„Es wird keine Marketingabteilungen mehr geben“

- 2020 wird in der Werbewelt nichts mehr so sein, wie es heute ist. Zumindest, wenn man Fabian Keller von der Multichannel-Agentur SapientNitro glaubt. Der ehemalige Geschäftsführer von Publicis Retail (invidis berichtete) veröffentlichte nun seine „Zehn Thesen, wie sich Technologie und Kommunikation in den nächsten zehn Jahren verändern wird“. von Florian Rotberg

SapientNitro wagt eine Prophezeiung für 2020

SapientNitro ist als Geschäftsbereich von Sapient für integrierte Marketing- und Technologie-Services verantwortlich. Im Mittelpunkt stehen nach eigenen Aussagen Kreation und Umsetzung eines erlebbaren Kundennutzens. Das Ziel seien tiefe und loyale Kundenbeziehungen auf allen Kommunikationskanälen. SapientNitro arbeitet für Unternehmen wie Citigroup, Coca-Cola, Deutsche Telekom, Disney, Mars, O2 Star Alliance, Target und Vodafone und unterhält Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asia-Pacific. Im deutschsprachigen Raum unterhält SapientNitro Büros in Düsseldorf, München, Salzburg und Zürich.

Die zehn Thesen der Agentur im Überblick:

In zehn Jahren…

1. … gibt es kein ‚vorgefertigtes“ Fernsehen mehr in der heutigen Form. Die Menschen werden sich aus einer Vielzahl von Angeboten ihr eigenes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen und dies auf unterschiedlichsten mobilen Geräten konsumieren.

2. …ist Werbung über Massenmedien nur noch eine Nische. Klassisches Marketing ist längst durch komplett personalisiertes Neuro-Marketing ersetzt. Marken müssen sich darauf einstellen, dass sie nur noch angefragt werden, selbst aber niemanden mehr belästigen dürfen.

3. …haben Massenkonsum und Materialismus als Selbstzweck und Statusgrundlage ausgedient und wurden ersetzt durch Erlebnisorientierung und Sinnstiftung. Status wird nicht mehr an Besitz, sondern an individueller Identität und Vernetzung mit anderen gemessen.

4. …gibt es keine Marketingabteilungen mehr. Die neue Schlüsselposition heißt „Customer Experience Management“, sie steuert die gesamte Beziehung zwischen Marke und Verbraucher. Dort läuft zusammen, was wir heute noch Marketing, Vertrieb, Kundenservice und IT nennen.

5. …sind Fertigprodukte und Massenmärkte verschwunden. Ersetzt wurden sie durch Produkte und Dienstleistungen, die hochgradig auf individuelle Charaktere und Lebenskonzepte zugeschnitten sind.

6. …sind stationärer Handel und Innenstadt-Kaufhäuser, wie wir sie kennen, ausgestorben. Einkaufen und Freizeit sind in Mega-Malls verschmolzen. Beratung erhält eine ganz neue Relevanz für das Verhältnis zwischen Marke, Produkt und Kunde.

7. …haben technische Geräte keine grafischen Bedienoberflächen mehr. Statische Menüstrukturen und Bedienelemente sind komplett abgelöst durch Gesten- und Sprachsteuerung. Auch dies ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur direkten neuronalen Steuerung von Geräten durch das menschliche Gehirn.

8. …haben sich viele Menschen RFID-Chips zur Identifizierung einpflanzen lassen. Von Digital-Signage-Terminals empfangen sie damit nur noch Informationen, die für sie individuell relevant sind.

9. …ist der PC komplett abgelöst von mobilen Geräten wie SmartPhones und Tablet Computern.

10. …wird Software nur noch als Service angeboten, klassische Softwarehersteller und Systemintegratoren existieren nicht mehr.

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