Airportwerbung

So entstand die größte DooH Video Wall an einem deutschen Airport

- Jetzt startet der Flughafen Düsseldorf mit der Vermarktung der derzeit größten digitalen Indoor Fläche an einem deutschen Airport – einer 2x 25 4K Video Wall aus jeweils in 5×5 Matrix und hoch hängend verbauten lichtstarken Screens von Sharp. Unser Hintergrund-Report zum derzeit spannendsten Projekt in der deutschen Airportwerbung, das die Kölner Experten von Ben Hur umgesetzt haben. von Thomas Kletschke

Microsoft gehört zu den ersten Kunden, die die neue Doppel-Video Wall nutzen (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Microsoft gehört zu den ersten Kunden, die die neue Doppel-Video Wall nutzen (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Da waren manche Besucher am Flughafen Düsseldorf überrascht, als sich vor einigen Tagen vor ihnen aus dem Nichts eine riesige Doppel-Video Wall lautlos nach oben bewegte (siehe eingebettetes Video unten). Natürlich kam die digitale Werbefläche nicht aus dem Nichts, sondern aus dem Keller – und es gibt gute Gründe, warum der Flughafen nun sein Angebot an Werbeflächen weiter ausbaut.

In Digital-out-of-Home und hier besonders in der digitalen Airportwerbung lassen sich für Betreiber und Vermarkter von hochwertigen Netzen aktuell gute Margen realisieren. Deshalb rüsten Flughäfen europaweit auf, wenn es um die Modernisierung und Digitalisierung des eigenen Portfolios an Werbeträgern geht.

Neben bestimmten und in Verticals wie Airports sehr gut vertretenen Herstellern wie NEC wurden in freier Wildbahn in der letzten Zeit auch hier und da neue 60-Zöller gesichtet, die an deutschen Airports installiert wurden.

Unter den Displayherstellern gibt es derzeit nur einen, der 60″ Video Wall Screens im Angebot hat – und das ist Sharp.

Neues DUS AD BOARD Terminal - nahe an hoch frequentierten Laufwegen (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Neues DUS AD BOARD Terminal – nahe an hoch frequentierten Laufwegen (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Screens von Sharp sind auch Teil der größten digitalen Indoor Werbefläche an einem deutschen Airport, die jetzt offiziell ihren Betrieb aufgenommen hat. Vorangegangen waren umfangreiche Vorarbeiten für die ungewöhnlich große, sehr lichtstarke und prominent gehängte Lösung – eine doppelseitige Video Wall aus insgesamt 50 Screens, 7 m breit und 4 m hoch.

Die neue, als DUS AD BOARD Terminal vermarktete doppelseitige Video Wall wurde mit den PN-V602 Screens von Sharp umgesetzt. Neben der Größe der Panel liegt der Vorteil bei diesem 24/7 Modell in der Luminanzstärke, die mit bis 1.500 cd/m² sehr lichtstark ist (native Auflösung je Screen: 1.366p x 768p). Außer Spezialisten verfügen die großen Displayhersteller kaum über vergleichbare Alternativen.

Die Ausgangslage für den Auftraggeber: An einer lichtdurchfluteten Stelle sollte in relativ großer Höhe eine lichtstarke Lösung für DooH Werbung entstehen. Jede der zwei Video Walls kann einzeln bespielt werden. Alle 60 Sekunden wiederholen sich die Spots, die in 4K Qualität gezeigt werden, in der Werbeschleife auf den Screens. Werbungtreibende können entweder 10 Sekunden für 2.150 Euro pro Woche oder 20 Sekunden für 3.100 Euro buchen und die Ausstrahlungsrichtung Osten oder Westen wählen.

Der gewählte Ort der Doppel Video Wall: das Terminal. Der Vorteil: Das DUS AD BOARD zieht die Blicke der Fluggäste sofort auf sich und garantiert monatlich bis zu 278.000 Passagierkontakte im Ankunftsbereich der Gates A und bis zu 597.000 Kontakte in den Gates B; Sendezeit für die Lösung ist von 04:00 Uhr bis 00:30 Uhr.

Düsseldorf verfügt damit nun über eine digitale Werbemöglichkeit, die gleich zu Beginn von internationalen Werbungtreibenden wie Microsoft, McDonalds und Cathay Pacific sowie nationalen Playern wie den Sparkassen / dem Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV). Von Anfang an ein besonderes Projekt.

Installiert wurde sie in einem Bereich der in Nähe von Fensterscheiben aus Glas liegt. Traglast und Brandlastverhalten wurden eingehend beim Materialprüfungsamt Braunschweig (MPA Braunschweig) getestet, so Walter Jünkering, Geschäftsführer der Ben Hur GmbH gegenüber invidis. Das gilt nicht nur für die gesamte Konstruktion, sondern auch für die verbauten Screens. „Wir lassen dazu mehrere Screens beim TÜV eingehend testen“, so Markus Eisemann, Manager Sales Visual Solutions, im Interview. Denn neben den Tests für diese Installation möchte der Hersteller baldmöglichst eine Zertifizierung erreichen.

Auch die Sparkassen gehören zu den Buchern der ersten Stunde (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Auch die Sparkassen gehören zu den Buchern der ersten Stunde (Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese)

Die Lösung verfügt über ein hervorragendes Brandlastverhalten. Im Falle eines Falles würde sie sogar mithelfen Flammen zu ersticken und keinesfalls ein Feuer weiter anfachen. Konkurrierende Technologien wie LED Indoor stehen deshalb branchenintern immer wieder in der Diskussion.

Im Falle der LCD Screens am Düsseldorfer Flughafens wurde eine Art spezieller Seilzug für Wartungszwecke entworfen. Eine mögliche Wartung kann an dem frequenzstarken Ort nur zwischen etwa 1 Uhr und 5 Uhr morgens erfolgen. Zudem muss die gesamte Halterung das Gewicht von zwei Video Walls tragen, die Abluft musste berücksichtigt werden.

Die von Ben Hur ausgetüftelte Konstruktion, die von Media Spectrum aus Willich umgesetzt wurde, verzichtet weitestgehend auf Technik – und ist zudem elegant. Denn, was ging, das wurde an Technik ausgelagert. Die gesamte Konstruktion hängt an sechs 16 mm starken Stahlstangen und ist so ausgelegt, dass das automatische Hochziehen oder Absenken der Video Wall in jeweils 3 Minuten über die Bühne geht. Dann können Displays oder Zubehörteile gewartet oder ausgetauscht werden – etwa auch die Lüftung. Damit das Ganze geräuschlos vonstatten geht, werden Movecat Motoren genutzt.

Bei der eingesetzten Software handelt es sich um eine von Ben Hur für den Airport Düsseldorf entwickelte Lösung, die speziell für die Bedürfnisse der DooH Werber zugeschnitten ist. Am Flughafen Düsseldorf werde sie seit etwa drei Jahren eingesetzt, so Walter Jünkering. Mit dem System, das unter anderem auch am Flughafen Köln sowie in Hamburg eingesetzt wird, lassen sich Zugangsrechte für Werbekunden sehr genau definieren. In der Praxis ist es dadurch beispielsweise möglich, dass Kunden schnell und eigenständig Playlisten verwalten können, um neue eigene Inhalte einzuspielen. Das Hochladen und Einspielen ist natürlich nur für vom Kunden gebuchte Flächen möglich.

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