Analysten von Futuresource Consulting sehen den ProAV-Markt derzeit in einem starken Wandel. Treiber sind vor allem die zunehmende Verschmelzung von Technologien, der wachsende Fokus auf Erlebnisse („Experience Economy“) und ein sehr unterschiedliches Wachstum in den einzelnen Produktbereichen.
In einer aktuellen Roundtable-Diskussion erklärten die Analysten, dass sich Segmente wie Live-Events, Unternehmenslösungen und Displays zwar unterschiedlich schnell entwickeln, aber immer stärker zusammenwachsen. Statt einzelner Produkte stehen zunehmend integrierte Gesamtlösungen im Mittelpunkt.

Besonders dynamisch ist der Bereich Live-Events. Seit der Pandemie ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Hochwertige, immersive Erlebnisse ziehen mehr Publikum an – und die Bereitschaft, dafür mehr Geld auszugeben, wächst ebenfalls. Das treibt vor allem die Weiterentwicklung professioneller Audiosysteme voran, etwa bei immersivem Sound, größeren Kanalzahlen und vernetzten Steuerungen. Insgesamt geht der Trend weg von klassischer Audiotechnik hin zu komplexen, softwaregestützten Systemen.
Dieses „Experience-first“-Denken setzt sich auch in anderen Bereichen durch, etwa im Einzelhandel oder in Unternehmen. AV-Technik wird dort zunehmend eingesetzt, um Erlebnisse zu schaffen und Menschen stärker einzubinden – nicht mehr nur, um Informationen zu übertragen.
Displays bleiben wichtigster Umsatztreiber – aber das Wachstum verschiebt sich
Der Displaymarkt bleibt zwar der größte Bereich im ProAV-Segment, doch die Entwicklung verläuft uneinheitlich.
LCD-Displays stehen weiterhin für rund 43 Prozent der weltweiten ProAV-Ausgaben (bei einem Gesamtmarkt von etwa 75 Milliarden US-Dollar). Allerdings wachsen die einzelnen Technologien sehr unterschiedlich.
LED-Displays sind klarer Wachstumstreiber und derzeit die einzige Kategorie, die über dem Marktdurchschnitt zulegt. Grund dafür sind unter anderem technologische Fortschritte wie Chip-on-Board-Verfahren, die Kosten senken und die Verbreitung beschleunigen. LCD-Signage dagegen wird zunehmend zur Standardware – hier verschiebt sich der Wettbewerb weg von der Hardware hin zu Software, Content und Services.

Die Projektionstechnik steht in klassischen Einsatzfeldern wie der Bildung unter Druck, bleibt aber in speziellen Anwendungen wie Projection Mapping oder immersiven Installationen weiterhin relevant, wo andere Technologien an ihre Grenzen stoßen.
Bildung und Unternehmen bleiben wichtig – aber mit vorsichtigeren Budgets
Der Bildungssektor bleibt ein zentraler Absatzmarkt für interaktive Displays, allerdings hat sich das Investitionsniveau nach dem starken Wachstum während der Pandemie wieder normalisiert. Viele Schulen verlängern ihre Nutzungszyklen und setzen eher auf gezielte Upgrades statt kompletter Neuanschaffungen.
Auch im Unternehmensbereich ist das Bild gemischt: Die starke Nachfrage nach Videokonferenzlösungen durch hybrides Arbeiten bleibt bestehen. Gleichzeitig bremsen aber kostengünstigere Collaboration-Alternativen das Wachstum hochwertiger interaktiver Displays.

Über alle Bereiche hinweg zeigt sich ein klarer Trend: die zunehmende Konvergenz.
Audio, Video, Netzwerke und Software wachsen immer stärker zusammen. Entscheidend werden deshalb nicht mehr einzelne Technologien, sondern ihre nahtlose Integration und funktionierende Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Unterm Strich fragmentiert sich der ProAV-Markt einerseits, während er gleichzeitig zusammenwächst. Wachstum entsteht heute weniger durch einzelne Produkte – sondern durch Lösungen, die sich gut in größere, erlebnisorientierte Gesamtkonzepte einfügen.

