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E-Paper-Displays

E Ink investiert mehr als 150 Mio. Euro

E Ink plant höhere Kapazitäten für große E‑Paper-Displays: Das Unternehmen reagiert damit auf den steigenden Bedarf an stromsparenden Signage-Lösungen.
Die E-Paper-Display-Nachfrage boomt wegen der gestiegenen Energiekosten. (Foto: E Ink)
Die E-Paper-Display-Nachfrage boomt wegen der gestiegenen Energiekosten. (Foto: E Ink)

Der taiwanische Displayhersteller E Ink baut seine Investitionen in großformatige E‑Paper-Displays aus. Der Grund: Die Nachfrage nach energieeffizienten Alternativen zu herkömmlicher Digital Signage steigt.

Wie die Taipei Times berichtet, stellte das Unternehmen seine Pläne in einer aktuellen Analystenkonferenz vor. E Ink will in diesem Jahr umgerechnet zwischen 157 bis 251 Millionen US‑Dollar investieren.

Das Unternehmen erweitert damit seine Produktionskapazitäten, unter anderem um neue Fertigungslinien für elektronische Regaletiketten (ESL) und großformatige Signage-Displays.

E-Ink-Chairman Johnson Lee sieht große Chancen für Outdoor-Digital-Signage. Viele Kunden seien inzwischen eher bereit, entsprechende Installationen umzusetzen. Steigende Strom- und Energiekosten führen dazu, dass Unternehmen verstärkt stromsparende Displaytechnologien prüfen.

Zweite Produktionslinie für Großformate kurz vor Start

E Ink erhöht die Kapazitäten für große E‑Paper-Panels. Die H5‑Fertigungslinie, die seit Ende vergangenen Jahres in Serie produziert, stellt bereits 32‑ und 55‑Zoll‑Displays für Signage-Anwendungen her.

Mit der zweiten Linie H6 will E Ink die Produktion weiter ausbauen. Sie soll in den kommenden Jahren zur Umsatzentwicklung beitragen.

E‑Paper unterscheiden sich von LED- und LCD‑Displays. Die Technologie hält Bilder ohne dauerhafte Stromzufuhr und verbraucht Energie nur beim Bildwechsel. Dadurch eignet sie sich besonders für Anwendungen mit seltenen Updates – etwa Fahrgastinformationssysteme, Outdoor‑Werbung oder Retail‑Signage.

Für dynamische Werbeformate oder Entertainment‑Anwendungen ist E‑Paper dagegen nicht ausgelegt. Die Technologie wird vor allem dort geprüft, wo Stromverbrauch und Betriebskosten entscheidend sind.

E-Paper als Gewinner der Energiekrisen

Energieeffizienz bleibt dabei ein zentrales Verkaufsargument. Bereits nach dem Anstieg der Energiepreise infolge der russischen Invasion in die Ukraine stieg das Interesse an stromsparenden Displays deutlich.

Branchenbeobachter erwarten, dass erneuter Druck auf die Energiemärkte Technologien hervorheben könnte, die gegenüber konventioneller Digital Signage deutlich weniger Energie benötigen.

ESL bleiben wichtigste Wachstumstreiber

Die Finanzzahlen von E Ink zeigen, dass die Strategie greift. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Rekordnettogewinn von  umgerechnet 329 Millionen US‑Dollar. Das entspricht einem Plus von 18,6 Prozent. Der Umsatz stieg um 12,3 Prozent auf 1,13 Milliarden US‑Dollar.

Elektronische Regaletiketten bleiben der größte Wachstumsmotor. Die weltweiten Installationen sollen in diesem Jahr 600 Millionen Einheiten erreichen – nach 500 Millionen im Jahr 2025. Große Einzelhändler wie Walmart, Lidl und Tesco treiben die Nachfrage.

Das stärkste Wachstum erwartet E Ink jedoch bei großen Displays für Digital Signage. Der Bereich ist noch vergleichsweise klein, wächst aber schnell.

Analysten sehen verstärkte Evaluierung in Bereichen wie ÖPNV‑Displays, Retail‑Media‑Netzwerke, Outdoor‑Werbung und öffentliche Informationssysteme. Stromverbrauch, Lesbarkeit bei Sonnenlicht und geringe Wartung gelten als zentrale Argumente.

E-Paper in der öffentlichen Infrastruktur

Erste Städte und Verkehrsunternehmen setzen großformatige E‑Paper‑Displays im Rahmen ihrer Energiesparprogramme ein.

E Ink baut weitere Produktionslinien und plant zusätzliche Fertigungsstandorte in Taiwan und den USA. Das Unternehmen positioniert sich damit für den wachsenden Markt für stromsparende Digital Signage.

Sollte die Nachfrage weiter steigen, könnte großformatiges E‑Paper künftig ein fester Bestandteil von Smart‑City‑ und ÖPNV‑Informationssystemen werden.