„Wir haben unschlagbare Argumente“

SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language, ausgesprochen wie engl. smile) ist ein Standard der die Verwendung zeitsynchronisierter und multimedialer Inhalte ermöglicht. Als eines der ersten Unternehmen setzte das taiwanesische Unternehmen IAdea zusammen mit Softwarepartnern wie Scala auf diesen Standard.

- Invidis traf im Digital Signage Demo Center der itworx-pro GmbH in Hamburg  Marketing & Communications Manager Björn Christiansen und Deric Wang, Sales Manager EMEA Region bei IAdea. Im Interview erklären die Beiden, weshalb Kunden SMIL verwenden sollten. von Stefanie Schömann-Finck

Erfolgreiche Zusammenarbeit: itworx-pro und IAdea

Herr Wang, IAdea hat als einer der ersten auf den Standard SMIL gesetzt. Intel und Microsoft versuchen  ebenfalls Standards für Digital Signage-Hardware  zu etablieren. Inwieweit fürchten Sie die Konkurrenz?

Deric Wang: Intel hat schon sehr lange ein Auge auf den Digital Signage-Markt geworfen. Aber ich denke, dass unsere Produkte kostengünstiger sein werden. Ich sehe uns ohnehin nicht im direkten Wettbewerb, da PCs und unsere embedded Lösungen sehr unterschiedliche Produkte sind.

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie aber gerade im asiatischen Markt Billig-Konkurrenz durch Plagiate fürchten müssen.

Deric Wang: Überraschenderweise nicht. Viele Unternehmen haben die Wirtschaftskrise 2008 gar nicht oder nur schlecht überstanden und ihre Digital Signage-Bereiche geschlossen. Wir dagegen sind seitdem sehr stark gewachsen und haben den SMIL-Standard mit großen Teilnehmern am Markt aufgesetzt. Andere Unternehmen bräuchten jetzt sehr viel Zeit, um vergleichbare Produkte herzustellen. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt in die Technik und Entwicklung investiert.

SMIL ist noch sehr neu. Wie ist die Akzeptanz am Markt?

Deric Wang: Jede neue Lösung braucht Zeit, um angenommen zu werden. Man möchte erst einmal sehen, wie verlässlich sie ist. Aber wir stellen eine steigende Nachfrage fest und immer mehr Softwareunternehmen kommen auf uns zu. Interessant ist, dass vor allem Europa und Amerika den neuen Standard sehr schnell übernehmen. In Asien dagegen versucht jeder, sein eigenes, passendes Produkt zu kreieren.

Im Vergleich zu PCs haben ihre Player momentan noch einen geringen Marktanteil. Mit welchen Argumenten möchten Sie das ändern?

Björn Christiansen: Meiner Meinung nach kann man mit den IAdea Produkten sowohl die  herkömmlichen Player als auch Video-Distributionssysteme auf Cat5- oder LWL-Basis komplett ersetzen. Wir werden hierzu in 2011 weitere Produkte launchen. Der Vorteil ist, dass man ohne aufwändige Adjustierungen perfekte HD-Bilder hat, und die Geräte 24/7 laufen. Die Wartungs- und Installationskosten belaufen sich Richtung Null und man spart bis zu 90 Prozent Strom. Damit hat man einfach unschlagbare Argumente für den Einsatz der IAdea Player

Deric Wang: Die Kunden  möchten möglichst viele Funktionen für wenig Geld. Der Preissturz bei PCs hat dafür gesorgt, dass die Abnahmemengen gestiegen sind. Unsere Player sollen PCs nicht ersetzen, sondern diese ergänzen. Unsere Stärke ist definitiv, dass wir kostengünstig sind. Nicht nur die Wartungs- , Installations- und Energiekosten sind niedriger, sondern auch die Kosten für die Lizenzen. Außerdem ist das System sehr stabil und kann sich selbst nach einem Stromausfall neu starten.

Sie sagen selbst, dass Ihre Player PCs nicht ersetzen sollen. Das heißt, sie bieten weniger Funktionen und weniger Flexibilität?

Deric Wang: PCs haben ihre Stärken und Vorteile und wir haben unsere. Es ist wichtig, den richtigen Player für den richtigen Einsatz zu finden. Es stimmt, ein PC kann alle Formate abspielen, bei SMIL liegt noch viel Arbeit vor uns. Prinzipiell ist es aber so, dass die Zahl und die Art der Funktionen stark vom Software-Partner abhängen. Grundsätzlich sind bei SMIL-Playern alle Funktionen möglich.

Ihr erstes Produkt, das Sie auf den Markt gebracht haben, war das Digital Signboard, eine embedded Lösung mit einem 10-Zoll-Monitor. Wie gefragt ist das Produkt noch?

Deric Wang: Sehr gefragt. Denn mit kleinen Displays können Produkte direkt am Verkaufsort, etwa am Regal, beworben werden. Sie kosten so viel wie ein hochwertiger digitaler Bilderrahmen und können deshalb auch in großen Mengen eingesetzt werden. Und sie bieten alle Vorzüge eines Digital Signage-Systems. Sie müssen einfach nur an den Strom angeschlossen und über eine Software gesteuert werden.

Ein Blick in die Zukunft. Wie geht es mit SMIL und Ihrer Firma weiter?

Deric Wang: Der Wachstum von Digital Signage ist nicht so rasant wie das bei anderen Medien der Fall war, aber wir sehen ein großes Potential. Wir halten Standards für sehr wichtig, gerade, wenn große Firmen diese einführen. Wer SMIL nicht  unterstützt, verschenkt ein Teil des Marktpotentials. Die Wirtschaft wächst und wir spüren  eine steigende Nachfrage. Ich denke, in zwei Jahren wird sich der Anteil der Nicht-PCs am Markt spürbar vergrößert haben.

Björn Christiansen: Wir als der IAdea-Distributor in Europa haben einen sehr erfolgreichen Start bei der Einführung der IAdea-Produkte in Europa hingelegt. Mit mehr als 1000 verkauften Playern in nicht einmal drei Monaten und dem Gewinn von zwei großen Projekten für 2011 sieht alles sehr gut aus. Durch unsere Partnerschaften mit den Marktführern wie Scala, 42media, Cittadino, Dimedis, Smartsign und Stinova sehen wir uns europaweit sehr gut aufgestellt. Ich gehe davon aus, dass wir in bis zu 50 Prozent der großen Projekte mit unseren Playern die herkömmlichen Player komplett ablösen werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr Informationen zu den SMIL-Playern finden Sie hier.

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