Digital-Signage-Grundlagen für Techniker

“ – der Titel ist Programm. Denn das Buch von Lars-Ingemar Lundström wendet sich in erster Linie an Techniker. Lange habe ich mich gefragt, welche Zielgruppe das Buch ansprechen und vor allem weiterbilden soll. Meiner Meinung nach sind es die Systempartner, die sich aus ihrer Historie heraus hervorragend mit der AV-Technik auskennen, dieses Wissen bisher aber noch nicht auf den Bereich Digital Signage übertragen konnten.

Konkret heißt das: Wenn ein Systemhaus sich bisher mit der Installation von Displays in Konferenzräumen, dem Ausbau von Netzwerkinfrastruktur und dem Service von komplexen IT-Systemen beschäftigt hat, dann können genau diese Fähigkeiten auch im Bereich Digital Signage zum Einsatz kommen.

Lars Ingemar LundströmWenn Lundström in seinem Buch über Content redet, dann geht es nicht darum, wie man die kurze Aufmerksamkeitsspanne des Kunden am PoS am besten nutzt. Er erläutert, welche Bild- und Videoformate es gibt und wie sich die technischen Möglichkeiten voneinander unterscheiden, wenn man den Content mittels Satellit oder DSL verteilt. Dabei sind seine Erläuterung allgemein gehalten und nicht auf spezielle Soft- und Hardware beschränkt. Lundström beschreibt anhand von Szenarien die Auswahl der Technik.

Dabei geht er didaktisch geschickt vor. Nachdem er erläutert, warum Digital Signage in keinem Fall mit TV zu vergleichen ist, geht er auf die Unterschiede der Display-Technologien ein und beschreibt ausgiebig den Umgang mit File-Formaten und deren Distribution. Im Kapitel „Creating Digital Signage Environments“ bekommt der technik-affine Leser einen Einblick in die vielfältigen Anwendungsfälle von Digital Signage. Die Beispiele decken zwar bei weitem nicht alle Szenarien ab, geben aber die entscheidenden Denkanstöße in die richtige Richtung. Bandbreitenberechnung und das IP-Protokoll inklusive Erwähnung des OSI-Modells runden den Technikexkurs ab.

Das Buch zu lesen, kann nicht schaden. Kreative lernen so die Technikbasis für Digital-Signage-Installation kennen, ohne ein Ingenieurstudium absolvieren zu müssen. Denn Lundström bemüht sich, das Wissen anschaulich und leicht verständlich zu erklären. Dazu verwendet er eine Vielzahl von computergenerierten Bildern. Diese besitzen zwar wenig Charme, erfüllen aber ihren Zweck.
Derjenige, der sich schon mit der Technik auskennt – der zu Anfang erwähnte Systemhaustechniker – bekommt einen globalen Überblick über sämtliche Komponenten, die zu einer Digital-Signage-Installation dazu gehören. Er wird die Produkte und Services schnell identifizieren können, die er in diesem neuen Geschäftsfeld in der Lage ist, zu liefern.

Wer selbst Digital-Signage-Installationen projektiert, dem wird das Buch keine neuen Weisheiten vermitteln. Allen anderen bietet es einen Überblick über sämtliche technischen Komponenten und bewahrt so vielleicht vor dem einen oder anderen Fehler. (eca)

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