Displayhersteller

Milliarden-Deal – Hon Hai / Foxconn schluckt Sharp

- Erstmals wird einer der großen japanischen Elektronik und High Tech Konzerne von einem ausländischen Unternehmen übernommen: Sharp wird von der chinesischen Hon Hai Gruppe aufgekauft. Die nimmt dafür 6,2 Milliarden US-Dollar in die Hand. von Thomas Kletschke

Hon Hai Foxconn übernimmt den Hersteller Sharp (Foto: invidis)

Hon Hai / Foxconn übernimmt den Hersteller Sharp (Foto: invidis)

Seit Herbst 2015 hatten sich die Berichte über eine Übernahme des LCD Business von Sharp durch Hon Hai erneut verdichtet. Nun machen beide Seiten Nägel mit Köpfen.

Inzwischen ist es bestätigt: Sharp lässt sich kaufen – und bleibt als eigenständiges Unternehmen und als eigene Marke dem Markt erhalten.

Das Top Management des japanischen Konzerns hat am heutigen Donnerstag der Übernahme durch die chinesisch-taiwanesische Hon Hai Gruppe (Foxconn) des Unternehmers Terry Gou zugestimmt.

Damit kann seine Unternehmensgruppe im Jahr 2016 vollenden, was sie bereits 2012 begonnen hatte: eine maßgebliche Beteiligung und letztlich die spätere Übernahme von Sharp. Beide Seiten haben sich auf einen Kaufpreis von 6,2 Milliarden US-Dollar geeinigt.

Das Management von Sharp hatte nach eigenem Bekunden zuletzt mit zwei möglichen Investorengruppen verhandelt: Hon Hai / Foxconn sowie das Innovation Network Corporation of Japan (INCJ). Bereits in der Vergangenheit war über einen direkten Einstieg von INCJ spekuliert worden – mit diesem halbstaatlichen Investitionsvehikel wurden in Japan bereits diverse Konzerne saniert oder filetiert und saniert, etwa JDI.

Statt der seit Jahrzehnten bevorzugten binnenjapanischen Lösung hat sich das Management nun für die Übernahme durch einen ausländischen Investor aus der Branche entschieden – aus unternehmerischer Sicht sicherlich die beste Wahl.

Zudem kennen sich beide Seiten: Seit 2012 hat Hon Hai versucht, sich mit Sharp weiter zu verzahnen. Anfangs ging es noch um die hochmoderne Plant in Sakai, später um einen Kompletteinstieg. Allerdings hatte es Differenzen gegeben, da der Börsenkurs von Sharp sich in der Vergangenheit nach unten entwickelt hatte. Deshalb war Gou nicht mehr bereit, den ursprünglichen Kaufpreis zu zahlen.

In der Folge kamen weitere neue Anteilseigner wie Samsung und Qualcomm hinzu.

Seit heute ist sicher, dass Sharp eine Foxconn Company wird. Aufgrund des nachhaltigen Interesses des Herstellers darf man davon ausgehen, dass das Business zunächst wie gewohnt fortgeführt wird. Hon Hai hat einerseits sein Interesse durchgesetzt – und ist andererseits ein Branchenplayer, der Sharp mit Umsicht führen und weiterentwickeln kann.

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