IG Adscreen testet Reichweitenmessung

Nun preschen die Schweizer vor – genauer gesagt die IG Adscreen. Der Zusammenschluss von Adscreen-Herstellern, -Netzbetreibern und -Vermarktern sondiert zurzeit den stark wachsenden Markt von Tracking-Systemen, um bis Ende des Jahres ein geeignetes Tool auszuwählen, das Performance-Messungen durchführen soll. In die engere Wahl scheinen dabei die Mediapulse AG, Trumedia und Quividi gekommen zu sein.

Während Trumedia und Quividi die Messungen via Kamera und Gesichtserkennung vornehmen, setzt die Mediapuls AG auf ihr Mediawatch-Panel. Dies besteht aus über 1000 Uhren, die von den Panel-Teilnehmern getragen werden und Auskunft über den Aufenthaltsort geben.

In der Uhr ist ein Mikrofon eingebaut, das vier Sekunden pro Minute aufzeichnet und in einen Messcode umwandelt. Dieser Code wird später mit den Aufzeichnungen der Zentrale verglichen, wie ein elektronischer Fingerabdruck. So wird ermittelt, wann der Uhrträger welchen Sender gehört oder welche Plakatstelle er passiert hat. Voraussetzung für das Funktionieren dieses Ansatzes für die Plakatforschung ist die Ausstattung der Plakatstellen mit Sendern.

Beide Verfahren haben Vor-und Nachteile. Besonders die Trumedia-Systeme sind sehr kostspielig: Die Ausstattung eines Screens schlägt mit über 1000 Euro zu Buche. Quividi ist dagegen kostengünstiger. Aber auch hier sind noch rund 400 Euro pro Bildschirm fällig.

Ein Gesichtstracking ist mit dem Mediawatch-Panel nicht möglich. Nicht immer schauen Personen auf einen Screen, wenn einer in der unmittelbaren Nähe ist. Daher kann es hier zu gewissen Ungenauigkeiten kommen. Allerdings kommt dem System zugute, dass der Preis für die Sender relativ klein sein soll. (eca)

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