Die richtige Frage bei der Auswahl von einer geeigneten Content Management Software muss korrekt heißen: „Welche Software passt am besten?“

Um diese Frage zu beantworten sollten sich Kunden der Software-Auswahl aus unterschiedlichen Richtungen nähern. Zum einen aus der Sicht des redaktionellen Betriebes und zum anderen mit Blick auf die technische Infrastruktur.

Um sich nicht gleich in einem Funktionsvergleich zwischen unterschiedlichen CMS Anbietern zu verstricken, sollten Kunden immer erst ein Kommunikations- und ein Technikkonzept erstellen. Diese sollten mindestens Antworten auf die folgenden Punkte beinhalten:

Kommunikationskonzept

  • Wer ist die Zielgruppe
  • Was soll gezeigt werden
  • Wie soll die Interaktion mit der Zielgruppe erfolgen
  • Wie sehen die redaktionellen Prozesse aus
  • Wer pflegt die Inhalte ein

Technikkonzept

  • Wie erfolgt der technische Betrieb
  • Welche Schnittstellen sind erforderlich
  • Welches Betriebsmodell ist gewünscht

Mit diesen Informationen lässt sich schon ein recht genaues Szenario aufbauen, das als Grundlage für die Auswahl einer geeigneten Software dient. Alle für die Bilddarstellung als auch die für den redaktionellen und technischen Betrieb notwendigen Funktionen lassen sich so genau identifizieren und im Idealfall in einem Anforderungskatalog festhalten.

Da die meisten Digital Signage Projekte mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen, stellt sich oftmals die Frage welche Funktionen zu Anfang und dann in der nahen Zukunft wichtig sind.

Das Baukastenprinzip

Um Kunden ein maßgeschneidertes Produkt bieten zu können, das zwar individuell aber dennoch preisgünstig ist, bietet es sich an die eigene Software modular am Markt zu vertreiben.  Je nach Projektanforderungen kann dem Kunden eine perfekt auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Software angeboten werden. Wer beispielsweise Inhalte ausschließlich durch Agenturen erstellen lässt benötigt kein Modul zum Erstellen von Inhalten.

Die Interaktion

Wurde in der Vergangenheit Interaktion als netter Zusatz zu Digital Signage angesehen, so ist dies heute ein Muss. Seit der Einführung von Touch-Handys – und hier insbesondere mit dem iPhone und neuerdings mit dem iPad – erfreuen sich interaktive Digital Signage Installationen wachsender Beliebtheit. Sie versprechen engeren Kontakt zur Zielgruppe und bieten, wenn richtig konzipiert, den Nutzern einen höheren Mehrwert. Daher sollte bei der Auswahl eines geeignetem CMS darauf geachtet werden, dass sowohl Touchscreens  unterstützt werden, als auch unterschiedliche Methoden mittels externer Trigger, Aktionen auf dem Bildschirm auszulösen.

Das Ausgabegerät

Seit der Einführung von XML gilt im Internet die strikte Trennung von Inhalt und Form. Und dies gilt auch immer mehr für Digital Signage. Denn Kunden, die unterschiedliche Medienkanäle nutzen, möchten nicht mehrere CMS bedienen und pflegen müssen, sondern wünschen sich in der Regel eine sowohl von der Plattform als auch vom Ausgabemedium unabhängiges CMS. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, wird aber dazu führen, dass in einigen Jahren so genannte Cross Media Publishing Systeme für die zentrale Verwaltung aller Daten genutzt werden. Diese ersetzen oder arbeiten mit dem Digital Signage CMS zusammen.

Die Zusammenarbeit

Da Digital Signage Systeme hohe Betriebskosten in Richtung Content-Produktion verursachen, ist eine automatisierte Erstellung von Inhalten auf Basis von Datenbanken bzw. Datenquellen immens wichtig. Dazu werden Datensätze aus Datenbanken durch das CMS  in grafische Vorlagen (Templates) überführt und ausgegeben. Daher ist es wichtig, dass branchenübliche Datenbanken problemlos mit dem CMS zusammen arbeiten. Entweder sind diese, sofern es sich um eine Branchenlösung handelt, schon integriert oder sie können sehr einfach programmiert werden.

Das Betreibermodell

Unabhängig von den projektbezogenen Funktionen haben CMS-Anbieter angefangen ihre Software zu verändern. Die Treiber sind neben kundenspezifischen Anforderungen, die sich aus den Projektgeschäften ergeben, zumeist wirtschaftliche und technologische Entwicklungen.

Dem allgemeinen Trend des Software-Marktes folgend stellen zurzeit ein Großteil der CMS Anbieter ihre Software auf ein Software as a Service Modell um (SaaS). Kunden von SaaS Angeboten erhalten damit ein Gesamtpaket aus CMS, Wartung und Pflege sowie Hosting, das über einen monatlichen Mietpreis abgerechnet wird.

Diese ausgeprägte Kundenorientierung bedeutet für die meisten Softwareanbieter, dass sie ihr Geschäftsmodell umstellen müssen. Sie erhalten nicht wie bisher die Lizenzkosten als einmalige Zahlung bei Vertragsabschluss und berechnen für die Wartung ca. 15-25 Prozent des Lizenzpreises, sondern Sie stehen im Wettbewerb um die Lizenzverlängerung, wenn die Verträge nach 2 oder 3 Jahren auslaufen.

Darüber hinaus müssen technische Herausforderungen gelöst werden. So muss das CMS mandantenfähig sein, um das Hosting für mehrere Kunden auf einem Server zu ermöglichen, um so Kosten zu sparen. Zusätzlich benötigen die Anbieter noch ausreichende Server-Kapazitäten und redundante Systeme, um eine hohe Verfügbarkeit garantieren zu können.

Parallel zur SaaS-Entwicklung werden erste Digital Signage CMS im Markt eingeführt, die auf Cloud Service wie bspw. Microsoft Azure aufbauen. Die Anbieter versprechen kostengünstige Lösungen für Kunden. Allerdings sollten Kunden hier die beiden Aspekte Verfügbarkeit und Datensicherheit berücksichtigen und diese intensiv mit dem potentiellen Anbieter besprechen.

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