Großbritannien

Telefonzellen werden zu Out-of-Home-Werbeträgern

- Schwerter zu Pflugscharen: Da Telefonzellen kaum noch genutzt werden – und auch weniger Platz beanspruchen, werden in UK zahlreiche Telefonzellen von British Telecom für den Dual Use umgebaut. Neben der Telefonzellenfunktion sind sie als Werbeträger mit CLPs im Einsatz. von Thomas Kletschke

London: 6Sheet CLP und Telefonzelle in einem (Foto: JCDecaux)

London: 6Sheet CLP und Telefonzelle in einem (Foto: JCDecaux)

Ähnlich wie in New York, wo man aus dem Technologiewechsel eine nützliche Tugend macht, und die mehr oder minder obsolet gewordenen öffentlichen Telefonzellen bald entweder ganz als reine Digital-out-of-Home-Screens, interaktive Karten-Displays oder eine Mischung aus DooH-Medium und WiFi-Hotspot nutzen möchte, wird auch in UK daran gearbeitet, ehemalige Telefonzellen-Standorte in neue öffentliche Werbeplätze mit Nutzwert zu verwandeln.

Partner bei dem Projekt sind BT und JCDecaux. Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten, wo man sich direkt für die konsequente Digitalisierung entschieden hat, läuft der Umbau im Vereinten Königreich auf eine Nutzung der Standorte mit CLPs hinaus.

Für BT haben die Werbeträger-Payphones den Vorteil, dass man sich mit einem Partner eine Einnahmequelle aus Werbung an öffentlichen Orten erschließt. Für den Außenwerber und Werbungtreibende und Agenturen erschließen sich  relativ unkompliziert neue Standorte an belebten Orten, an denen man diverse Zielgruppen einfach erreichen kann.

Installiert werden im Großraum London diverse Outdoor-taugliche Gehäuse für Plakate im Format 6Sheet, die zu den Roadside-Netzwerken von JCDecaux gehören. Aktuell sind in Hammersmith sowie in Fulham insgesamt drei neue Standorte in Betrieb genommen worden. Sie befinden sich in U Bahn-Nähe, im Umkreis sind Shopping Malls angesiedelt.

Wie das in Hammersmith entstandene Aufmacherfoto zeigt, nutzen Werbungtreibende wie Samsung diese Standorte teilweise für Kampagnen, die Produkte bewerben, die die Nutzung einer Telefonzelle überflüssig machen. Würden die Telefonzellen direkt digitalisiert und mit Screens versehen, ließen sich noch effektivere und aktuellere Kampagnen umsetzen lassen. Etwa nach dem Motto: „Beim nächsten Mal telefoniere mit unserem Günstig-Tarif und dem Smartphone XY.“ Außerdem ließen sich in einem Aufwasch auch die ebenfalls nahegelegenen Infotafeln (links im Bild) durch interaktive Screens ersetzen oder ergänzen.

Neue Wartehäuschen in Paris (Foto: JCDecaux)

Neue Wartehäuschen in Paris (Foto: JCDecaux)

Da die Außenwerber weltweit derzeit nicht jeden Standort digitalisieren können (Kosten insgesamt, Betrachtung des einzelnen Standorts), gestalten sie Außenwerbeflächen immer häufiger auch modular.

Beispiel Frankreich: JCDecaux hatte kürzlich in Paris die ersten seiner 2.000 neuen Wartehäuschen eingeweiht. Je nach Standort sind sie mal mit Screens, mal mit CLPs, mal gemischt ausgestattet. Zudem werden- Stichwort Carbon Footprint – einige der neuen Wartehäuschen auch begrünt beziehungsweise mit Solar-Panels zur Stromerzeugung versehen. Als wir über die neuen Wartehäuschen berichteten, standen uns nur die Renderings der Haltestellen zur Verfügung. Inzwischen haben wir auch Fotomaterial vorliegen (siehe rechts oben).

Vorteil der modular aufgebauten Lösungen: Relativ schnell können flächendeckend attraktive Werbeträger installiert werden. Allerdings müssen dann auch eine Reihe von Standorten zur Verfügung stehen, was bei Bushaltestellen der Fall ist. Bei der Umwandlung von Telefonzellen muss überhaupt erst eruiert werden, wie viele Standorte noch entsprechend in Betrieb sind – und wo sie sich befinden.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.