Beacons

Neue Beacon Mile – Amsterdam gönnt sich ein Living Lab

- Derzeit entsteht das neue Outdoor-Netzwerk Amsterdam Beacon Mile, zugleich eine Spielwiese für App-Entwickler und Werbungtreibende. Das Netz arbeitet nach dem neuen M2M und IoT Standard LoRaWAN, mit dem kleine Datenmengen über große Entfernungen gesendet werden können. Auch Außenwerber JCDecaux, der Beacon-Nutzung und große Outdoor Screens kombinieren wird, ist involviert. von Thomas Kletschke

Spielwiese für Beacons - Alter Hafen in Amsterdam (Foto: Amsterdam Beacon Mile)

Spielwiese für Beacons – Alter Hafen in Amsterdam (Foto: Amsterdam Beacon Mile)

Wer im kommenden Jahr zur ISE 2016 fährt, kann außerhalb der Messe eine ganz neue Generation von Beacons testen: dann wird die neue iBeacon Mile eröffnet sein. Die turnusmäßige Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch die Niederlande markiert den Startschuss für das Projekt, in dem neben der Stadt Amsterdam und der städtischen Wirtschaftsförderung verschiedene Unternehmen wie Mobilfunker KPN, Außenwerber JCDecaux, der Softwarespezialist Yenlo, die Entwickler Community Appsterdam und Glimworm Beacons involviert sind.

Hyperlokale Informationen, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können, werden an Tram- und Bushaltestellen verfügbar sein – ob zu Werbezwecken oder, um bestimmten Bevölkerungsgruppen, wie Menschen mit starken Sehbehinderungen, zu helfen: nahezu alles ist möglich. Ähnlich wie beim inzwischen eingestellten Open Playground am Hauptbahnhof in Düsseldorf wird bei der Beacon Mile in Amsterdam die digitale Außenwerbung mit Beacons und Apps nutzbar.

Dabei ist das Amsterdamer Netzwerk in einigen Punkten deutlich interessanter. Außenraum-Nutzung und Indoor, Nutzung durch Werbungtreibende und öffentliche Hand im Wechsel, Anbindung an Smart City-Projekte: das Netzwerk soll auf noch vielfältigere Arten genutzt werden.

Diese IoT Beacons arbeiten bidirektional (Foto: Amsterdam Beacon Mile)

Diese IoT Beacons arbeiten bidirektional (Foto: Amsterdam Beacon Mile)

Für Outdoor bedeutet das, das eine etwa 2 km lange Route ausgestattet wird, die am Hauptbahnhof Amsterdam Centraal beginnt und entlang verschiedener Einrichtungen (Museen, Bibliotheken, Points of Interest) verläuft.

Eingesetzt werden sowohl herkömmliche, „dumme“ BLE Sender – unconnected Beacons – sowie intelligente Beacons. Letztere werden über LoRaWAN angebunden, Empfangs- und Sende-Möglichkeit inklusive. So wie 3G den Kanal Mobile nach vorne gebracht hat, soll LoRaWAN (Low Range Wide Area Network) den Bereich Internet of Things (IoT) weiterbringen.

Entsprechend setzt man bei der Beacon Mile auf den recht jungen Standard, der in Stadgebieten bis 3 km Abdeckung bietet, in ländlichem Terrain bis 30 km. Installiert wurden 20 IoT Beacons, die bidirektional arbeiten können, also auch Daten empfangen. Zwischen 40 und 60 herkömmliche Beacons komplettieren den Aufbau.

Ansonsten soll es möglichst offen zugehen, damit Entwickler schnell und ohne zu großen Aufwand an Anwendungen arbeiten können: Nutzbar werden die Beacons laut einer Präsentation mit einem beliebigen iBeacon CMS oder anderer Software.

Zu den großen unter den vielen projektbeteiligten Unternehmen gehört auch die niederländische Tochter JCDecaux. Der Außenwerber wird zwei große, jeweils 10 m² große Outdoor Screens zusammen mit dem Netzwerk nutzen. Ausgespielt werden können dann personalisierte Inhalte, ausgelöst durch die sendenden Beacons.  Ab dem kommenden Jahr wird das Netzwerk während der Aktionen, die rund um die EU-Ratspräsidentschaft geplant sind, verschiedene App-basierte nutzwertige Dienste anbieten.

Auch zuvor ist mit sicherlich interessanten Digital-out-of-Home-Kampagnen zu rechnen: In der vergangenen Woche haben JCDecaux und der Beacon-Lieferant Glimworm sowie Beacon Provider InBeacon das Netzwerk auf eine 12 km lange Strecke ausgebaut. Während der SAIL, die Ende letzter Woche stattfand, wurde damit auch das Gebiet des alten Amsterdamer Hafens zur Beacon Mile.

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