Mit dem Smartphone Außenwerbung erleben

Christian von den Brinken zu Apps in der Außenwerbung

Apps gehören für Smartphone-Nutzer längst zum Alltag. Dass sie allerdings mit Out-of-Home-Medien verbunden werden können, ist eine neue Entwicklung. Auf dem deutschen Markt startete Ströer im April mit VooH. Die App startet automatisch die Kamerafunktion des Handys und das Motiv kann aus unterschiedlichsten Winkeln abfotografiert (gesnappt) werden. Anschließend werden die Nutzer auf eine Internetseite weitergeleitet, erhalten Informationen oder aber es entsteht eine ganze neue Welt vor ihnen. Denn VooH soll vor allem eines werden: Eine Augmented Reality-Anwendung.

Die Wall AG zog im Juni nach und startete U Snap in Deutschland. Es funktioniert ähnlich wie VooH, allerdings erkennt U Snap nur statische Medien und bezieht keine Augmented Reality-Elemente ein.
VooH funktioniert mit allen Out-of-Home-Medien, dem Plakat genauso wie dem neuen Out-of-Home-Channel. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Technik der Firma Prisma, die bereits die Bilderkennungstechnologie zur Entschlüsselung der Stasi-Akten lieferte.

Ströer arbeitet nun daran, aus VooH vor allem eine Augmented Reality-App, ähnlich der seit längerem erhältlichen App Junaio, zur erstellen. Denn, und das ist wie bei allen Mobile Marketing-Angeboten wichtig, je höher der Mehrwert für den Nutzer desto wahrscheinlicher und höher ist die Akzeptanz. Christian von den Brincken, Geschäftsführer Marketing und Strategie bei Ströer, sieht in VooH eine große Zukunft. Ziel ist es, sich von der Konkurrenz abzuheben und Werbekunden wie Nutzern ein relevantes Zusatzangebot zu liefern.

Herr von den Brincken, was bietet VooH den Passanten?
C. v. d. Brincken: Die Menschen halten sich immer mehr in der virtuellen Welt, wie etwa in sozialen Netzwerken, auf. Mit VooH möchten wir ein Tor zu dieser Welt bieten und für den Nutzer den Aufwand so gering wie möglich halten. Und natürlich möchten wir zeigen, dass Außenwerbung ganz anders eingesetzt werden kann.

Wer ist die Zielgruppe?
C. v. d. Brincken: Es sind die sogenannten Early Adopter, also junge, technikaffine und inhaltlich offene Menschen. Sie nutzen neue Techniken nicht nur sehr früh, sondern verfügen auch über viele Kontakte, etwa in sozialen Netzwerken, über die sie sich die Technik dann verbreitet.

Welchen Zweck verfolgen Sie mit VooH?
C. v. d. Brincken: Hier spielen zwei Punkte eine wichtige Rolle. Zum einen ist es eine Serviceleistung von Ströer für die Werbungtreibenden. Mit VooH schaffen wir, was bisher sehr schwierig war, nämlich einen Leistungs-Wirkungs-Beweis. VooH agiert als Responsekanal. Durch den Rücklauf, der über Vooh entsteht, lässt sich für den Kunden der Erfolg einer Aktion messen.
Zum anderen wird mit VooH Location-Based Advertising möglich. Werbungtreibende können ihren Kunden in Echtzeit und geographisch zielgenaue Werbung anbieten: Der Smartphone User erhält zukünftig ortsabhängige Angebote oder Promotions angezeigt.
Beides sind sehr spannende Themen, die in den nächsten Jahren immer relevanter werden.

VooH steht noch ganz am Anfang. Aber wie ist das Feedback Ihrer Kunden bisher?
C. v. d. Brincken: Im Bereich Mobile Marketing wurden oft schlechte Erfahrungen gemacht. Wir wollen unseren Kunden nun einen einfachen und auch kostengünstigen Einstieg bieten. Wir stellen ein steigendes Interesse fest, sehen aber, dass in den Unternehmen ein Umdenken stattfinden muss. Denn oft werden solche interaktiven Konzepte nicht von jenen betreut, die für Plakatwerbung zuständig sind.

VooH ist eine neue interaktive Lösung, aber nicht die erste. QR-Codes und Bluetooth etwa sind ebenfalls einfach zu bedienen.
C. v. d. Brincken: Bei Bluetooth besteht das Problem, dass die Leute ihr Netz nicht gerne öffnen. Zudem gibt es sehr viele unterschiedliche Standards, das heißt, eine Lösung ist technisch sehr aufwändig. Auch QR-Codes bedeuten für Werbekunden einen zusätzlichen Aufwand. Bei VooH dagegen haben Werbekunden keinen zusätzlichen Aufwand und die Nutzung ist für den Endkunden sehr simpel.

Wie werden denn Menschen auf VooH aufmerksam?
C. v. d. Brincken: Bei der aktuellen Base-Kampagne wurde das Vooh-Logo in die Kundenkommunikation, sprich in den Flyern und auf die Homepage integriert. Menschen installieren und nutzen unsere App natürlich nur, wenn es für sie einen Mehrwert, eine Belohnung gibt. Dafür müssen in erster Linie unsere Kunden sorgen. Wir sind aber auch im Gespräch mit verschiedenen Bonussystemen. Denkbar wäre, dass man Bonuspunkte bekommt, wenn man ein Plakat snappt.

Was ist Ihnen noch für die Zukunft wichtig?
C. v. d. Brincken: Zunächst einmal wollen wir als Kommunikationspartner gemeinsam mit unseren Kunden Projekte entwickeln und damit Erfahrungen sammeln. Künftig wollen wir Standard-Applikationen für Augmented Reality integrieren, denn das bedeutet einen echten Zusatznutzen. Stellen Sie sich vor, Sie snappen ein Plakt mit Ihrem Smartphone und plötzlich tritt der Star des neuen Kinofilms aus den Plakat hervor und lädt Sie persönlich ins Kino ein. Oder Ihr Smartphone dient Ihnen als Wegweiser zum nächsten Geschäft.
Außerdem soll die Werbung mit VooH personalisiert werden und auch die Frage, wie die Geodaten genutzt werden können, spielt eine wichtige Rolle.

Vielen Dank für das Gespräch!

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