Mit Blick auf die bevorstehende CES in Las Vegas ist wieder damit zu rechnen, dass transparente Displays in zahlreichen Messeständen für visuelle Highlights sorgen werden. Abseits von Fachmessen hat sich die Technologie jedoch bisher noch nicht als großflächig nachgefragtes Produkt durchgesetzt. Neue Forschungsergebnisse von Omdia zeigen nun: Transparente Displays werden zwar kein Massenmarkt-Produkt, könnten bis 2032 aber zu einer bedeutenden Display-Kategorie heranwachsen.
Omdia prognostiziert, dass der Umsatz mit transparenten Displays bis 2032 auf 100,2 Millionen US-Dollar steigen wird, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,3 Prozent zwischen 2025 und 2032. Zwar wird dies die Stückzahlen nicht in gigantische Höhen treiben, aber sowohl beim Umsatz als auch bei der insgesamt ausgelieferten Display-Fläche ist mit einem deutlichen Wachstum zu rechnen.
Ein Großteil dieses Wachstums wird voraussichtlich von großformatigen Digital Signage-Installationen ausgehen, da stetige Verbesserungen bei der Lichtdurchlässigkeit (Transmittanz) und skalierbaren Panelgrößen transparente Displays immer praktikabler für den öffentlichen Raum machen.

Technologische Fortschritte treiben die Akzeptanz
In den vergangenen zehn Jahren haben Display-Hersteller eine Reihe transparenter Display-Technologien untersucht, darunter TFT-LCD, PMOLED, AMOLED, LED und MicroLED. Jede Technologie bietet eigene Vorteile hinsichtlich Panelgröße, Pixeldichte und Transmittanz. Die frühen Generationen wiesen jedoch noch Einschränkungen auf – PMOLED-Panels waren meist kleiner als 5 cm, während TFT-LCDs weniger als 20 Prozent Transmittanz boten.
Neuere Entwicklungen haben diese Beschränkungen weitgehend überwunden. AMOLED-Panels sind inzwischen größer als 70 Zoll, und LED- sowie MicroLED-Technologien – darunter Samsungs transparente MicroLED, vorgestellt auf der ISE 2024 – erreichen Transmittanzwerte über 70 Prozent. Omdia geht davon aus, dass diese Fortschritte eine schrittweise Adoption unterstützen werden, wenn die Technologie an spezifische Anwendungsanforderungen angepasst wird.
Fokus auf öffentliche Displays und kommerzielle Installationen
Derzeit werden transparente Displays vor allem in maßgeschneiderten Einzelinstallationen eingesetzt, etwa bei großen Schaufenster- oder Fassadeninstallationen, nicht bei Endverbrauchergeräten. Dies erklärt den Trend zu größeren Formfaktoren und kommerziellen Anwendungen.
„Transparente Displays sind so konzipiert, dass Objekte hinter dem Display sichtbar bleiben und digitale Inhalte mit der realen Umgebung verschmelzen. Dies ermöglicht immersivere Inhalte, die sich harmonisch in die physische Umgebung einfügen“, erklärt Jerry Kang, Practice Leader bei Omdia.
Jerry Kang weist außerdem darauf hin, dass mit zunehmender Display-Größe der Flächenpreis eine immer größere Rolle spielt. Während AMOLED- und MicroLED-Panels eine hohe Pixeldichte bieten, die für transparente Anwendungen geeignet ist, bleibt ihr Preis hoch. Daher gewinnen LED-Film-Lösungen an Bedeutung, da sie größere Display-Flächen zu geringeren Kosten ermöglichen, auch wenn die Pixeldichte niedriger ist. Diese kostengünstigere Alternative dürfte einen Großteil des Marktwachstums vorantreiben.
Die Erkenntnisse stammen aus Omdias Special Report – Transparent Display Technology and Market – 2025, einem kostenpflichtigen Bericht, der aktuelle Trends, technologische Entwicklungen und Marktausblicke für transparente Displays analysiert.

