Agenturen zeigen sich bei Digital Signage ahnungslos

- Eine Studie von „Digital Signage“, der Fachzeitschrift für digitale Werbe- und Informationssysteme, über die Bedeutung des Mediums Digital Signage in deutschen Werbeagenturen ergab enttäuschende Resultate. von Oliver Schwede

Was ist eigentlich Digital Signage?

Nur wenige haben die zunehmende Bedeutung von Digital Signage für die Werbung erkannt. Nicht jedem Interviewpartner war klar, worum sich die Umfrage eigentlich drehte. Es wurden Fragen gestellt wie „Was heißt das eigentlich?“ oder „Wie genau schreibt man das?“. Selbst nach einiger Aufklärungsarbeit des Fachmagazins kam nicht der Eindruck auf, dass die Mitarbeiter der Werbeagenturen die Welt der digitalen Werbe- und Informationsmedien schon oft betreten hatten.

Viele Agenturen wollten überhaupt keine Interviews geben, da sie nicht über das entsprechende Expertenwissen verfügten. Die Zeitschrift „Digital Signage“ schloss aus dieser abwehrenden Haltung, dass in diesem Bereich noch eine ganze Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden muss. Doch diese sei nicht nur bei den Werbeagenturen notwendig, sondern auch bei den potenziellen Kunden der digitalen Werbeträger, die entweder noch nicht nach Digital-Signage-Anwendungen nachfragten oder vor den hohen Anschaffungskosten zurückschreckten.

Auch bei den Suchmaschinen der deutschen Werbeagenturen herrscht Nachrüstungsbedarf: Einige von ihnen haben „Digital Signage“ oder ähnliche Begriffe noch nicht in ihren Suchkatalog aufgenommen. Zwar wird „PoS-“ bzw. „PoI-Marketing“ als Suchbegriff angeboten, doch in der Erklärung dazu tauchen „Digital Signage“ oder andere in der Branche verwendete Begriffe wie „Instore-TV“ oder „Out-of-Home-Medien“ nicht auf.

Das Fachmagazin „Digital Signage“ wählte für seine Umfrage 50 Agenturen aus, die sie zwei Agenturrankings entnahm: dem Red-Box-Ranking der kreativsten Werbeagenturen Deutschlands 2008 und dem W&V-Ranking der größten inhabergeführten Werbeagenturen 2008.

Das Magazin nahm an, dass Agenturen, die im Ranking ganz oben stehen, am besten abschneiden müssten. Doch das war nicht der Fall. Selbst Werbeagenturen aus den Top 10 der jeweiligen Rankings hatten keine Spezialisten für die aufstrebende Branche Digital Signage.

Das Resümee lautet daher: Um Digital Signage einem größeren Anwender- und Kundenkreis bekannt zu machen, müssen verstärkt Expertenmeinungen und Fakten über die Anwendungsmöglichkeiten von Digital Signage veröffentlicht werden. Vielleicht wird dann eher darüber nachgedacht, in Digital Signage zu investieren. (hkl/eca)

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