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Videomapping

Mensch und Maschine als Symbiose

Bei der "VIVID Grand Show" im Berliner Friedrichstadt-Palast rücken Mensch und Technologie zusammen – im doppelten Sinne.
Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens zeigt der Friedrichstadt-Palast eine Mensch-Maschine-Revue ( Foto: Bernd Brundert)
Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens zeigt der Friedrichstadt-Palast eine Mensch-Maschine-Revue ( Foto: Bernd Brundert)

„VIVID Grand Show“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, das vom Vater getrennt und in eine Androidin verwandelt wird. Obwohl sie fremdgesteuert ihr Dasein fristet, ist ihr Freiheitsdrang stärker: Sie bricht aus und entdeckt die Welt neu.

Um diese Story spannend zu erzählen, bringen die Macher Mensch und Maschine so nah es geht zueinander, auch in Bezug auf die Relation zwischen Publikum und Technologie.

„VIVID Grand Show ist eine der technisch anspruchsvollsten Shows, die je am Friedrichstadt-Palast aufgeführt wurden“, beschreibt es Franz-Josef Münzenbrock, Technischer Direktor des renommierten Berliner Showtheaters Friedrichstadt-Palast, das die größte Theaterbühne der Welt beherbergt. Für die technisch perfekte Umsetzung der Videoabläufe bei der aktuellen Produktion sorgt die Hard- und Software der Christie Pandoras Box.

Anders als bei Musicals soll sich der Inhalt bei Revueshows dem Zuschauer allein aufgrund einer bildlichen Erzählweise erschließen. Der vom Studio Maxin10sity entworfene Content setzt daher auf eine starke, kontrastreiche Bildsprache: Die verschiedenen Bühnenbilder zeigen die unterschiedlichen Orte, die R’eye – so der Name der Protagonistin – auf ihrer Reise entdeckt.

Hierfür spielte das Kreativteam mit immersiven Projektionen und Mappings. Genutzt wurden Lösungen von Christie. Für die Programmierung der Videoshow, die Mediensteuerung und die Zuspielung des Videocontents setzte Dienstleister loop light auf 5x Christie Pandoras Box QuadServer, 2x Christie Pandoras Box Quad Player, 2x Christie Pandoras Box Manager sowie Christie Pandoras Box Widget Designer zum Schalten der Backups und Kreuzschiene, wobei das komplette System redundant ausgelegt war.

Im Saal befinden sich über den Zuschauerrängen die Technikräume: Unter anderem die Lichtregie und daneben der Bildwerfer-Raum mit den Servern. Von dort aus werden unter anderem Aufprojektionen gesteuert. Im harten Show-Alltag setzt man sogar auch auf Retro Tech: Denn in der Lichtregie wird sogar noch das Original-Schaltpult aus dem Jahre 1984 für hausinterne Zwecke genutzt.

Die "VIVID Grand Show" nutzt immersive AV-Technologien und bedurfte einer exakten Vorbereitung (Foto: loop light)
Die „VIVID Grand Show“ nutzt immersive AV-Technologien und bedurfte einer exakten Vorbereitung (Foto: loop light)

Christopher „Fletch“ Flügel, der das Projekt von Seiten loop light betreute, erläutert: „Wir haben die Kollegen vor Ort geschult und bei der Einrichtung des Systems unterstützt.“ Zudem habe man das hochauflösende 3D-Mapping auf die verschiedenen Strukturen der Bühne und der Außenbereiche erstellt, die über 24 Projektoren ausgespielt werden.

Damit die perfekte Illusion beim Videomapping gelingt, musste die Position der Projektoren im Raum mit einem 3D-Laser vermessen und dann exakt im 3D-Raum von Pandoras Box positioniert werden. „Alle Strukturen haben 3D-Objekte, die ebenfalls exakt im 3D-Raum von Pandoras Box positioniert wurden“, so Flügel.

Eines der Highlights der Show stellt eine Videoprojektion auf eine Scheibe am Boden dar, die sich dann in einem 30° Winkel aufstellt. Durch die exakte Vermessung im 3D-Raum und der Platzierung des 3D-Objekts konnte das Mapping beim Heben und Senken der Scheibe animiert werden.

Der Zuschauerraum während einer Probe (Foto: Christie / Winiarski)
Der Zuschauerraum während einer Probe (Foto: Christie / Winiarski)

In einer Showszene sollte eine Art „Tracking-Effekt“ auf von Tänzern bewegte Flächen erzielt werden. Dabei wurden die Effekte – entgegen der sonst per Lichtpult gesteuerten Show – direkt auf die Timeline programmiert, ohne dass ein eigentliches Trackingsystem im Einsatz war. Flügel: „Auch hier funktionierte die Symbiose zwischen Mensch und Maschine super, die Tänzer waren einfach spitze.“

Seine volle Stärke konnte Pandoras Box besonders beim Warpen der Bilder ausspielen. So sollte für das Warpen eines Gesichts zunächst ein anderer Medienserver zum Einsatz kommen. Dieser konnte das Objekt jedoch nicht artefakt-frei ausspielen. Daher habe man nun auch für dieses Showelement den Pandoras Box Quad Server im Einsatz.

Christie Pandoras Box konnte bei der aktuellen „VIVID Grand Show“ am Berliner Friedrichstadt-Palast – der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert – als hochperformante Komplettlösung und Schnittstelle zwischen Projektion, Bildcompositing und Mediensteuerung überzeugen.

Christopher Flügel zeigt sich zufrieden: „Sowohl die Zusammenarbeit mit dem Team vor Ort als auch die technische Umsetzung der gesamten Show haben sehr gut funktioniert.“

Auch Franz-Josef Münzenbrock zieht ein positives Resümee: „Wir versuchen bei unseren Shows immer aktuelle und innovative Technik zu benutzen. Auch diesmal ist unserem Team das wieder sehr gut gelungen; die Fehlerquote war wie immer sehr gering.“

Zum Jubiläum hat sich das Traditionshaus daher mit der neuen Show selbst das schönste Geschenk gemacht. Bis ins nächste Jahr können die Besucher das Spektakel noch in Berlin erleben.

"VIVID Grand Show" bringt Androiden und Menschen zum Tanzen und, na klar: in die ein oder andere veritable Kickline (Foto: Brinkhoff/Moegenburg)
„VIVID Grand Show“ bringt Androiden und Menschen zum Tanzen und, na klar: in die ein oder andere veritable Kickline (Foto: Brinkhoff/Moegenburg)