Adversign testet Tracking-Systeme in Shopping Mall

- Die große Frage von Digital Signage: Schaut irgendjemand auf die Screens? Das Bauchgefühl und Umfragen in der Vergangenheit sagen eindeutig: Ja. Offenbar reicht dies den Werbetreibenden aber nicht. Denn immer öfter werden Tracking-Systeme eingesetzt, die belegen sollen, dass das neue Medium jeden Cent wert ist, den die Werbeindustrie dafür ausgibt. von Oliver Schwede

Bild: Adversign

Adversign aus Hannover will genau diesen Beweis nun mit einem Tracking-System erbringen. In der Pressemitteilung heißt es:

„Ohne technische Hilfsmittel kann man nur die gemessenen Daten der Besucherströme zugrunde legen und durch eine Studie den durchschnittlichen Anteil der Betrachter ermitteln, um Aussagen über die Kontaktanzahlen machen zu können. Der Preis der Werbung (TKP) richtet nach den ermittelten Daten. Ob die Betrachter sich in Zukunft exakt so verhalten, wie zu der Zeit, als die Studie durchgeführt wurde, ist jedoch zweifelhaft. Abweichungen sind schon alleine durch unterschiedliche Attraktivität eines Werbespots oder des Infotainments zu erwarten.

Licht ins Dunkel bringt nur eine ständige Messung. Mittlerweile gibt es verschiedene technische Lösungen, die genau dies tun: Sie zählen die tatsächlichen Betrachter der Bildschirme. Da auch das Geschlecht und Alter der gemessenen Kontakte bei der Werbung eine sehr große Rolle spielt, gibt es sogar Anbieter, deren Lösungen genau dies gewährleisten.

Für Adversign Media steht es außer Frage, so genannte ‚Remote-Eye‘- oder ‚Head-Tracking‘ Systeme zukünftig in seinen Netzen einzusetzen. ‚Für die Vermarkter von Werbezeiten in Out-of-Home-Advertising-Netzwerken ist es wichtig, den Nachweis dafür zu bringen, welche Qualitäten und Quantitäten die Kontakte aufweisen. Ohne diese Nachweise werden Netze zukünftig kaum mehr vermarktbar sein,‘ so Peter Lohmann, Geschäftsführer von Adversign Media. Für den Digital Signage Service Provider aus Hannover gilt es nun, das beste System für seine Netzwerke zu ermitteln.
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Im Shopping Plaza, einem Einkaufszentrum in Garbsen, werden erste Tracking-Systeme in Kürze von Adversign Media getestet. Hier sollen Erfahrungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Genauigkeit gesammelt werden. „Die Shopping Mall in Garbsen eignet sich für unsere Tests deshalb so gut, weil sie fast vor unserer Haustür liegt. Werden Probleme erkannt, können Techniker schnell vor Ort sein, um diese zu lösen,“ erklärt Peter Lohmann. Genau aus diesem Grund werden auch in Garbsen die interaktiven Wegeleitsysteme von Adversign Media und der Einsatz von 3D Inhalten getestet. Die von den Tracking-Systemen gemessenen Daten dienen auch der ständigen Optimierung des Infotainment-Angebotes von Adversign Media.“

invidis-Kommentar

Messungen sind notwendig – langfristig. Denn in Zukunft wird es um den Vergleich und die Qualifizierung von Netzwerken gehen. Viel schwerer wiegt momentan der Umstand, dass es weder Standards in der Vermarktung gibt, die Netzwerke eher Insellösungen darstellen und die Buchung mehr Arbeit macht als bei den etablierten Medien.

Regelmäßige Befragungen sollten eigentlich reichen, um die Werbewirksamkeit zu belegen. Nicht alles, was technisch machbar ist, macht dementsprechend jetzt schon Sinn. Natürlich sind die Ergebnisse interessant. Tracking-Systeme sollten allerdings die Ausnahme bleiben – zumindest so lange, bis sie vom Preis her auf ein sehr viel niedrigeres Niveau rutschen. Denn eines kann die Branche sicherlich nicht gebrauchen: noch höhere Projektkosten. (eca)

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