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Displayindustrie

Loewe erneut im Insolvenzverfahren

Der deutsche TV-Hersteller Loewe ist erneut in Schieflage geraten. Deshalb will das Unternehmen nun erneut mit einer Insolvenz in Eigenverantwortung gegensteuern.
Kapital, Symbolbild (Foto: Pixabay / geralt)
Kapital, Symbolbild (Foto: Pixabay / geralt)

Der 1923 gegründete Hersteller Loewe war bereits vor wenigen Jahren in starke Turbulenzen geraten. Das Unternehmen suchte spätestens 2013 die Hilfe von außen. Durch Kooperationen und die schlussendlich erfolgreiche Suche nach einem neuen Eigner – Stargate Capital – wurde Loewe im Frühjahr 2014 gerettet.

Doch erneut macht der Markt für Luxus-TVs dem Unternehmen aus dem bayerischen Kronach zu schaffen. „Unser relevantes Marktsegment in der gehobenen Preisklasse ist im laufenden Quartal um 20% rückläufig. Wir haben uns deshalb entschlossen, auf diesem Weg die weitere Sanierung von Loewe im Rahmen unseres Zukunftskonzeptes zu forcieren“, so das Unternehmen jetzt.

Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Die unternehmerische Verantwortung bleibt in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Die Geschäftsführung wird dabei von Reiner Denzler (Kanzlei DDHW) und Dr. Sebastian Braun (Rechtsanwälte Reinhart Kober Großkinsky) unterstützt. Die Eigenverwaltung ist immer dann möglich, wenn Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. „Der Geschäftsbetrieb von Loewe geht während der Sanierung ohne Einschränkungen weiter“, erklärt Ralf Vogt, Vorsitzender der Geschäftsführung.

In den letzten Jahren hatte Loewe seinen Umsatz steigern können. Im Jahr 2017 schlug ein Verlust von 4,5 Millionen Euro zu Buche.

Das Unternehmen könne alle Kundenaufträge planmäßig erfüllen und werde auch Lieferantenverbindlichkeiten begleichen, die während des Verfahrens entstehen, so die Firma weiter. Die Löhne und Gehälter der gut 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien in der Sanierungsphase gesichert.

Zum vorläufigen Sachwalter hat das Gericht Rechtsanwalt Rüdiger Weiß von der bundesweit auf Unternehmenssanierung spezialisierten Kanzlei Wallner Weiß bestellt. Er überwacht den Sanierungsprozess im Interesse der Gläubiger.

„Das Loewe Management ist erst vor wenigen Wochen angetreten, die Marke und das gesamte Unternehmen wieder erfolgreich zu machen“, sagt Ralf Vogt. „Wir mussten jetzt erkennen, dass dies schneller und konsequenter geschehen muss, als wir das noch zum Jahresbeginn angenommen hatten. An den Eckpfeilern unseres Zukunftskonzeptes ändert sich dabei nichts.“

Loewe wolle sich zum System-Anbieter für Technologien im vernetzten Home Entertainment wandeln und so erfolgreich sein. Neben TV (Hisense und LG Display sind Partner, letztere etwa bei OLEDS) soll zudem auch die Audio-Kompetenz gestärkt werden.

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