Innovative Präsentationen im Dornier Museum

- Pioniergeist zum Anfassen – das bietet das Dornier Museum Friedrichshafen. Seit Juli 2009 können die Besucher des Museumsneubaus direkt neben dem Flughafen Friedrichshafen auf den Spuren des  genialen Luftfahrtpioniers Claude Dornier wandeln. Mehr als 100 Jahre Luft- und Raumfahrtgeschichte kann er hautnah erleben. Der einem Flugzeughangar nachempfundene Neubau (Architektur: Allmann Sattler Wappner Architekten, München) gliedert sich in drei Ausstellungsbereiche und veranschaulicht auf 5.000 Quadratmetern Dorniers visionäre Pionierarbeit in der Luftfahrt und die Faszination Fliegen anhand zahlreicher Exponate. von Ralf Sablowski

Quelle: Dornier Museum Friedrichshafen.

Der Museumsrundgang ist in thematische Abschnitte gegliedert: Museumsbox, Radartisch, Galerie und Hangar. In allen Bereichen macht modernste Technik den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die Museumsbox

Geprägt wird die Ausstellungsgestaltung von Medieninstallationen, die die Besucher mittels Interaktion und visueller Darstellungen in die Historie und Technik von Dornier einbinden. Auf seinem zeitgeschichtlichen Erkundungsgang durch das Museum gelangt der Besucher zuerst in den Ausstellungsbereich Museumsbox. Hier werden die Luft- und Raumfahrtgeschichte von Dornier im Wechsel mit der Zeitgeschichte sowie die wichtigsten Etappen des Unternehmens gezeigt. Eine 270-Grad-Softedge-Projektion, die den Besucher mit großflächigen Bildern umspielt, empfängt ihn in der Museumsbox. Die insgesamt 60 m² große Projektion wird nahtlos über drei Wandflächen visualisiert. Für die Softedge-Projektion werden die Teilbilder von sieben Projektoren (Typ: Panasonic PT-D4000E), die an der Decke montiert sind, über eine Wings Platinum Zuspielung miteinander abgeglichen.

Projektionstechnik kommt auch bei mehreren Vitrinen zum Einsatz, deren Rückwände als Glasprojektionsflächen (Typ: Transopac) ausgeführt sind, welche mit einer Rückprojektion bespielt werden. Die Glasprojektionsflächen, die aus zwei Glasscheiben im Verbund bestehen, zwischen denen eine Trägerfolie eingebettet ist, können durch Spannung vom transparenten in einen opaken Zustand umgeschaltet werden und somit als  Projektionsfläche zur Darstellung von Filmsequenzen dienen. Die Spannung wird hierbei durch den Besucher erzeugt, indem er per Sensor die audiovisuellen Informationen der verschiedenen Vitrinen abruft.

Der Radartisch

Interaktion ist auch am virtuellen Radartisch gefragt: Durch horizontales Drehen der Tischplatte kann der Besucher Flugradarszenarien auswählen, die dann durch eine Aufprojektion (Typ: Sanyo PLC-ET30L) auf der Tischoberfläche visualisiert werden. Die Position der Tischplatte dient somit zur Navigation; gesteuert wird die Anwendung mit einer ICT ControlMachine CM 3. In der Museumsbox sind weitere interaktive Exponate wie z. B. ein 42 Zoll Touchscreen, an dem sämtliche Ausgaben der Dornier-Firmenzeitschrift „Do-Post“ virtuell durchgeblättert werden können. „Do-Hubbles“ zum Thema Raumfahrttechnik mit aktivierbaren Videozuspielungen, die auf 17-Zoll-LC-Displays dargestellt werden, ergänzen die mediale Ausstattung in diesem Museumsbereich.

Die Galerie

Die Galerie als zweiter Ausstellungsbereich widmet sich technologischen Hintergründen und dokumentiert, wie die Errungenschaften Dorniers in anderen Wissenschaftszweigen ebenfalls Fortschritte ermöglichten. Das ICT-Team integrierte hier zahlreiche Displays in Vitrinen und Exponate um die jeweiligen Filminhalte darzustellen. Über die Galerie gelangt der Besucher dann auch zum dritten Ausstellungsbereich des Dornier Museums – dem Hangar.

Innenansicht des Dornier Museums Friedrichshafen.

Innenansicht des Dornier Museums Friedrichshafen.

Der Hangar

Im Hangar erwarten den Besucher beeindruckende Großexponate, sprich Flugzeuge sowie Exponate der Raumfahrt, Aufklärungs-, Web- und Medizintechnik, die ebenfalls multimedial inszeniert werden. Ein 34 m² großer LED-Screen aus Inspire-LED-Modulen bildet das mediale Herzstück dieses Ausstellungsbereichs. Die riesige Bildfläche fügt sich dank ihrer weißen, semitransparenten Module optimal in die Gebäudearchitektur ein und bietet durch die farbintensiven Filmzuspielungen optisch einen hervorragenden Kontrast. Als Zuspielsoftware für die Videoinhalte dient ICT Redcat, die als eigentliche Content Management Software zugleich auch die digitale Darstellung von Informationen im Eingangsbereich abdeckt.

Die Kreativen

Für die Ausstellungsgestaltung und Szenografie zeichnete Atelier Brückner als Generalplaner verantwortlich. Die Mediengestaltung entstand in Zusammenarbeit mit der Jangled Nerves GmbH, die auch die Medienplanung und -produktion übernahm. Die Systemintegration der Medientechnik realisierte die ICT Innovative Communication Technologies AG, Kohlberg. (rs)

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