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Luxus-Storytelling

Das Ende der Mega-Screens

Immersion funktioniert nicht mehr nur über große Screens. Der Trend hatte bereits seinen Höhepunkt in der Eröffnung der Las Vegas Sphere. Jetzt denken sich Brands alternative Wege des digitalen Storytellings. BMW und Stella McCartney zeigen den Weg.
Sind große Videowände immer noch DAS Medium für digitales Storytelling? Ein Stack unterschiedlich großer Displays waren die bessere Wahl für Stella McCartney (Foto: Sophie Stafford)
Sind große Videowände immer noch DAS Medium für digitales Storytelling? Ein Stack unterschiedlich großer Displays waren die bessere Wahl für Stella McCartney (Foto: Sophie Stafford)

Der Trend zur Nachhaltigkeit verändert die Art und Weise, wie Brands Storytelling betreiben. Das war vor zwei Wochen auf der Pariser Fashion Week zu sehen. Für ihre Laufsteg-Shows setzen einzelne Designer immer mal wieder Digital Signage ein. Wenn man aus der Digital Signage-Branche kommt, denkt man automatisch an große LED-Wände als Kulisse für die neuesten Ready-to-Wear-Stücke. Von LED allerdings war auf den Laufstegen keine Spur. Stattdessen entdeckte die britische Designerin Stella McCartney eine viel subtilere Art des digitalen Storytellings.

Stella McCartney nutzte eine Komposition aus unterschiedlich großen LCD-Displays, um „eine Botschaft von Mutter Erde“ zu vermitteln, die ihre auf nachhaltig beschafften Materialien basierende Kollektion aussenden soll.

Nachhaltigkeit – das ist die Botschaft, die Brands heutzutage vermitteln wollen. Vor allem Luxusbrands, die als vorausschauend und zukunftsorientiert gelten. Eine nachhaltige Botschaft und nachhaltiges Storytelling ist für dieses Image unerlässlich. Tragen große LED-Wände wirklich zu dieser Botschaft bei? Vielleicht – aber nur, wenn sie auf die richtige Weise integriert werden. Denn digitales Storytelling ist im Wandel. Es wird weniger „in your face“ und komplexer, wie das Beispiel von Stella McCartney zeigt.

Das soll nicht heißen, dass große LED-Wände der Vergangenheit angehören. Was aber passé ist, ist die zwingende Notwendigkeit, sie überall zu platzieren. Die meisten Digital Signage-Integratoren, mit denen wir sprechen, machen ähnliche Erfahrungen. Einige Branchen und Regionen, wie der Nahe Osten, sind immer noch große Fans von Mega-LEDs. Nita Odedra vom Dubai-ansässigen Integrator Blue Rhine Industries zum Beispiel spricht immer wieder von der großen Nachfrage nach immersiven Multimedia-Installationen.

Betrachtet man jedoch Pop-Culture im Allgemeinen, so braucht man nicht mehr unbedingt überwältigend große und helle Screens, um ein Gefühl der Immersion zu erzeugen. Vielleicht hat dieser Trend seinen Höhepunkt bereits mit der Eröffnung der Las Vegas Sphere im vergangenen Jahr seinen Höhepunkt erreicht.

In der Zwischenzeit werden energie-effiziente Technologien von Tag zu Tag schicker. Der slowenische Hersteller von E-Paper-Displays, Visionect, hat zum Beispiel einen Weg gefunden, schwarz-weiße Inhalte durch einen sauberen Rahmen und eine magnetische Befestigung ansprechend aussehen zu lassen. Und auch BMW nutzt E-Paper bereits seit einigen Jahren für das Auto-Storytelling. Die neueste Edition des limitierten „Art Cars“ ist wieder eine Kooperation mit E-Ink. Das Ergebnis ist ein komplett in E-Paper gehülltes Auto. Die E-Paper-Strips, die ihre Farbe wechseln können, zeigen das Muster einer südafrikanischen Künstlerin.

Subtil, durchdacht und bewegend ist die neue Form des Luxus-Storytelling. Technologien wie E-Paper oder kreative Formate wie bei Stella McCartney passen wunderbar in dieses Schema.

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