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Opern-Collage "aus LICHT" – 15 Stunden Stockhausen

An 3 Tagen führte die Niederländische Nationaloper die 15-stündige Opern-Collage "aus LICHT" auf. Auch neue AV-Medien-Technologie hatte Premiere. Mit Videos.
Szene mit Orchesterfinalisten am dritten Tag der Aufführung (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)
Szene mit Orchesterfinalisten am dritten Tag der Aufführung (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)

Der 2007 verstorbene deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen („Papa Techno“) ist nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten des 20 Jahrhunderts und Pionier elektronischer Musik, sondern auch besonders schwer zu spielen – besonders dann, wenn man als Violonistin im fliegenden Helikopter sein Instrument live zu spielen hat. Zum umfassenden Werk gehört auch das Opus „Licht“, eine zwischen 1977 und 2005 entstandene Heptalogie aus 7 einzelnen Opern, die jeweils nach den Wochentagen benannt sind.

Preludium

De Nationale Opera, die Niederländische Nationaloper, und das Koninklijk Conservatorium Den Haag haben sich in Zusammenarbeit mit der Stockhausen-Stiftung für Musik und dem Holland Festival des Monumentalwerks angenommen. Zwischen Mai und Juni 2019 wurde in Amsterdam innerhalb von 3 Tagen die 15-stündige Adaption „aus LICHT“ aufgeführt, die wesentliche Teile des Zyklus beinhaltet.

Auch neue Medienserver und AV-Technologie hatten dabei in der Nationaloper ihre Premiere. Für AV-Verteilung, -Verarbeitung und -Verwaltung entschied sich das Opernhaus, das zu den Top 5 weltweit zählt und seine Produktionen auch an anderen renommierten Bühnenhäusern zeigt, für eine Kombination aus Christie Pandoras Box und Christie Terra.

Die Zuschauer im Amsterdamer Gashouder, einer ehemaligen Industriehalle, die jetzt als Event-Location dient, konnten bei den 3 Aufführungen mit einer Gesamtdauer von rund 15 Stunden einige der Höhepunkte aus den 7 nach Wochentagen benannten Opern des Künstlers erleben. Noch nie zuvor in der Geschichte wurden derart umfangreiche Teile des über Jahrzehnte entstandenen Opernzyklus „Licht, Die sieben Tage der Woche“ aufgeführt. Wie das unten eingebettete „Behind the Scenes“ Video zeigt, bedurfte es einer Vorbereitung von insgesamt 2 Jahren. Auf dem YouTube Channel der Niederländischen Nationaloper sind weitere Videos der Aufführung zu sehen, die weltweit für Aufsehen sorgte.

"Mädchenprozession mit Wiedergeburt" (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)
„Mädchenprozession mit Wiedergeburt“ (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)

1. Akt: Installation

2 Pandoras Box Manager und 2 Pandoras Box Quad Server lieferten Quellsignale zu den Christie Terra Transmittern, die gemeinsam mit den weiteren Terra AV Systemen über den niederländischen Christie Partner  Rolight bezogen wurden. 4 Terra Receiver wurden jeweils für die 4 LED-Wände, 4 weitere für die Preview der AV-Signale und die Broadcast-Feeds verwendet. Das über ein 10G Ethernet Switch und einem Terra Controller betriebene System wurde zur Konfiguration und Signalsteuerung eingesetzt.

Aufgezeichnet wurde die Großproduktion, die sich zum Ziel gesetzt hatte, das gesamte Klanguniversum von Stockhausens Mega-Oper wiederzugeben, mit 3 Wireless-Kameras in der Halle, 6 Remote-Kameras, 2 Wireless-Kameras außen und 4 Kameras in 4 Helikoptern. Alle Einspielungen gingen direkt an die Pandoras Box Server und einen Bildmischer, mit dem man über die Server die Möglichkeit hatte, einige Szenen direkt umzuschalten.

Im Rahmen der Aufführungen wurden auf den 4 Videowänden sowohl vorproduziertes Videomaterial auch Live Feeds mit vielen verschiedenen Effekten, darunter ein von Michael Hantelmann (Hantmade) konzipierter LUT Shader für das Color-Grading gezeigt. Jede Videowand verfügte über eine native Auflösung von 1.280 x 768 p, wobei der Content sowie alle Live-Einspieler im Format 1080p/50 produziert wurden.

"Michaels Reise um die Erde" (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)
„Michaels Reise um die Erde“ (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)

2. Akt – Kreatives Gefrickel

Das Christie Terra-System basiert auf SDVoE-Technologie und wurde so gestaltet, dass es die Verteilung, Verarbeitung und Verwaltung von AV-Signalen über 10-Gigabit-Ethernet-Komponenten nicht nur vereinfacht, sondern erweiterte und optimierte Möglichkeiten bei der Gestaltung von AV-Workflows schafft. Pieter Huijgen, Leiter Licht, Video und Bühnentechnik an der Niederländischen Nationaloper erläutert: „Wir waren begeistert von der Flexibilität des Systems, die Möglichkeit der Backup-Quellen Programmierung und Möglichkeiten und den Multiview-Fähigkeiten.“

Im Zusammenspiel mit Christie Pandoras Box wurden die Terra-Stärken voll ausgespielt und sorgten durchgehend für qualitativ einwandfreie Inhalte ohne Pixelverluste. „Die Möglichkeit, während der Probe zu programmieren, ohne in der Sequenz springen zu müssen, oder in einem zweiten System ‚blind‘ programmieren zu müssen, hat die Arbeit erheblich erleichtert“, so Huijgen. Zudem war es enorm hilfreich eigene Interfaces im Widget Designer kreieren zu können, um die im Gashouder verteilten SDI-Signale über den 40×40 SDI Router zu den 8 3G-SDI Inputs auf den Pandoras Box Servern routen zu können. Widget Designer in Kombination mit speziellen I/O Boxen lieferten Tally-Signale an jede Kamera, ganz gleich ob sie aktuell über den Bildmischer geschaltet oder über die Pandoras Box Sequenz programmiert waren.

3. Akt – Oper übernimmt

Das dreitägige Bühnenprogramm konnte nicht nur Kritiker und Fans überzeugen, auch das Equipment stellte sich als die richtige Wahl heraus. Nach dem Projekt wurde das Equipment im Opernhaus installiert und das Terra System kommt als Standard-Lösung für die AV-Distribution zum Einsatz. Dabei übernimmt es die Signalübertragung für AV Inhalte an verschiedenen Foyer-Standorten.

Vorankündigung des Projekts durch das Holland Festival, Ende 2016

Making of-Video der Oper aus dem Mai 2019

"Invasion-Explosion mit Abschied" (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)
„Invasion-Explosion mit Abschied“ (Foto: Ruth & Martin Walz / Dutch National Opera)