Digital Signage & Ausstellungen

Interaktion im Pan Tadeusz-Museum in Wroclaw

- Für die polnische Nation ist das literarische Werk „Pan Tadeusz“ seit dem 19. Jahrhundert eines der wichtigsten Werke – bis heute. Im Pan Tadeusz-Museum sorgt interaktive Technologie für eine zeitgemäße Inszenierung. von Thomas Kletschke

PCAP Multitouch-Tisch im Pan Tadeusz-Museum (Foto: Zytronic)

PCAP Multitouch-Tisch im Pan Tadeusz-Museum (Foto: Zytronic)

Nach der Bibel ist Pan Tadeusz das in Polen meistgelesene Buch. Schon in der Schule werden Kinder an das zwölfbändige Werk des polnischen Dichters Adam Mickiewicz herangeführt, das den Kampf Polens um Freiheit und Unabhängigkeit inspirierte und zugleich dokumentierte.

In Wroclaw befindet sich das Pan Tadeusz-Museum, das sich der historischen Forschung und aktuellen Interpretation des Epos widmet. Untergebracht ist es in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Dort werden auf insgesamt 1.500 m² Exponate gezeigt, verteilt auf insgesamt 18 Räume. Um das Original-Manuskript und die weiteren Ausstellungsinhalte modern präsentieren und um Zusatzinformationen zeitgemäß geben zu können, wurde ein Multitouch System gesucht, das neben Projektionen, Avataren und AV Technologie zum Gesamtsystem für die audiovisuelle Inszenierung gehören sollte.

Dieses stammt vom polnischen Touchscreen Spezialisten Videofonika, der dazu auf Touch-Sensoren von Zytronic setzte. Als Touchtechnologie wird bei den Screens auf Projected Capacitive (PCT beziehungsweise PCAP) gesetzt, deren Usability bei den Museumsbesuchern etwa durch die Nutzung von Smartphones erlernt wurde. Die von Videofonika genutzte PCAP Sensorik des britischen Herstellers Zytronic stammt aus dessen Serien ZYFILM und ZYBRID.

Es muss nicht immer kreisrund sein - ovaler Multitouch-Tisch (Foto: Zytronic)

Es muss nicht immer kreisrund sein – ovaler Multitouch-Tisch (Foto: Zytronic)

Installiert wurden im Museum zahlreiche Touchscreens in Größen zwischen 20″ und 46″ sowie zwei große Multitouch-Tische in 65″ beziehungsweise 70″. Aufgrund der eingesetzten Sensoren konnten hochwertige Touchscreens in allen gewünschten Größen hergestellt werden, die in der Lage sind, bis zu 40 gleichzeitige Touchpunkte zu erkennen und Berührungen auch durch dicke, gehärtete Glasschichten präzise zu erkennen. Zur Erfüllung der europäischen Sicherheitsvorschriften für Museen wurden für die Screens bis zu 12 mm dicke Glasplatten mit vier zusätzlichen Schutzschichten (VSG-Glas) verarbeitet. Die Glasplatten waren bereits vom Museum in Auftrag gegeben und vorbereitet worden. Viele der verwendeten Glasplatten dienen zugleich als Wandelemente.

Im Verbund mit Audiotechnik ermöglichen die Screens eine Interaktivität über mehrere Sinne wie Sehen, Hören und Haptik. Dies war den Ausstellungsmachern und Museumsverantwortlichen wichtig, wie Dr. Marcin Hamkało, stellvertretender Direktor der Ossolineum-Sammlung des Pan Tadeusz-Museums erklärt. „Das Museum präsentiert Auszüge des Pan Tadeusz-Manuskripts in vielen verschiedenen Formaten, beispielsweise in Form genau passend zu den jeweiligen Themen ausgewählter Zitate“, so Hamkało.

Dabei können die Nutzer der Materie bis auf den Grund gehen – auch im wörtlichen Sinne. „An bestimmten Stellen ist es möglich, Fragmente des Werks zu hören. Darüber hinaus haben wir bestimmte Segmente digitalisiert und Versionen des Originals vergrößert. Dank der Touchscreens können wir den gesamten Text ansehen, durchblättern und die Seiten so stark vergrößern, dass sogar die einzelnen Papierfasern sichtbar werden“, sagt Marcin Hamkało.

Aus didaktischer Sicht können damit bestimmte Zielgruppen deutlich besser erreicht werden. Man wolle Literatur spielerisch gegenwärtig und auch für junge Menschen und ein breiteres Publikum zugänglich machen, so der Literaturwissenschaftler. Und: „Das Vermitteln und Erwerben von Wissen kann und soll Spaß machen.“

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