Omdia-Analyse

Display-Hersteller setzen 2027 auf Bestandsanlagen

Omdia erwartet einen Rekordanteil für Investitionen in bestehende Werke. Ihr Anteil an den weltweiten Display-Ausrüstungsausgaben soll 2027 auf fast 40 Prozent steigen.
Upgrades an bestehenden Displayfabriken sollen 2027 laut Omdia fast 40 Prozent der Ausrüstungsausgaben ausmachen. (Grafik: Omdia)
Upgrades an bestehenden Displayfabriken sollen 2027 laut Omdia fast 40 Prozent der Ausrüstungsausgaben ausmachen. (Grafik: Omdia)

Displayhersteller investieren laut Omdia zunehmend in die Modernisierung bestehender Fabriken statt in Neubauten. Dazu zählen etwa Anlagenersatz, Produktionsverbesserungen und zusätzliche Werkskapazitäten.

Sie sollen 2027 einen Rekordanteil von fast 40 Prozent der weltweiten Flachpanel-Display-Ausrüstungsausgaben erreichen. Das ist mehr als das Dreifache der 12 Prozent von 2024.

Historisch prägten Fabrikneubauten den Ausrüstungsmarkt, der 2017 mit rund 21 Milliarden US-Dollar seinen Höhepunkt erreichte. Nach dem Corona-Nachfrageschub reichten die Kapazitäten aus. Es entstanden weniger Werke, die Ausgaben sanken auf rund 8 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig ist der Bestand an LCD- und OLED-Fertigungsanlagen älter geworden. Das schafft Nachfrage nach Ersatzmaschinen und Prozess-Upgrades.

Chinesische Hersteller bauen aus

Der Bedarf an größeren TVs erhöht die benötigte LCD-Panelfläche. Taiwanesische Hersteller schließen zugleich ältere Fabriken zügig. Chinesische LCD-Hersteller kaufen laut Omdia Anlagen, um bestehende Werke auszubauen. So sparen sie teure Neubauten und umgehen Investitionsbeschränkungen.

Koreanische Panel-Hersteller investieren in bestehende Gen-6-Linien, da der Wettbewerb im High-End-OLED-Markt zunimmt. Die Upgrades verbessern Privatsphäre-Funktionen, Display-Sensoren, faltbare OLED-Produktion und die TFT-Leistung. Chinesische Hersteller bauen zudem 2026 und 2027 Gen-8.6-OLED-Kapazitäten für IT-Displays auf.

Omdia-Chefanalyst Charles Annis sagt, inkrementelle Investitionen seien für Anbieter oft schwerer zu kalkulieren. Grund sind kürzere Vorlaufzeiten, geringere Nachfrage-Transparenz und punktuelle Käufe. Dennoch seien sie angesichts rückläufiger Neubauten zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden.