Digital Signage Interview: Thomas Müller/BenQ

70″+ belebt sichtbar das Geschäft

- Aus der Reihe der Digital Signage-Interviews ist heute im Gespräch mit invidis Thomas Müller von BenQ Deutschland. von Theresa Amann

Thomas Müller von BenQ Deutschland GmbH (Foto: BenQ)

Thomas Müller von BenQ Deutschland GmbH (Foto: BenQ)


Interview mit Thomas Müller, General Manager DACH & Benelux, BenQ Deutschland GmbH:

Der Digital Signage-Markt konnte auch in 2014 seinen Wachstumskurs fortsetzen. Jedoch war das allgemeine Wachstum nicht mehr so stark wie in dem Jahr davor. Wie beurteilen Sie das vergangene Geschäftsjahr für Ihr Unternehmen und wie hat sich aus Ihrer Sicht der Digital Signage-Gesamtmarkt entwickelt?

Thomas Müller: Im Bereich Digital Signage verzeichnen wir ein überproportionales Wachstum, weshalb wir sehr positiv auf das letzte Jahr zurückblicken. Das gilt auch für das laufende Geschäftsjahr: Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund der anhaltenden sehr hohen Nachfrage dieses Wachstum fortsetzen wird.

Wie sehen sie die Entwicklung in den einzelnen Ländern des DACH-Marktes?

Thomas Müller: Die Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist jeweils sehr positiv. Vor allem aber in der Schweiz zeichnet sich ein hohes Potenzial und Wachstum im Education-Umfeld ab. Die gute Entwicklung des Preisniveaus bei Displays über 70 Zoll belebt sichtbar das Geschäft.

Die Digital Signage-Branche hat sich seit der Gründungsphase Anfang der 2000er Jahre in den letzten Jahren deutlich beruhigt und professionalisiert. Wie schätzen Sie die Wettbewerbssituation für Display Anbieter zurzeit ein?

Thomas Müller: Sowohl für Händler als auch Kunden ist es wichtig, ganzheitliche Lösungen zu erhalten, daher wird sich der Markt auch weiterhin auf professionelle Anbieter konzentrieren. Aber auch Fachhändlern aus angrenzenden Bereichen bietet sich die Möglichkeit neues Geschäft zu entwickeln. Das Potential im LFD Markt ist daher enorm. BenQ unterstützt Fachhandelspartner im Rahmen seines zweistufigen Partnerprogramms mit persönlichem Projekt-Support durch Innen- und Außendienst sowie monatlichen Demo-Programmen oder Sales-Aktionen, wie der Channel-Attacke, mit der wir attraktive Margen auf ausgewählte Produkte bieten. Unser Ziel ist es, in enger Kooperation mit unseren Geschäftspartnern eine Allianz aufzubauen, von der alle profitieren.

Technologische Trends kommen und gehen. Welche wichtigen Entwicklungen sehen Sie im Bereich Digital Signage in den nächsten 12 bis 24 Monaten? Welche Trends werden sich durchsetzen und welche werden verschwinden?

Thomas Müller: Der Trend geht ganz eindeutig zu noch größeren Displays über 70 Zoll. Auch die Auflösung spielt eine wesentliche Rolle – hier rückt 4K zunehmend in den Fokus. Während genau diese großen und hochauflösenden Displays in den letzten Jahren noch fast unbezahlbar waren, wird die Nachfrage in diesem Jahr aufgrund des attraktiven Preis-Leistungsverhältnisses zunehmend steigen.

Auch Lösungen mit integrierter Software und Playern werden an Bedeutung gewinnen. Hierauf haben wir mit X-Sign, einer smarten Software zur einfachen Erstellung von Content, reagiert. Darüber hinaus integrieren wir bei vielen Produkten ein Android Betriebssystem, so dass nützliche Apps einfach und unkompliziert eingebunden werden können.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Video Wall Displays für Digital Signage?

Thomas Müller: Der Startschuss von Videowall-Lösungen bei BenQ fiel erst im letzten Jahr – und schon jetzt ist die Nachfrage sehr hoch, weshalb wir auch bei Videowalls überproportionales Wachstum verzeichnen. Durch die gewonnene Expertise der bereits erfolgreich durchgeführten kleinen bis mittelgroßen Projekten, werden wir unsere Aktivitäten hier weiter ausbauen, um der starken Nachfrage gerecht zu werden.

Welches Zubehör wird am häufigsten erworben bspw. Touch-Overlays?

Thomas Müller: Wir setzen im Bildungsbereich auf interaktive Flat Panels, also All-in-One-Lösungen, die im Gegensatz zu Panels mit Overlay-Lösungen eine höhere Touch-Genauigkeit gewährleisten. Die höchste Nachfrage von Zubehör sind unserer Einschätzung nach jedoch Halterungslösungen.

Wenden wir uns nochmals der Zukunft zu. Wo sehen sie die Branche in 24 Monaten?

Thomas Müller: Die Verbreitung von Digital Signage-Anwendungen nimmt stetig zu und stößt mit der steigenden Akzeptanz von digitalen Werbeformen und Anzeigen und mit wachsenden Erfolgen wiederum neue Projekte an. Diese müssen also erst noch entwickelt werden und finden sich in unterschiedlichen Bereichen. Bei einem Marktvolumen von fast 800 Millionen Euro und einem prognostizierten Wachstum von etwa 25 Prozent jährlich birgt Digital Signage also enormes Potenzial, an diesem Wachstum teilzuhaben – und aufgrund der individuellen Lösungsanforderungen gelten diese guten Aussichten eben nicht nur für Hersteller sondern gerade für Händler und Komplettanbieter. Der IT-Fachhandel kann dabei seine regionale Präsenz nutzen, denn große Integratoren haben ihre Mühe, sich in lokalen Märkten zu positionieren. Dabei sind bereits auf regionaler Ebene die Ansatzmöglichkeiten vielseitig – sie finden sich sowohl bei kleinen als auch großen Projekten zum Beispiel im Lebensmittel- und Textileinzelhandel, bei Arztpraxen und Krankenhäusern, im Bereich Transport und Verkehr, in Hotels, Gastronomiebetrieben und Freizeiteinrichtungen, Fitness-Studios, in Kontroll- und Konferenzräumen oder auch in öffentlichen Einrichtungen und dem Bildungswesen.

Danke für die Beantwortung unserer Fragen.

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