Auch in Zukunft ein hervorragend funktionierendes Geschäftsmodell

- Die Werbeumsätze der Publikumszeitschriften sinken seit einigen Jahren. Eigentlich ein Grund zur Sorge. Doch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ist überzeugt, dass die Zeitschrift auch in einer digitalisierten Medienwelt gut überleben wird. invidis sprach mit Holger Busch, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Anzeigen Marketing und Stellvertretender Geschäftsführer der Publikumszeitschriften im VDZ. von Oliver Schwede

Holger Busch VDZ

Holger Busch, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Anzeigen Marketing im VDZ.

Die Publikumszeitschriften mussten im vergangenen Jahr große Verluste bei den Werbeeinnahmen hinnehmen. Was ist die Ursache?

Busch: Die wirtschaftliche Rezession in Deutschland hat auch im Werbemarkt tiefe Spuren hinterlassen. Fast alle Medien mussten Rückgänge ihrer Werbeeinnahmen verzeichnen. So auch die Publikumszeitschriften. Vor dem Hintergrund unsicherer konjunktureller Erwartungen haben viele Unternehmen ihre Mediabudgets reduziert bzw. den Schwerpunkt auf tagesaktuelle, abverkaufsnahe Medien gelegt. Mittlerweile sehen wir jedoch, dass wir das Tal der Entwicklung durchlaufen haben.

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Sie erwarten also, dass es 2010 wieder aufwärts geht?

Busch: Der Gesamtmarkt hat sich mittlerweile wieder deutlich stabilisiert. Das sehen wir auch an den Werbeumsätzen der Publikumszeitschriften, die jetzt wieder auf Vorjahresniveau liegen. Dies entspricht im Wesentlichen auch unseren Erwartungen für das laufende Jahr, wenngleich man wegen der Kurzfristigkeit und der hohen Volatilität im Markt nur noch schwer wirklich belastbare Prognosen treffen kann. Eine schnelle Erholung auf alte Umsatzniveaus ist jedoch nicht wahrscheinlich.

Welche Herausforderungen und Entwicklungen sehen Sie in den kommenden Jahren auf die Publikumszeitschriften zukommen und wie werden Sie darauf reagieren?

Busch: Die größte Herausforderung im Medienmarkt insgesamt ist zweifelsohne die zunehmende Digitalisierung. Für die Zeitschriftenverlage bedeutet dies jedoch keineswegs nur eine Bedrohung der alten, gedruckten Medien. Im Gegenteil: Sehr frühzeitig haben sie die Wachstumschancen der digitalen Medien erkannt und gehören auch im Internet zu den führenden Anbietern redaktioneller Inhalte. Damit ist es den Verlagen gelungen, ihre Marktposition auch in der digitalen Welt auszubauen. Darüber hinaus erwarten wir in den nächsten Jahren die Markteinführung neuer Technologien im Print-Bereich, die es Lesern wie Anzeigenkunden erlauben, das Medium Zeitschrift mit ganz neuen Funktionalitäten zu nutzen. Technologien wie QR-Codes, Augmanted Reality oder automatische Bilderkennung schaffen die Möglichkeit, Print als direkte Schnittstelle in die digitale Medienwelt zu nutzen. Damit stellen sich Zeitschriften als Werbeträger zukünftig funktional viel breiter auf, als das in der Vergangenheit der Fall war. Nicht zuletzt deswegen wird das Publizieren von Zeitschriften auch in Zukunft noch ein hervorragend funktionierendes Geschäftsmodell sein.

Info
Holger Busch ist beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Anzeigen Marketing und Stellvertretender Geschäftsführer der Publikumszeitschriften im VDZ.
Der VDZ ist der Dachverband der Deutschen Zeitschriftenverleger und wird von sieben Landesverbänden getragen. Im VDZ sind 400 Verlage organisiert, die zusammen mehr als 3000 Zeitschriften herausgeben.

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