Technologie & Finanzierung

Besser Zugang zum Kapitalmarkt für Tech-Firmen

- Wenn KMUs weiter wachsen wollen, ist der Kapitalbedarf groß. Ein Börsen-Listing kann dann sinnvoll sein. Die Börse Euronext fördert nun neu notierte Tech-Firmen mit einer Investorenzugangs-Initiative namens „Trade & Leverage“. Besonders Firmen aus Deutschland und der Schweiz sollen davon profitieren. von Thomas Kletschke

Eine Investoren-Zugangsinitiative soll frisch notierten Tech-Firmen helfen (Foto: Pixabay / StockSnap)

Eine Investoren-Zugangsinitiative soll frisch notierten Tech-Firmen helfen (Foto: Pixabay / StockSnap)

Nach Gründungskrediten und einer Phase des ersten Wachstums entwickelt sich manches Start up zum Mittelständler. Dann fangen die Probleme erst richtig an: Größere Räumlichkeiten werden gesucht, zusätzliches Personal muss eingestellt werden. Hinzu kommen weitere Investitionen in Software, Maschinen oder Technologie. Oftmals sagt die Hausbank dann: „Nein, danke.“

Neben der Möglichkeit, Venture Capital einzuwerben oder sich von einem Konzern kaufen zu lassen, wäre bei einem gut funktionierenden Geschäftsmodell auch ein Listing an einer Börse denkbar. Letzteres bringt zumeist hohen Aufwand mit sich: Umwandlung der Gesellschaftsform, weitere Publizitätspflichten und vor allem die Entscheidung, wo und wie man sich am Kapitalmarkt positionieren möchte, stehen dann irgendwann an. Darüber kann man das Tagesgeschäft fast schon mal vergessen.

Diese Hürden will der Börsenbetreiber Euronext abmildern. Euronext ist eine übergreifende Börse, die Börsenplätze in Belgien, Frankreich, Niederlande, Portugal und Großbritannien umfasst. Mit über 1.300 Emittenten, einer Marktkapitalisierung von insgesamt über 3,5 Billionen Euro und einem Handelsvolumen von 2,2 Bio. EUR seit Januar 2016 stellt Euronext nach eigenen Angaben den größten Liquiditäts-Pool in Europa dar. Derzeit sind mehr als 330 Tech-Unternehmen bei Euronext gelistet.

Letztes Jahr startete Euronext seine Initiative EU Tech Hub. Der Name ist etwas irritierend, da es sich nicht um ein offizielles Förderprogramm der Europäischen Union handelt, sondern um eine Initiative von Euronext. Teil von EU Tech Hub ist „Trade & Leverage“. Das Programm wendet sich insbesondere an deutsche, italienische, spanische und schweizerische Technologiefirmen, die neu an der Euronext notiert sind.

Nach deren Börsennotierung profitieren diese Unternehmen während eines Zeitraums von zwei Jahren von Anlegerdienstleistungen wie Aktienanalyse, Investorenveranstaltungen und Lösungen im Bereich der Anlegerbeziehungen. Dazu arbeitet Euronext mit mehreren nationalen Partnern zusammen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind dies Baader Helvea sowie Sphene Capital.

Diese Anbieter verfügen laut Euronext über hohe Fachkompetenz und einen starken Leistungsnachweis und begleiteten bereits mehrere europäische Technologie-KMU erfolgreich im Bereich Investor Relations. Zusätzlich wird Euronext den KMU ebenfalls ein Unternehmensservice (Euronext Corporate Services) mit IR-Lösungen und Beratungsdiensten anbieten. Firmen, die für das Programm infrage kommen, können mit einem oder mehreren dieser Partner zusammenarbeiten.

Börsennotierte Unternehmen, die mittels dieses Programms in ihre Investor Relations investieren, werden außerdem von Euronext belohnt, teilte Euronext weiter mit. Dabei komme die Hälfte des Ertrags, den Euronext aus dem Handel mit diesen Aktien erwirtschaftet, den Emittenten zugute.

An dieser Stelle geht es zum EU Tech Hub von Euronext. Unter diesem Link sind die Ansprechpartner für Deutschland zu finden; den Kontakt für Unternehmen aus der Schweiz finden Sie hier.

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