, das das beste Verkaufsargument für Qualitäts-Screens ist: Zu sehen ist auf dem in einem asiatischen Land aufgenommenen Handy-Film ein an einer Hochhausausfassade angebrachter LED-Screen, der Feuer fängt. von Thomas Kletschke

Gibt es ein besseres Argument für die richtige Auswahl beim Kauf eines LED Screens? (Screenshot: invidis)

Gibt es ein besseres Argument für die richtige Auswahl beim Kauf eines LED-Screens? (Screenshot: invidis)

Dieser Screen ist wirklich end of life: Auf einem zehnsekündigen Video ist zu sehen, wie ein an den unteren Stockwerken eines Hochhauses angebrachte großer LED-Screen Feuer fängt. Flammen schlagen aus der linken oberen Ecke, schwarze Rauchschwaden sind zu sehen. Das offenbar in einem asiatischen Land – möglicherweise China aufgenommene Smartphone-Video wird derzeit bei LinkedIn geteilt und kommentiert. Wann genau die Aufnahme gemacht wurde, ist nicht ersichtlich.

Das Gebäude selbst könnte ein Bürohochhaus oder ein Hotel sein – jedenfalls ein Gebäude von dem man annehmen darf, dass hier täglich viele Menschen ein- und ausgehen. Anhand des kurzen Films kann man nicht beurteilen, ob der Brand schnell gelöscht wird, von alleine ausgeht oder ob sich ein großer Brand daraus entwickelt hat. Ersichtlich ist auch nicht, ob durch Rauchentwicklung oder andere Folgen des Brandes Menschen zu Schaden gekommen sind – wir hoffen natürlich, dass das Ganze glimpflich abgelaufen ist und es keine Verletzten gab.

Außenwerbeanlagen die Feuer fangen – das kam auch schon in deutschen Großstädten vor. Allerdings handelte es sich dabei um Neon-Reklamen, wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr München auf Anfrage mitteilt. Von brennenden LED-Screens in Innen- oder Außenbereichen ist dort nichts bekannt, in einem Gebiet in dem gut 1,5 Millionen Menschen leben, und das mehr als 310 km² groß ist (Zahlen: Jahresbericht 2016 der Feuerwehr München). Auch in dem 404,9 km² großen Gebiet, das die Berufsfeuerwehr Köln betreut, und in dem etwa 1,06 Mio. Menschen leben, sei der Feuerwehr kein brennender LED-Screen bekannt, erklärt deren Sprecher auf Nachfrage (Zahlen: Jahresbericht 2016 der Feuerwehr Köln). In der Stadt am Rhein erinnert man sich allerdings ebenfalls noch an Einsätze, die durch in Brand geratene Neon-Reklamen hervorgerufen wurden.

LED-Screens sind also mindestens so sicher wie die inzwischen eher in Museen anzutreffenden Neon-Werbemittel. Brenzlig wird’s aber dann, wenn Billigst-Ware zur Anwendung kommt, bei der es dann lodert – bedingt durch Konstruktion und / oder fehlender Einhaltung von allgemeinen Sicherheitsnormen oder gar Fälschung on Sicherheitszertifikaten.

In der kommenden Woche startet die ISE 2018. Auf der Branchenmesse in Amsterdam haben Einkäufer die Gelegenheit, mit bestehenden Lieferanten oder potenziellen neuen Geschäftspartner auch über Qualität und Normen zu diskutieren. Die Hersteller wiederum haben ein gutes weiteres Argument, wenn sie darauf hinweisen, dass die von ihnen vorselektierten Bauteile oder von ihnen kontrollierten Partner aus der Lieferkette zwar nicht billig sind – aber sicher.

Ein Billig-Screen wie der oben abgebildete ist eben doppelt schlecht: Ersetzt werden muss er sowieso. Hinzu kommen die immensen Kosten, die durch Schäden an Gebäuden oder Gesundheit entstehen. Image-Schäden sind da nicht mal eingerechnet.

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