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US-Integrator

Forté verlässt GPA

Forté und GPA beenden Ende 2026 ihre Partnerschaft und leiten damit einen bedeutenden Wandel der globalen AV-Integrationslandschaft ein. Während GPA ihr größtes Mitglied verliert, beschleunigt Forté den eigenen Umbau zum globalen Workplace-Technologie-Anbieter – weitere Übernahmen gelten als wahrscheinlich.
Forté verlässt den globalen Integratoren-Verband GPA. (Logos: Forté & GPA)
Forté verlässt den globalen Integratoren-Verband GPA. (Logos: Forté & GPA)

Forté verlässt Ende 2026 die GPA, das globale Netzwerk aus Workplace-Technologie- und AV-Integrationspartnern. Die Trennung markiert für beide Organisationen einen deutlichen Einschnitt: GPA verliert ihr größtes Mitglied, während Forté die eigene internationale Präsenz weiter ausbaut – wohl auch durch Übernahmen ehemaliger GPA-Partner.

GPA und Forté haben die Trennung einvernehmlich vereinbart und beenden ihre Partnerschaft zum 31. Dezember 2026. Beide Organisationen wollen sich künftig auf ihre eigenen strategischen Prioritäten und Wachstumsziele konzentrieren.

Forté ist der GPA 2020 noch unter der Marke AVI Systems beigetreten und hat seither eng mit anderen Mitgliedern an multinationalen Collaboration- und AV-Projekten gearbeitet. Die Partnerschaft verschaffte globalen Kunden Zugang zu lokaler Expertise und Servicequalität in wichtigen Märkten. Mit der Weiterentwicklung beider Organisationen entfernten sich jedoch ihre Wachstumsstrategien zunehmend voneinander.

Unterschiedliche Strategien zur Expansion

Die Trennung deutete sich schon seit Jahren an. GPA basiert auf einem Netzwerk unabhängiger Integratoren, deren Mitglieder meist exklusiv für ihren lokalen Markt zuständig sind und bei globalen Projekten Ressourcen sowie Support vor Ort bereitstellen.

Forté hat sich dagegen zunehmend vom klassischen GPA-Modell entfernt. Durch eine Reihe von Übernahmen hat der Integrator mit Sitz in Minnesota eine eigene internationale Organisation aufgebaut – darunter auch mehrere ehemalige GPA-Mitglieder. Damit entsteht bei Forté eine direkt gesteuerte globale Präsenz statt eines Partnernetzwerks.

Diese Strategie rückt Forté in die Nähe globaler Schwergewichte wie AVI-SPL und Diversified und bringt das Unternehmen zunehmend in Konkurrenz zu Technologiedienstleistern und Managed-Services-Spezialisten wie Ricoh und Econocom.

Irgendwann ließen sich die beiden Modelle kaum noch vereinbaren. GPAs Wertversprechen beruht auf einem Verbund unabhängiger, lokal führender Partner. Forté verfolgt dagegen das Ziel, ein global integrierter Workplace-Technologie-Anbieter mit direkter Kontrolle über Kundenbetreuung und Serviceabläufe zu werden.

Kontinuität bleibt Priorität

Beide Organisationen betonen, den Übergang sorgfältig zu steuern. Laufende Projekte, Kundenverpflichtungen und bestehende Engagements werden über vereinbarte Übergangsregelungen weiter betreut.

Für multinationale Kunden soll die Kontinuität oberste Priorität behalten, während beide Seiten ihre Strategien für die Zeit nach 2026 vorbereiten.

Wer könnte Forté ersetzen?

Der Rückzug reißt bei GPA eine erhebliche Lücke im wichtigsten Markt. Die USA bleiben weltweit der größte Markt für AV- und Workplace-Technologie, was Fortés Rolle im Netzwerk besonders wertvoll machte.

Mehrere kleinere US-Integratoren könnten Forté bei GPA nachfolgen wollen. Branchenbeobachter spekulieren zudem über Unternehmen wie Kinly – auch wenn Kinly selbst eine breitere transatlantische Präsenz aufbaut und eigene globale Ambitionen verfolgt.

Unabhängig von der letztlich gefundenen Lösung wäre der Einstieg als führender Nordamerika-Partner bei GPA für jeden Integrator mit globalen Ambitionen eine erhebliche Chance.

Fortés nächste Phase

Forté muss in Märkten, die bislang von GPA-Partnern betreut wurden, künftig eine eigene direkte Präsenz aufbauen. Auf den Übergang wirkt das Unternehmen jedoch gut vorbereitet. Der Schritt passt zur Vision von CEO und Chairman Jeff Stoebner, der die internationale Expansionsstrategie des Unternehmens seit Jahren vorantreibt.

Laut Branchengerüchten könnte Forté in den kommenden Wochen eine größere Übernahme im APAC-Raum bekanntgeben und damit die eigenen globalen Liefermöglichkeiten weiter stärken.

Wandel zu Managed Services

Die Eigenständigkeit ist für Forté ein logischer nächster Schritt, da sich der Workplace-Technologie-Markt zunehmend in Richtung Managed Services verschiebt. Die Branche entfernt sich von projektbasierten Installationen und wendet sich wiederkehrenden Servicemodellen zu, die auf Lifecycle-Management, Monitoring und Nutzererfahrung setzen.

Da Enterprise-Kunden Serviceergebnisse stärker gewichten als den Besitz von Hardware, wird klassische AV-Integration zunehmend zur Commodity. Umsatzwachstum verlagert sich hin zu langfristigen Managed-Service-Verträgen, Cloud-Plattformen und dem Betrieb von Workplace-Technologie.

Um in diesem Umfeld zu bestehen, braucht Forté tiefere IT- und Managed-Services-Kompetenzen und wandelt sich damit über den klassischen AV-Integrator hinaus. GPAs föderiertes Modell mit unabhängigen Mitgliedern passt nicht mehr vollständig zu Fortés Ausrichtung, Investitionsprioritäten und globalen Ambitionen.

Nach mehreren erfolgreichen gemeinsamen Jahren spiegelt die Entscheidung eine einfache Realität: GPA und Forté sind ihrer Partnerschaft entwachsen und verfolgen nun unterschiedliche Visionen für den globalen Workplace-Technologie-Markt.