Dortmunder U-Turm Medienfassade der Superlative

- Eine in schwindelerregender Höhe mediales Kunstwerk schmückt seit Ende Mai die Dortmunder Innenstadt: In die Dachkrone des U-Turms – als markantes Industriedenkmal und ehemaliges Gär- bzw. Lagerhochhaus der Union-Brauerei Wahrzeichen der Stadt – wurde in 50 Metern Höhe eine umlaufende, 625 Quadratmeter große Medienfassade integriert, deren Bilder weithin sichtbar sind. von Oliver Schwede

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Die „Bilderuhr“ ist Teil der Filminstallationstriologie "Fliegende Bilder" von Adolf Winkelmann

Die „Bilderuhr“ ist Teil der Filminstallationstrilogie „Fliegende Bilder“, einem einzigartigen Portrait des Ruhrgebiets von Filmemacher Adolf Winkelmann. Die LED-Fassade am U-Turm besteht aus insgesamt 1,7 Millionen lichtstarken Outdoor-LEDs, die auf 6.000 LED-Lamellen sitzen. Wie Jalousien wurden die Lamellen, horizontal in die bauseitig vorhandenen, 56 Gefache der Dachkrone.

Nur durch den Lamellencharakter der LED-Installation konnte die geforderte Transparenz im Off-Show-Modus realisiert werden. Die automatische Helligkeitsdimmung der LEDs sorgt entsprechend der Umgebungsbedingungen für das perfekte Bild und zugleich für einen stromeffizienten Einsatz der Technologie. Um den optimalen Einblickwinkel für die LED-Fassade vom Fuße des Gebäudes zu gewährleisten, wurden sämtliche Lamellen mit einem Neigungswinkel von zehn Grad in Richtung des Betrachters montiert. Die Passanten sehen in den Gefachen der Dachkrone täglich wechselnde Filmsequenzen. So läuft der Turm beispielsweise mit Bier voll oder sechs Meter große Tauben sitzen in seinen Gefachen.

Zum Sonnenuntergang gibt es ein 15-minütiges Sonderprogramm. Wer den passenden Ton zu den Bildern hören möchte, kann sich eine U-Turm-App auf sein Smartphone herunterladen. Die Zuspielung der kreativen Bildinhalte für die Medienfassade erfolgt über vier PCs, die jeweils die Bildfläche einer Himmelsrichtung bespielen.
Weitere Videoinstallationen im U-Turm Im Inneren des U-Turms setzt sich die multimediale Trilogie fort: Zwei Installationen von Adolf Winkelmann sorgen im Foyer und auf einer hohen, vertikalen Wand mit Projektionstechnik für eine kunstvolle Rauminszenierung. Elf elliptisch angeordnete, über den Besuchern schwebende Leinwände lenken in der Eingangshalle die Blicke der Besucher auf sich.

In neun virtuellen, je 5,6 qm großen Fenstern, die auf die Innenwand des U-Turms projiziert werden, „leben“ hier Winkelmanns Menschen des Ruhrgebiets. Die gesamte Inszenierung erstreckt sich über drei Gebäudeetagen und gibt den auf den Rolltreppen vorbeifahrenden Besuchern Einblicke in fremde Zimmer.

„Mit der außergewöhnlichen Medienfassade am U-Turm hat das ICT-Team im wahrsten Sinne des Wortes ein Leuchtturmprojekt realisiert“, sagt Mario Margonari, Projektleiter Festinstallation bei der ICT AG. „Die Integration der sensiblen Technik in das denkmalgeschützte Gebäude und die Komplexität des Projekts, gerade auch bei der Abstimmung der einzelnen Gewerke, haben uns vor einige Herausforderungen gestellt“, so Margonari. „Aber das beeindruckende Ergebnis, das auf Winkelmanns außergewöhnlicher Gesamtkonzeption und seinen herausragenden Filminhalten beruht, unterstreicht den Anspruch des U-Turms, eine innovative Plattform für Kunst und Kreativität zu sein“, schließt Margonari.

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