Gerangel um poster.tv

- Im Juli fand in der Nähe des Frankfurter Flughafens die Tagung der Inncona-Kommanditisten statt. Grund dafür war die Klärung der Vorgänge bei der Inncona Geschäftsführungs GmbH und das weitere Vorgehen bezogen auf poster.tv. von Oliver Schwede

Bild: poster.tv


Dazu wurde den anwesenden Kommanditisten erst einmal die poster.tv GmbH vorgestellt. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, konnte das Informationsbedürfnis der Kommanditisten, insbesondere was den kaufmännischen Teil betrifft, jedoch nicht befriedigt werden.

Bild: Norbert Lohrke

Grafik: Norbert Lohrke

Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke stellte den Anwesenden anschließend sein Konzept „Wege aus der Krise“ vor. Es beinhaltet Maßnahmen, wie die derzeitige Situation aufgelöst werden könnte und welche Schritte dazu – auch hinsichtlich poster.tv – notwendig sind. Laut eigener Aussage beruhten die Ausführungen jedoch auf auf Vermutungen und ungesicherten Zahlen. Ein anfangs prognostizierter Kapitalbedarf von 20 Mio. Euro wurde unter dem Druck der Anwesenden auf 8 Mio. Euro korrigiert. Abschließend äußerte Lohrke, unter Vorbehalt, auch mit 2 Mio. Euro weiterzukommen. Die Abstimmung unter den noch anwesenden Kommanditisten ergab eine klare Mehrheit für das vorgestellte Konzept.

Dies sieht vor, die Inncona Geschäftsführungs GmbH durch einen neuen Komplementär zu ersetzen, um die Geschäfte fortzuführen. Der neue Komplementär hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein Konzept zur Lösung der Gesamtproblematik zu entwickeln und die Handlungsfähigkeit der Kommanditisten wieder herzustellen. Dazu gehört auch die Investition in über 2500 neue Screens.

Streit um die Kommanditisten

Zurzeit bilden sich mehrere Lager auf der Seite der Kommanditisten. Alle Protagonisten versuchen, möglichst viele der über 400 Kommanditisten auf ihre Seite zu ziehen und deren Interessen zu vertreten. Dass dieser Streit öffentlich ausgetragen wird, scheint dabei niemanden zu stören. In der Tradition der Inncona Geschäftsführungs GmbH werden öffentlich Kompetenzen angezweifelt und es wird zur Vorsicht gemahnt.

Poster.tv hat währenddessen seine eigene Taktik entwickelt. Ein für Ende Juli anberaumtes Treffen zwischen verschiedenen Kommanditistenvertretern und der poster.tv GmbH sagte das Unternehmen kurzfristig und ohne Angabe von Gründen ab. Ein Grund mögen die unterschiedlichen Interessenlagen gewesen sein. Während die Vertreter von poster.tv über Konzepte sprechen wollten, war das Bestreben der Kommanditistenvertreter, erst einmal die derzeitige wirtschaftliche Lage zu sondieren. Von Seiten der Kommanditistenvertreter wurde das Verhalten von poster.tv als der Lage nicht angemessen bewertet.

Hilferuf per Fax

In der Zwischenzeit versucht poster.tv via Fax die Kommanditisten zu einer weiteren Finanzierung des Unternehmens zu bewegen. Da aber anscheinend keine vernünftigen Pläne existieren und weder testierte Jahresabschlüsse der vergangenen Geschäftsjahre noch eine aktuelle und testierte Summen- und Saldenliste vorliegt, warnen die Experten vor weiteren Investitionen.

Dessen ungeachtet hält poster.tv an dem Vorhaben fest, das bestehende Netzwerk auszubauen. Kürzlich vermeldete das Unternehmen, dass Burda Media in Zukunft Inhalte für das Netzwerk liefern werde („Revue“, „Viel Spaß“, „neue woche“).

Auf Basis der vorliegenden Dokumente darf bezweifelt werden, dass die neuen Kommanditistenvertreter über genügend Know-how bezüglich des Digital-Signage-Marktes besitzen, um wirkungsvolle Maßnahmen zur Rettung von poster.tv und ihrer Investitionen einleiten zu können.

Doch die Investoren sind vorgewarnt. Norbert Lohrke gibt in seinem Konzept „Wege aus der Krise“ abschließend zu bedenken:

„Poster.tv ist Start-up mit Risiko Totalausfall.“

(eca)

2 thoughts on “Gerangel um poster.tv

  1. wenn es jemanden gibt, der die lage bei postertv einschätzen kann, dann sicherlich Herr Norbert Lohrke.
    Ich hatte selbst die Gelegenheit, die Details zu begutachten, leider maßen sich Personen Urteile an, die der betriebswirtschaftlichen Grundlagen eines Unternehmens nicht mächtig sind.

  2. Statement zum Inhalt des Artikels

    Die Sachverhalte bezüglich meiner Person sind nur zum Teil richtig wiedergegeben.

    Tatsache ist, dass ich davor gewarnt habe, in ein Unternehmen Geld einzubringen, dass weder einen Businessplan vorlegen kann/möchte bzw. vorgelegt hat, noch die aktuellen Zahlen offenlegt, noch ein gefordertes und zugesagtes Testat vorweisen kann.

    Tatsache ist, dass ich mir auf Basis des zur Verfügung stehenden Zahlenmaterials (vorläufige Abschlüsse 2006 und 2007)und meiner Expertise aus achtjähriger Wirtschafsprüfungstätigkeit/Corporate Finance ein Urteil gebildet habe, das natürlich mit Ungenauigkeiten behaftet ist, aber im Wesentlichen die Lage richtig einschätzt.

    Tatsache ist deshalb ebenfalls, dass ich auf dieser Basis einen eindeutigen Mindestkapitalbedarf erkannt und genannt habe. Die Behauptung, dass ich unter dem angeblichen „Druck des Publikums“ von 20 Mio. € auf 2 Mio. € ist eine offensichtliche Lüge, die den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt. Da ich die inhaltliche Auseinandersetzung suche und für jedermann unschwer erkennbar ist, dass ein Fachmann so nie agieren würde, habe ich diesen Sachverhalt nicht zur Anzeige gebracht.

    Tatsache ist auch, dass ich eine Beteiligungsfinanzierung ins Spiel gebracht habe, die eine Beherrschung des Unternehmens zur Grundlage hatte und der Geschäftsführung einen kaufmännischen Geschäftsführer zur Seite stellen wollte.

    Tatsache ist auch, dass ich die überwiegende Mehrheit der vertretenen Kommanditisten von meiner Vorgehensweise überzeugen konnte.

    Und schließlich ist dem Zitat am Ende nichts hinzuzufügen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Lohrke
    Geschäftsführer DIE Unternehmensführung GmbH

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