Der große Roll out zum Greifen nah

- Die Sparkassen-Finanzportal GmbH und das Unternehmen Werkstation haben seit 2007 gemeinsam an einer Digital Signage Lösung für die Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wird die „DSV S-Line digital“ genannt Lösung nun aktiv vertrieben – und alle träumen vom nationalen Roll-out. von Oliver Schwede

Fotogalerie: 16.000 Sparkassen warten auf Stelen

Für das Pilotprojekt wurden die Berliner Sparkasse ausgewählt. Die erste Installation erfolgte im PrivatkundenCenter der Berliner Sparkasse in der Friedrichstraße. Weitere Filialen an ähnlich exponierten Standorten folgten.

Inzwischen wird die Digital-Signage-Lösung seit über einem Jahr von den Berliner Sparkassen erfolgreich und störungsfrei in der Praxis eingesetzt. Während Kunden auf ihren Kontoauszug oder ein Beratergespräch warten, können sie sich – ganz nebenbei – über aktuelle Produkte und Services sowie über Konditionen ihrer Sparkasse informieren.

„Unsere Mitarbeiter und Kunden nehmen DSV-S-Line digital als modernes, innovatives und informatives Medium wahr“, so Michael Thanheiser, Geschäftsbereichsleiter Privatkunden bei der Berliner Sparkasse. „Viele Kunden fühlen sich von dieser Art der Werbung besonders stark angesprochen. Auch die Mehrheit unserer Mitarbeiter beurteilt das neue Medium als unterstützend bei der offensiven Kundenansprache und der vertrieblichen Zielerreichung.“

Die einzelnen Sparkassen können Video-Clips und anderen Content aus einem Themenpool auswählen, der vom Sparkassen-Finanzportal zur Verfügung gestellt wird. Das Angebot an Content deckt alle wichtigen Produkte und Leistungen der Sparkassen-Finanzgruppe ab.

Jede Filiale kann ihre regionalen Konditionen und Produktnamen komfortabel und einfach individualisieren. Diese Möglichkeiten weiß Igor Juresic aus dem Privatkunden-Marketing der Berliner Sparkasse sehr zu schätzen.

„Wir können neben den laufenden Kampagnen auch auf spezielle Aktionen in einzelnen Privatkunden-Centern oder auf Baumaßnahmen hinweisen“, erklärt er. Der Marketingexperte hat das Pilotprojekt von Anfang an begleitet und wichtige Impulse für die Optimierung gegeben. Mit dem Feedback aus den Filialen ist er hoch zufrieden. „Wir unterstützen mit dem Digital-Signage-System den Vertrieb durch das Bewerben parallel laufender Marketingaktivitäten und ergänzen die aushängenden Plakate“, betont er.

Michael Thanheiser von der Berliner Sparkasse ist sicher, dass Digital-Signage auch in Zukunft in seinem Institut eine große Rolle spielen wird. In Kürze wird die erste DUO-Stele mit zwei integrierten Bildschirmen in einer Filiale stehen. Die Marketingexperten des Hauses können sich vorstellen, in den nächsten Jahren weitere Videostelen an zentralen und gut besuchten Standorten in der Hauptstadt zum Einsatz zu bringen.

Alle Systeme werden mit der enlogic:show Software gesteuert und verwaltet. Enlogic:show ist eine Server-Client-Lösung – der Server für das Sparkassenprojekt steht im Informatikzentrum der Sparkasse in Nürnberg. Somit können alle Sparkassen ohne zusätzlichen Aufwand (wie z.B. eine separate DSL-Anbindung) über das hauseigene Netz problemlos auf die Inhalte zugreifen.

Die Steuerung der Software enlogic:show erfolgt dabei für die Filialen über die eigen entwickelte Weboberfläche des Sparkassen-Finanzportals. Hierzu wurde von der Werkstation in Zusammenarbeit mit dem Sparkassen-Finanzportal eine Webservice-Schnittstelle (SOAP) entwickelt.

Neben der Contentverteilung ist enlogic:show aber auch für die Hardware-Überwachung und die Steuerung des Vor-Ort-Services zuständig. Eine interne Watchdog im PC startet das gesamte System neu, falls es einmal zu Problemen bei der System-Software kommen sollte.

„Enlogic:show war das aus unserer Sicht beste Instrument für die Durchführung des Projekts“, so Steffen Rademacher, IT-Verantwortlicher beim Sparkassen-Finanzportal, „neben einer Vielzahl von Standard-Features war es in Zusammenarbeit mit Werkstation problemlos möglich, Anpassungen und Wünsche zur Optimierung innerhalb kürzester Zeit umzusetzen“.

„Die Anforderungen an die Hardware waren aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten in den weit über 16.000 Filialen so speziell und unterschiedlich,
dass es nicht möglich war, sie mit einem der am Markt angebotenen Standard-Produkte zu erfüllen“, so Frank Nägele, Geschäftsführer der Werkstation. „Beispielsweise musste in kleinen, zumeist ländlichen Sparkassen-Filialen aufgrund der räumlichen Enge eine platzsparende Minimallösung genügen, während es in den großen Zweigniederlassungen der Städte selbstverständlich eine möglichst repräsentative Stele mit riesigem Display sein sollte“, so Nägele weiter.

Und alle Stelen sollten dennoch durch ein einheitliches Erscheinungsbild die Corporate Identity der Sparkassen-Finanzgruppe stärken. Um den Service zu vereinfachen wurden die Systeme so entwickelt, dass sich in allen Produkten die absolut identische Hardware befindet. Dadurch konnten die Kosten für den Vor-Ort-Service deutlich reduziert werden.

„Die Werkstation war der einzige Hersteller, der uns – neben den Standardzertifizierungen wie CE und EMV – auch ein TÜV- und GS-Zertifikat für
seine Produkte bieten konnte“, so Stefan Wilke, Projektleiter der Sparkassenfinanzportal GmbH. „Diese Sicherheitsrichtlinien erleichtern uns den Einstieg bei den Sparkassen ganz erheblich.“

Als Partner für den Rollout und den Service war von Anfang an war die T-Systems GmbH mit im Boot.

Die Vermarktung des Systems erfolgt durch eine Kooperation des Sparkassen-Finanzportal GmbH mit dem Deutschen Sparkassenverlag.

invidis Kommentar

„Bundesweite Flächeninstallation bei der Sparkassen-Finanzgruppe beginnt“ mit diesen Worten startet die Pressemitteilung der Werkstation zu diesem Projekt. Wohl mehr ein frommer Wunsch als eine realistische Einschätzung. Aufgrund der Struktur des Sparkassenverbandes wird es keinen zentral gesteuerten Roll-out geben. Was invidis auch heute erneut von der Pressestelle des Sparkassenverlags bestätigt wurde. Vielmehr kann jeder Sparkassenfiliale selbst entscheiden ob und welche Digital Signage Lösung zum Einsatz kommt. Damit wird es sehr unwahrscheinlich, dass sich alle 16.000 Filialen von ihren Flipcharts und Plakaten verabschieden. Außerdem gibt es noch einige andere Anbieter, die sich im Sparkassen-Dunstkreis starkt machen und ihr Software in den Rechenzentren platzieren konnten.
Natürlich wäre eine zentral gesteuerte, bundesweite Einführung wünschenswert, für die Sparkassen-Finanzgruppe wird es wohl allerdings ein frommer Wunsch bleiben.

(eca)

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