Internet of Things

Mehr Dash Buttons, und die auch noch umsonst – Amazon startet mit IoT durch

- In den USA haben Amazons Dash Buttons das Pilot-Stadium hinter sich: Statt 18 gibt es jetzt 29 Partner, und die IoT Devices sind nun kostenlos für alle US-Kunden zu erwerben. Zudem rüsten bald erste Hersteller ihre Geräte direkt mit den Buttons aus. Damit bestellen Kunden demnächst per Knopfdruck – und zwar nicht im Laden. von Thomas Kletschke

V.l.n.r.: Dash Buttons zum Bestellen von Maccaroni, Mülltüten und Mundpflege-Kaugummi (Fotos: Amazon; Montage: invidis)

V.l.n.r.: Dash Buttons zum Bestellen von Maccaroni, Mülltüten und Mundpflege-Kaugummi (Fotos: Amazon; Montage: invidis)

Der Herbst 2015 ist bei Amazon von einer Weiterentwicklung seiner IoT Pläne geprägt. Mit den im April vorgestellten Dash Buttons hatte der Konzern gezeigt, dass man auch im Internet of Things rasch an Größe gewinnen will: Kleine Helferlein für gerade mal 5 US-Dollar, die nahezu alle Produkte mit dem Web verbinden, um Bestellungen vorzunehmen.

Damals gab der Hersteller auch bekannt, dass man mit den IoT Devices noch anders vorhat: Hersteller könnten sie in ihre Produkte integrieren, um so die direkte Nähe zum Endkunden herzustellen, die sie so gerne hätten – zuungunsten des stationären Handels. Ein Developer-Programm wurde ins Leben gerufen, an dem sich große Markenhersteller wie Brita (Wasserfilter) und Brother (Druckerpatronen) und Whirlpool (Waschmaschinen) beteiligten. Ab Herbst 2015 sei in den USA mit entsprechenden ersten Projekten zu rechnen, hieß es.

Jetzt wird das gesamte Programm noch einmal ausgebaut: Elf weitere Werbungtreibende werden ihre kleinen Dash Buttons anbieten. Damit sind jetzt insgesamt 29 Marken mit im Boot. Und: Nun können alle US-Kunden die Buttons erwerben. Damit wurde der Pilot-Status verlassen.

Eine weitere Neuheit: Nach wie vor werden zwar rund 5 Dollar fällig, wenn man einen Dash Button erwirbt. Bei Bestellung über das Device werden einem diese Kosten gutgeschrieben. Damit sind die WiFi-Knöpfchen de facto umsonst. Technisch funktionieren die Buttons so, dass sie, nachdem sie gedrückt wurden, ein eigenes Signal an das heimische WLAN senden.

Diese Eigenschaft macht die IoT Buttons wiederum interessant, wenn man sie zweckentfremden will. Das Einzige, was dazu notwendig ist, sind ein Rechner sowie ein paar Zeilen Programmiercode in Phyton. Dass man jeden Dash Button (zumindest bislang) recht einfach hacken kann, hat Ted Benson kürzlich gezeigt – seines Zeichens CTO bei Cloudstitch und Vater in Personalunion. Was lag also näher, als den Dash Button zu nehmen, um Baby-Daten zu tracken? – Etwa, um herauszufinden, wie oft der Nachwuchs des Nächtens wach wird. Der IoT-Helfer könne für zahlreiche andere Aufgaben genutzt werden, so Bensons Fazit.

Vorerst sind die Dash Buttons nur in den USA erhältlich. Da sie inzwischen für jeden Kunden zu erwerben sind, noch mehr Marken sich am Programm beteiligen, und man bald erste IoT-Spülmaschinen und -Kaffeemaschinen erwarten darf, will Amazon ganz offenbar im Internet of Things Marktmacht und Expertise aufbauen. Man muss kein Prophet sein – aber IoT wird den stationären Handel ebenso wie zahlreiche weitere Branchen treiben. Dazu werden bald viele neue Anwendungen gehören.

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