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Digitalisierung & Handel

Data Analytics für's Dorf

Omnichannel schön und gut – aber wie können Händler in kleinen Kommunen die Digitalisierung nutzen? Eine kleine Kommune in NRW zeigt, was und wie es geht.
Ausser dem hier abgebildeten Biggesee und der Atta-Höhle hatte Attendorn bislang wenig zu bieten bis jetzt. Nun ist DALES gestartet (Foto: Pixabay / mastermind76)
Ausser dem hier abgebildeten Biggesee und der Atta-Höhle hatte Attendorn bislang wenig zu bieten bis jetzt. Nun ist DALES gestartet (Foto: Pixabay / mastermind76)

Attendorn ist nicht gerade der Nabel der Welt, sondern eine „mittlere, kreisangehörige Stadt“. Zu Deutsch: 25.000 Einwohner wohnen in der zum Kreis Olpe gehörenden Stadt im Süden des Sauerlands.

Zugleich ist Attendorn aber vorne dabei, wenn es darum geht, Standortnachteile zu analysieren und dann in ihr Gegenteil zu verwandeln.

Im Herbst 2015 starteten 25 lokal ansässige Handeltreibende das Projekt „Attendorner Webkaufhaus“, das man gemeinsam mit Atalanda startete – als erste Kommune dieser Größe.

Jetzt gehen die Sauerländer einen großen Schritt weiter, mit DALES, einem vom Bundesland Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt, das auf 2 Jahre angelegt ist. Das Kürzel DALES steht für „Data Analytics für den lokalen Einzelhandel in einer zukünftigen Smart City“. Gemeinsam mit dem Forschungskolleg der Uni Siegen (FoKoS), der örtlichen IHK und dem Daten-Analyse-Unternehmen Statmath setzt die Hansestadt Attendorn das Projekt jetzt um.

Ziel des Forschungsprojekts ist es herauszufinden, ob heimische Händler einen Wettbewerbsvorteil erzielen können, wenn sie die lokal vorhandenen Daten datenschutzkonform auswerten und so ihr ortsspezifisches Wissen erweitern. Kassendaten können beispielsweise mit dem Veranstaltungskalender der Kommune oder den Metadaten des City-WLANs bei der Auswertung kombiniert werden.

Je detailreicher die Informationen über das Kundenverhalten sind, desto effizienter können Marketing-, Platzierungs- oder Personaleinsatzplanungen durchgeführt werden. Aggregiert man dieses verbesserte Wissen von einzelnen Händlern, lassen sich möglicherweise Potenziale für die Stärkung eines gesamten Standortes erkennen.

Seit Ende dieser Woche wird es konkret: Genutzt werden frei zugängliche Freifunk-Daten. Damit wird eruiert, wie viele Menschen sich wann an einem der 37 Freifunk-Sender in der Stadt eingeloggt haben. Weitere genutzte Data Feeds sind Social Media, Wetterdaten, der lokale Veranstaltungskalender der Stadt sowie Daten von Kassensystemen.